13. Januar bis 22. Februar 2005

Alfonso Fratteggiani Bianchi – Dipinti

“Die Arbeit von Alfonso Fratteggiani Bianchi tendiert zu Universalität, jenseits räumlicher oder zeitlicher Umgebung, jenseits von Richtungen oder Situationen der Kunst. Seine Werke zielen auf Essenz, auf konzeptuelle Reinheit der Farbe. Ähnliches findet sich in der Malerei der Renaissance in seiner Heimat Mittelitalien bei Piero della Francesca oder Perugino. 

Mit der bloßen Hand trägt Fratteggiani Bianchi Farbpigmente ohne Bindemittel auf vorher zugeschnittene Steinplatten aus pietra serena auf, einen in Umbrien und der Toskana vorkommenden grauen Sandstein. Dieser Stein, der das Bild mittelalterlicher Städte dieser Gegend prägt, nimmt die reinen Pigmente durch seine feinen Poren auf, wodurch eine hoch sensible Oberfläche von starker farblicher Intensität entsteht. Seine Malerei stellt eine einzigartige Mischung natürlicher und industrieller Materialien dar, die Arbeit mit der bloßen Hand eine intuitive Durchdringung des Bildes. 

Erst seit einigen Jahren widmet sich Alfonso Fratteggiani Bianchi der Malerei, in der Vergangenheit beschäftigte er sich mit Musik. 1987 gründete er die Quaderni Perugini di Musica Contemporanea, in deren Rahmen er zuerst Konzerte und Seminare und später auch Ausstellungen organisierte. 1989 konzipierte er in einem historischen Gebäude der Università degli Studi di Perugia das Istituto di Musica Contemporanea, das er zehn Jahre lang leitete. 

Alfonso Fratteggiani Bianchis Entwicklung zeigt gedankliche Kohärenz, in der sich, unabhängig von den jeweiligen Formen und Strukturen, sowohl Musik als auch Malerei als Materie in kontinuierlicher Evolution befinden.” 

Angela Madesani, Milano 2004