6. Juli bis 26. August 2017

Carolin Eidner

A Creature of Doubt and Delay

Carolin Eidner zeigt unter dem Titel „A Creature of Doubt and Delay“ in der artothek eine Kompilation von digitalen Zeichnungen, Objekten und raumformenden Eingriffen.

Die Künstlerin bewegt sich mit Ihren Werken generell in einer Vielzahl von Medien. Das reicht von Gipsbildern, die den Grenzbereich zwischen Gemälde und Objekt ausloten - wie sie gerade parallel in der Langen Foundation zu sehen sind - über architektonisch geprägte Skulpturen und Installationen bis zu digitalen Arbeiten, die als Video oder großformatige Prints Carolin Eidners Interesse an existentiellen Phänomenen und ontologischen Fragen sichtbar machen.

Carolin Eidner nimmt sich in ihren Arbeiten die Freiheit, alles neu zu denken, das Kanonische in Frage zu stellen, nichts als gegeben zu nehmen. Aus diesem idealen Nullpunkt heraus entwickelt sie ihre Werke und stellt den Bezug zu philosophischen Fragen her, die von der Postmoderne ausgehend Perspektiven in die Zukunft eröffnen.

In der artothek empfangen den Besucher vier große digitale Druckbahnen, auf denen sowohl gegenständliche sowie abstrakte Motive arrangiert sind. Sie bilden Referenzen zu verschiedenen phänomenhaften Erscheinungsformen. Die scheinbar simplen malerischen Strategien brechen mit Erwartungen an künstlerisches Schaffen, an Konventionen und Strukturen, die Kunst und Leben bestimmen.

Im Kontrast dazu stehen kleinformatige Gipsarbeiten, die mit der Illusion von geometrischen Räumen spielen und auf der Wand zu schweben scheinen. Sie sind Träger für poetische Textstücke, die in ihrer Zusammenstellung die flüchtige und konventionelle Erscheinung von Sprache verdeutlichen.

Das Gesamtensemble wird durch einen auf der Empore installierten Spiegel erweitert, der die Fensterreihe der artothek optisch aufnimmt und somit einen direkten Bezug zur Architektur des Raumes bietet. Die installierten Arbeiten wirken so wie Splitter, die das reflektierende Licht in den Raum hineinwirft.