4. März bis 24. April 2010

Gesine Grundmann – Mountomato

"Die Arbeit von Gesine Grundmann lässt sich gemeinhin den Bereichen Bildhauerei und Installation zuordnen. Im Besonderen mit den Verfahren des Gusses, der ausschnitthaften Abnahme und des collagenhaften Zueinanders spürt sie gesellschaftlichen Phänomenen nach. Ihre Hinwendung gilt den tagtäglichen Strukturen, denen sie sich in subtilen Abweichungen von der Realität nähert, die sie zitiert und die sie schließlich in ihren ursprünglichen Kontext rückführt. Zugleich evoziert sie Assoziationen und Bildvorstellungen zwischen Kunst- und Kulturgeschichte und zeitgenössischem Design; damit hinterfragt sie erst recht die Dinge, die uns umgeben, ihre Alltagsmaterialität und die Einrichtung in unserer Umwelt.

Ihren neueren Arbeiten liegt ein Stipendienaufenthalt in Tel Aviv zugrunde. Der Alltag im Straßenbild, die Architektur und die landschaftlichen Gegebenheiten bilden den Ausgangspunkt ihrer dortigen Recherche zur kulturellen und politischen Verfasstheit des Landes. Tageslicht, Moden und Rituale, Städtebau, Textur profaner Dinge, Farben, Druckfarben, schon die Fremdheit und Zeichenhaftigkeit der Schrift initiieren die Entnahme von ‚einfachen’ Formen und Nutzgegenständen, die sie in Tel Aviv gefunden hat. Ihre Arbeiten in der artothek vermitteln in ihrer bildlichen Anschaulichkeit die Verschiebung von Bedeutungen, im Zwiespalt zwischen Spezifik und Vertrautheit – im Verhältnis zur eigenen Kultur.“

Thomas Hirsch 2010