4. Mai bis 26. Juni 2000

Dieter Villinger – Malerei

"... Die vorschnelle Feststellung, man habe es mit nichts als Farbe zu tun, kommt bei der Betrachtung der Malerei von Villinger rasch zum Verstummen. Nur Farbe? Es müßte im Gegenteil heissen: Farbe frei von inhaltlicher Bedeutung, alleine durch die reale Gegenwart, entwickelt die Farbe ein Potential, das wie eine Befreiung von gestalterischen Zwängen wirkt. Nichts hindert den Betrachter daran, am Ereignis der Farbe teilzunehmen, Farbe anzuschauen, wahrzunehmen und zu empfinden - und sich schauend auf die Verführung einzulassen. 

Über den reinen Intellekt läßt sie sich nicht begreifen; Farbe manifestiert sich im Werk von Villinger, bei aller wissenschaftlichen Kenntnis und Erfahrung, über die er verfügt, als ein schlussendlich äußerst vielschichtiges Phänomen. Gerade weil sie in seiner Untersuchung solchermassen offen und profan zur Darstellung kommt und der Betrachtungsweise nichts vorschreibt. - "Die Interpretation ist die Arbeit des Betrachters", sagt Villinger-, appelliert sie direkt an die aktiven Sinne. ..." 

Elisabeth Grossmann, Dieter Villinger, Malerei, Zürich 1999