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museenkoeln.de Archäologische Zone Ausgrabung Rekonstruktion mit Originalteilen (Anastylose) und als 3D-Modell
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Anastylose

Der Begriff Anastylose steht für die Rekonstruktion historischer Befunde mit Orginalteilen. In diesem Fall wurden die Orginalteile sorgfältig geborgen, registriert und anschließend durch den Einsatz erfahrener Restauratoren und Steinmetze mithilfe der alten Grabungspläne, 3D-Modellen, die aus alten Fotos entwickelt wurden und dem Orginalbefund der Konstruktion, die noch erhalten war, wieder an ihrem originalen Ort versetzt.

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Keller unter der Bimah

Das neben dem Thoraschrein wichtigste Ausstattungsstück der Synagoge, die Bimah, wurde mittlerweile aus über 350 Bruchstücken rekonstruiert. Die Bimah, auch als Almemor bezeichnet, war die Lesekanzel in der Mitte der Synagoge. Sie war bekrönt mit einer Serie von Kreuzblumen, umstanden von Pfeilerbündeln mit floralen Kapitellen und versehen mit Zackenbögen, in denen Vögel und kleine Tiere sich zwischen Weinlaub tummeln. Die Bimah wurde wahrscheinlich um 1280 von französischen Handwerkern der Dombauhütte geschaffen. Sie ist damit ein einzigartiges Zeugnis des Zusammenlebens von Juden und Christen in dieser Zeit.

Dieses Meisterwerk gotischer Kleinarchitektur wurde während des Pogroms 1349 zerschlagen, die Eisenteile herausgerissen und mit den Bruchstücken der Keller unter dem Bimahpodest verfüllt.

Der Keller unter der Bimah wurde 1956 durch Otto Doppelfeld ergraben. Er interpretierte diesen Raum noch als Genisah, ein Raum zur Aufbewahrung unbrauchbar gewordener Kultgegenstände. Die abgenutzte Treppe, die Lichtnischen und Luftschächten sprechen allerdings gegen eine solche Interpretation. Heute wird der Raum als Schatzraum zur Aufbewahrung wichtiger Gegenstände und Dokumente der jüdischen Gemeinde interpretiert.

1957 wurde der Platz nach Beendigung der Grabungen einplaniert. und rund einen Meter abgetragen. Dabei wurden alle höher gelegenen Strukturen zerstört, wie Thoraschrein, Bänke, aber auch der obere Teil des Kellers unter der Bimah. Viele Fragmente davon fielen in die alten Grabungsschnitte und konnten in der Folge nach 2007 geborgen werden.

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Rekonstruktion

... des Mauerwerks

Aus den alten Grabungsfotos, der sehr sorgfältigen Dokumentation Doppelfelds und den noch stehenden Teilen des unteren Bereichs konnte ein dreidimensionales Modell entwickelt werden, das höchstmögliche Genauigkeit aufwies. Die geborgenen Fragmente konnten in mühseliger Detailarbeit in diesem Modell eingepasst werden. Die Restauratorin Susanne Rothäuser und der Steinmetz Stefan Puntigam haben diese Teile wieder materialgerecht in den Befund eingepasst und ergänzt. Es wurde der Zustand von 1956 weitgehend wiederhergestellt. Aus statischen Gründen wurde die Nische der Ostwand vervollständigt. Die Oberfläche wurde sorgfältig retuschiert und mit dünnen Linien Originalbefund von Rekonstruktion geschieden. Durch feine graue Strichelungen wurden die Ergänzungen der Oberfläche abgesetzt.

... der Bimah als 3D-Modell

Die Bimah, die Lesekanzel der Synagoge, wurde aus mehreren hundert Einzelteilen rekonstruiert. Da nicht alle Stücke aneinander passen und auch nur ein gewisser Prozentsatz des gesamten Bauwerks erhalten ist, wurde die Bimah, die auch Almemor genannt wird, virtuell aus den einzelnen erfassten und dreidimensional eingescannten Fragmenten neu rekonstruiert und zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt. Das Projekt wurde von dem Archäologen Ertan Özcan durchgeführt.

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Ausgrabung 1956 mit Beschädigungslinie (rot)

Befund nach Freilegung 2008. Am Boden liegen Teile der beschädigten oberen Bereiche

Restaurierung und Ausgrabung

Beginn der Anastylose

Aufbau der linken Nische und des Mauerwerks

Nach Einsetzen des südöstlichen Kellergewölbeansatzes

Restaurierung des Wandputz

Nach Wandputz-Restaurierung

Nach Aufbau der Nische an der Ostwand (links im Bild)

Hilfskonstruktion für das Einsetzen des südwestlichen Kellergewölbeansatzes

Nach Einsetzen des südwestlichen Kellergewölbeansatzes

Rote Linien trennt Orginalbefund von Rekonstruktion. Feine graue Strichelungen markieren Ergänzungen der Oberfläche.

Konstruktion der Bimah mit 3 exemplarischen Funden: Kapitell, Pfeilerbündel und Eckbasis.

3D-Rekonstruktion der Bimah

3D-Modell eines Kapitells der Bimah

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