Grabungszelt
Zur Zeit werden große Teile der Synagoge (Männerschule), Teile der Frauensynagoge und die umgebende Bebauung bis zur ehemaligen Jerusalemsgasse unter dem markanten Grabungszelt auf dem Rathausplatz konserviert.
Zahlreiche Einzelergebnisse zu den Bauphasen und zur Ausstattung der Synagoge wurden dadurch gewonnen. So lässt sich das neben dem Thoraschrein wichtigste Ausstattungsstück, die Bimah, mittlerweile aus über 350 Bruchstücken rekonstruieren. Die Bimah, auch als Almemor bezeichnet, war die Lesekanzel im Zentrum der Synagoge und wurde wahrscheinlich um 1280 von französischen Handwerkern der Dombauhütte geschaffen. Sie ist damit ein einzigartiges Zeugnis des Zusammenlebens von Juden und Christen in dieser Zeit.
Über das Pogrom des Jahres 1349 erbrachten die Grabungen noch weitere neue Ergebnisse: Bedeutsame Funde aus einer Kloake, die zur Wohnung des Rabbiners im Obergeschoss der Synagoge gehörte, stammen aus der Zeit kurz nach August 1349 und geben einen einzigartigen Einblick in die Lebenswelt einer jüdischen Familie.




