2. Juli bis 22. August 2009

AUDI Art Award for New Positions/ART COLOGNE

in Zusammenarbeit mit der Galerie Heinz Holtmann, Köln

„Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema der Weite und Entfernung in meinen Arbeiten. Eine Ausdehnung, die vor mir, neben mir, um mich herum stattfindet, die ich rein empathisch erleben kann. Und doch stehe ich als Betrachter außen, die Skulptur ist mein Gegenüber, die einen Raum innerhalb ihrer selbst als ihren eigenen beansprucht, den sie umgebenden Raum in alle Richtungen und wiederum aus allen Richtungen durchmisst, in Bewegung bringt, rhythmisiert. Aber vorher noch geschieht der Prozess des Machens, des Bauens, Gießens, Zusammenfügens unterschiedlicher Materialien; der Versuch, eine Einheit zu schaffen, ohne die Einzelheiten der Entstehung und des Materials zu übergehen, sondern sie im Gegenteil als Bestandteil des Wesens der Skulptur zu behandeln, sie zu betonen immer unter der Fragestellung: Wie bildet sich eine Skulptur?

Überall dort, wo Veränderung stattfindet, Abweichung vom Kurs, der Übergang von einem Zustand in einen anderen, da entsteht etwas, werden Entscheidungen, Beweggründe offen gelegt. Die Behandlung der Oberfläche, die Farbe, die Form, also das physische Erscheinungsbild der Skulptur erzeugt eine Ausstrahlung, einen Klang, der wiederum immaterieller Natur ist. 

‚Vielleicht ist Sehnsucht die geistige Form von Wirklichkeit, die bedeutendste Verwirklichung von Leben.’* Die Frage nach der Wirklichkeit taucht erst recht auf, wenn ich Fotografie an die Seite der Skulptur stelle. Die Abbildungen sind Teil der real bestehenden Welt, sie bilden ein Sammelsurium von Momenten, ein Gedankenrepertoire und knüpfen eine Verbindung vom Bild als Wunsch zum Gegenstand als Realität – der Skulptur.“

Valerie Krause

*aus Hans Pleschinski, Bildnis eines Unsichtbaren