Audrey Hepburn (1929-1993)

von Ben Ross, 1952
© Ben Ross 1952

Viele Fotografen sahen Hepburn in Revues tanzen und kämpften um die Auszeichnung, sie entdeckt zu haben. Im Lauf der Jahre saß sie für die großen Namen der Modefotografie Modell: Avedon, Penn, Klein, Parkinson, Clarke, Stern und Beaton. Auf ihren frühen Fotos präsentiert sie sich der Kamera als ungewöhnliche physische Erscheinung in scharfem Kontrast zu den Stars der Epoche, die entweder vollbusig und blond waren wie Marilyn Monroe oder vollbusig und brünett wie Elizabeth Taylor. Aber ihr Lächeln verriet einen Anflug von Verletzlichkeit, was angesichts ihrer im besetzten Holland des Zweiten Weltkriegs verbrachten Jugend kaum überraschend ist. Nicht ohne physische und seelische Narben hatte sie den „Hungerwinter” von 1944 überlebt, als die deutschen Besatzer die niederländische Bevölkerung fast hätte verhungern lassen. Am Tag der Befreiung wog sie bei einer Größe von eins siebenundsechzig knapp achtunddreißig Kilo. Ihre von vielen bewunderte schlanke Figur, die Generationen von Modedesignern inspirierte, könnte mit diesen Erfahrungen zusammenhängen.

picasso


Eine Ausstellung der National Portrait Gallery London  

Die Launen des Starkults und der Modemagazine konnten über ihre wahre Natur nicht hinwegtäuschen. Sie war nicht ohne Fehler, aber in der Öffentlichkeit bewegte sie sich mit Würde und Eleganz. Fast drei Jahrzehnte lang dominierte Audrey Hepburn die Seiten der Modemagazine, sowohl als mit demOscar ausgezeichnete Schauspielerin von unleugbarem Charme wie auch als glitzernde Mode-Ikone. 1954 war sie für die Vogue „der Liebling der Welt”. 1964 staunte das Magazin am Vorabend der Premiere von My Fair Lady, die Schauspielerin habe einen neuen Schönheitsmaßstab gesetzt: „den ‘Hepburn-Look’”. Und 1974 bemerkte die Vogue: „Audrey Hepburn hat ihr ganzes Leben so ausgesehen, als sei jeder Moment und jede neue Mode nur für sie geschaffen worden ...”