Pablo Picasso

von Irvin Penn, 1957
Museum Ludwig/ Sammlung Gruber

‚Die Welt ist ihm neu an jedem Tag: Vergessen ist alles Gestern‘, äußerte
Daniel-Henry Kahnweiler 1957 über Pablo Picasso und meinte damit die Ausstrahlung der Persönlichkeit, die stets ganz gegenwärtig war.
Kaum ein Künstler ist so häufig fotografiert worden wie Pablo Picasso und alle Portraits scheinen zu bestätigen: Picasso hat immer die Situationen vollständig beherrscht und den Fotografen seine Portraitidee diktiert.
In Malaga wurde Pablo Picasso 1881 geboren .Vom Vater, der Maler und Kunstlehrer war, streng erzogen erhielt der Sohn Pablo schon 1900 eine erste Einzelausstellung in Barcelona, begab sich 1904 nach Paris und beendete bis 1906 zunächst die ‚Blaue‘ – und dann die ‚Rosa Periode‘. Ab 1908 entwickelte er seine kubistischen Werke, ab 1914 begann Picasso mit den ersten klassizistischen Zeichnungen. In Deutschland bekam er 1909 eine erste Ausstellung, 1939 wurde er international mit einer großen Präsentation seiner Werke in New York geehrt und 1966 wurde die größte französische Ausstellung in Paris gezeigt, bevor Picasso 1971 als erster Maler zu Lebzeiten sogar im Louvre ausgestellt wurde.

picasso


Eine Ausstellung der National Portrait Gallery London  

Die Ereignisse des spanischen Bürgerkriegs veranlaßten ihn 1937 zur Arbeit ‚Traum und Lüge Francos' und 1937 zu seinem wohl berühmtesten Bild ‚Guernica‘, der künstlerischen Reaktion auf die brutale Zerstörung der Baskenstadt Guernica durch deutsches Luftkrieg- Bombardement.
Den Namen ‚Picasso’ kennt jeder, ‚kein Picasso zu sein‘ hat sich als volkstümliche Redewendung im abfälligen Urteil über Kunst und Künstler durchgesetzt. Picasso selbst wurde von den berühmtesten Fotografen fotografiert und Brassai gehörte neben anderen Fotografen zum engsten Freundeskreis. Man Ray fotografierte Picasso als Denker, aber auch mondän in kurzen Hosen, Robert Doisneau inszenierte Portraits von Picasso mit Francoise Gilot, Bill Brandt portraitierte den Künstler als Dämon, während Cecil Beaton sein eigenes Portrait im Spiegel hinter Picasso auftauchen ließ. Berühmt wurde die Aufnahme von Irving Penn, die Picasso mit Hut und durchdringendem Blick zeigt aber auch die Fotografien von Lucien Clergue, der den Künstler in vielen Situationen des Alltags, im Atelier oder mit Freunden fotografierte. Auch wenn manche Bilder wie Schnappschüsse aussehen, Pablo Picasso hat stets die Regie geführt.