Die Basis der Schulsozialarbeit ist die Kommunikation, ohne die keine Beziehungen geknüpft werden können. Ohne Beziehung zur Schülerin oder zum Schüler ist keine Zusammenarbeit, Förderung oder Entwicklung möglich.

Schulsozialarbeit hat sich in den letzten Jahren über den reinen Krisenmanager hinaus hin zum pädagogischen Partner in der Vermittlung von Bildung entfaltet. Dies vor dem Hintergrund eines erweiterten Bildungsbegriffs, der die schulische Bildung um die Erlernung sozialer Fähigkeiten und die kulturelle Bildung bereichert. Um das damit verbundene ganzheitliche Lernen zu verwirklichen, sind in der Schulsozialarbeit Projektangebote wichtig, die bewertungsfrei die Kommunikation und soziale Interaktion fördern. Hier richtet sich der Blick auf die Potentiale und Fähigkeiten der Schüler und Schülerinnen, die über die klassischen Unterrichtsfächer nicht angestoßen werden und zielt im sozialpädagogischen Sinn auf Prävention.

Die Angebote der sozialpädagogischen Fachkräfte berücksichtigen die Erfahrung und Erkenntnis, dass für Schülerinnen und Schüler in etlichen Lebenszusammenhängen nicht Sprache das geeignete Medium ist, sich Ausdruck zu verschaffen oder mit anderen zu kommunizieren. Daher bietet sich an, die Kunst als Medium zu nutzen und das, wie in der artothek erlebbar, über das reine Erlernen von Techniken und das eigene Kunstschaffen hinaus.

In ersten Workshops, die als Multiplikatoren-Schulung gedacht waren, in denen die Kolleginnen und Kollegen für sich oder ihr Gegenüber ein Bild auswählten, passierte nicht allein eine Schärfung des Blicks auf das Werk, sondern auch eine sensiblere Wahrnehmung des Menschen, mit dem ich in einem zunächst als oberflächlich erscheinenden Tauschhandel (über die Bilder) verbunden war.

Kunst eröffnet hier ein Durchbrechen der Oberfläche und ein Eintauchen in tiefschichtige Strukturen menschlichen Seins und Miteinanders, die allein mit dem Verstand und mit der Sprache nicht zu erfassen sind. Insbesondere die Erlaubnis, ergebnisfrei und wertungslos assoziieren und Beziehungen knüpfen zu können, brachte den Kolleginnen und Kollegen wichtige Erkenntnisse für ihre Arbeit in den Schulen mit Kindern und Jugendlichen.

Die Schulsozialarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen, die über Frau Bardenheuer die artothek kennengelernt haben und Optionen der Auseinandersetzung mit Original-Kunstwerken erfahren durften, werden dies in ihre Arbeit einfließen lassen und Angebote für einzelne Schülerinnen und Schüler oder für Gruppen planen.

 

Lilo Gennies

Fachberaterin Schulsozialarbeit/Stadt Köln