3. November bis 19. November 2016

This has been going on for years

Miriam Gossing und Lina Sieckmann

Chargesheimer Stipendium für Medienkunst

Das Chargesheimer-Stipendium der Stadt Köln für Medienkunst geht in diesem Jahr an die beiden Künstlerinnen  Miriam Gossing und Lina Sieckmann.

Das zentrale Werk der Ausstellung ist der Film „Ocean Hill Drive“, der als gemeinsame Diplomarbeit von Miriam Gossing und Lina Sieckmann an der Kunsthochschule für Medien in diesem Sommer ausgezeichnet wurde und den Preis „Best Film – NRW-Competition“ beim Kurzfilmfestival in Oberhausen erhielt.

Auf Grundlage ausführlicher Interviews mit Bewohnern einer Vorstadtsiedlung im Osten der USA entwickelten die Künstlerinnen ein Filmscript, in dem es um die unbestimmten Ängste und Projektionen von Menschen geht, in deren heimisches Umfeld ein ständiger und nervöser Puls von Licht und Schatten eindringt. Der sogenannte Flickereffekt, ein aus strukturellen Experimentalfilmen bekanntes Motiv, taucht hier in dokumentarischen Aufnahmen der US-amerikanischen Suburbia auf. Tableauartige Ansichten von menschenleeren Räumen zeigen die Künstlerinnen mit der Stimme einer fiktiven Erzählerin und schaffen eine an die schleichende Beklemmung von Horrorfilmen erinnernde Stimmung. Dokumentarische Momente werden zu einem fiktiven Ganzen, in dem die Grenzen zwischen Realität, Erinnerung und Fiktion verschwimmen.

Miriam Gossing (1988 geboren in Siegburg) und Lina Sieckmann (1988 geboren in Engelskirchen) kennen sich seit ihrer Kindheit und arbeiten seit Mitte des Studiums an der Kunsthochschule für Medien (2009 – 2015) zusammen. 16mm Film und Video, Fotografie bis hin zu Büchern sind die Medien, in denen sie sich bewegen. Ihre Arbeitsergebnisse sind geprägt durch intellektuelle Sensitivität und sensible Realisierung ihrer Projekte, Eigenschaften, die sie über die Jahre der Zusammenarbeit miteinander entwickelt haben. Intensive Recherchen und Begegnungen mit Gruppen und Individuen kennzeichnen ihre Arbeiten ebenso wie die eindeutige und klare Annäherung an urbane und private Architekturen und künstlich geschaffenen Welten, die Sehnsucht, Angst, Beklemmung und Entfremdung entstehen lassen. In ihrer Vielschichtigkeit und formalen Konsequenz bleibt ihre Arbeit stets undidaktisch und auf subtile Weise politisch.