August Sander
* 1876-1964, Deutschland / Germany

Sander wurde als Sohn einer Bergarbeiterfamilie geboren und arbeitete unter Tage als er fast noch ein Kind war. Er wurde ein sehr erfolgreicher Porträtfotograf, und Anfang der 20er Jahre befreundete er sich mit einer Künstlergruppe, die als die Kölner Progressiven bekannt waren. Ihre Diskussionen über die Beziehung zwischen Kunst und Gesellschaft inspirierte Sander zu seinen monumentalen „Menschen des 20. Jahrhunderts“, einer Porträtreihe, deren Ziel es war, das zeitgenössische Deutschland eingehend zu dokumentieren. Das Projekt wuchs auf ca. 600 Fotografien an, eingeteilt in sieben Gruppen: „Der Bauer“, „Der Handwerker“, „Die Frau“, „Die Stände“, „Der Künstler“, „Die Großstadt“ und „Die letzten Menschen“. Sanders distanzierter, observierender Stil und die Tatsache, dass in seinen Bildern nicht nur Erfolgsgeschichten, sondern auch die Außenseiter der Gesellschaft gezeigt werden, spiegeln sein ausdrückliches Ziel „die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht so, wie sie sein sollten oder könnten“ wieder. Eine Auswahl seiner Bilder, die 1929 unter dem Titel „Antlitz unserer Zeit“ erschien, wurde später von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und zerstört, und Sander gab gezwungenermaßen die Porträtfotografie zugunsten der Landschaftsfotografie auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte er sich mit wiedererwachtem Elan den „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zu.

August Sander, Die Stürmerin oder Revolutionärin, The Fighter or Revolutionary 1912, Silver Gelatin Print, 280 x 219 mm, credit: © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archive, Cologne, VG BILD-KUNST, Bonn


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