5. September bis 26. Oktober 2013

Christian Hellmich

nitty-gritty

Mit der Eröffnung der Ausstellung ‚nitty-gritty’ von Christian Hellmich feiert die artothek ihr 40-jähriges Jubiläum. Initiiert von Horst-Johannes Tümmers, dem Kunsthistoriker und damaligen Direktor der Stadtbücherei, nahm sie am 30. März 1973 ihre Arbeit auf: das Angebot, in einzigartiger Architektur Werke weltbekannter und neu entdeckter zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ausleihen zu können, dabei fachkundig beraten zu werden sowie ein Ausstellungsprogramm Kölner Künstler und internationaler Gäste, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung gefunden hat. Karrieren junger Künstler haben hier ihren Anfang genommen, und auch namhafte Künstler haben die Gelegenheit genutzt, ihre Arbeit in der artothek zu präsentieren. Nach wechselvoller Geschichte ist die artothek als Raum für junge Kunst seit 2008 organisatorisch dem Kulturamt der Stadt Köln angegliedert, das für die Zukunft der Institution steht. Viele haben dazu beigetragen, dass die artothek nun auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Ein guter Grund zu danken – und zu feiern!

Zu den bereits arrivierten Künstlern zählt auch Christian Hellmich. Präzise und vage zugleich entzieht sich seine Malerei jeglicher schnellen Zuordnung. Mit einem bewusst modulhaften Zusammensetzen von Bildern verweist der Künstler auf die Konstruiertheit der Wahrnehmung wie die Möglichkeiten der Malerei. Die Produktion der Arbeiten bleibt sichtbar und erzeugt wiederum Bilder, die zwischen Offenheit und Geschlossenheit vermitteln, so dass die Betrachter ihr je eigenes Bild ausmachen können – sich an Versatzstücke der Realität erinnern, und doch diese nicht konkret benennen können. Genau diese Präzision in der Bestimmung des Vagen zieht sich bisher durch das gesamte Werk des Künstlers. Er lotet aus, wie weit er dieses Konzept in die Richtung von Abstraktion treiben und trotzdem eine Art Gegenständlichkeit aufrecht erhalten kann.

Die referenziellen und malerischen Parameter als ‚Einzugsgebiete’ seiner Arbeit haben sich in den letzten Jahren stark erweitert. Christian Hellmichs Bilder sind, wie er es selbst formuliert hat, ‚ein Schnitt durch ein visuelles Rauschen unserer Zeit’. Das Spektrum seines Ausgangsmaterials ist grenzenlos, so dass sich in ihm Motive aus Alltäglichem wie Discounter-Prospekten, eigenen Fotos, die auf Reisen, aber auch vor der Haustür entstehen, bis zu Verweisen auf kunsthistorische Epochen finden lassen.