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Ausstellung und Werk
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Vom 14. Dezember 2007 bis 30. März 2008 präsentiert das Museum Ludwig eine der weltweit größten und bedeutendsten Mondrian- Sammlungen. Sie ist im Gemeentemuseum in Den Haag beheimatet und zeichnet den Weg des Künstlers von seinen impressionistischen und kubistischen Anfängen über die Gründung von De Stijl bis zum Neoplastizismus nach.

Anhand von ca. 80 Gemälden und Zeichnungen stellt die Ausstellung Piet Mondrians Werkentwicklung dar, von der ausführlichen Beschreibung der Periode vor seinem Durchbruch zur geometrischen Abstraktion bis zur anschließenden Vervollkommnung seiner neoplastizistischen Bildsprache.

LINKS: Molen (Mühle); Die rote Mühle, 1911
MITTE: Oostzijdse Mühle mit weitem blauem, gelbem und violettem Himmel, 1907-08
RECHTS: Avond (Abend); Der rote Baum, 1908-10

Die neoplastizistischen Bilder von Piet Mondrian zählen zu den unverwechselbaren Ikonen der Klassischen Moderne. Auch ohne spezifische Kenntnis von der Person des Malers und seines Werkes ist die Erscheinung ihrer schwarz-weißen rechtwinkligen Konstruktionen und den darin eingefügten Grundfarben Rot, Gelb und Blau auch über den Bereich der Kunst hinaus ein Teil unseres kollektiven ästhetischen Bewusstseins geworden, nicht zuletzt weil sie auch in der Werbung immer wieder aufgegriffen wurden. Diese abstrakte Bildsprache ist jedoch das Ergebnis einer vom breiten Publikum weit weniger wahrgenommenen vielschichtigen Entwicklung, die sich unter dem Einfluss der heterogenen künstlerischen Ansätze nach der Wende zum 20. Jahrhundert vollzogen hat.

LINKS: Molen (Mühle); Windmühle im Sonnenlicht, 1908
MITTE: Tableau No. 4; Compositie 3, 1913
RECHTS: Komposition mit Gitterwerk 8: Schachbrett mit dunklen Farben, 1919

Mondrians malerische Anfänge zeigen eine Verwurzelung in den bis in das ausgehende 19. Jahrhundert hineinwirkenden Traditionen der niederländischen Malerei. Dies wird nicht zuletzt durch die Dominanz landschaftlicher Darstellungen belegt, deren Mühlen, Felder und Flüsse der junge Maler in der impressionistischen Manier der Haager Schule interpretierte. Doch bereits hier sind Spuren nachweisbar, die Nachahmung des natürlichen Vorbildes aufzugeben, zugunsten einer deutlichen Tendenz zur analytischen Aufbereitung des Sujets und eines durchdachten Aufbaus.

LINKS: Rautenkomposition mit vier gelben Linien, 1933
MITTE: Komposition mit Linien und Farbe: III, 1937
RECHTS: Komposition mit Rot, Blau, Schwarz, Gelb und Grau, 1921

Mondrians Suche nach den Grundlagen eines innovativen malerischen und bildlichen Ausdrucks bediente sich in der Folge des Zugriffs auf die aktuellen Strömungen der Gegenwartskunst. Seine geistige Offenheit gegenüber symbolistischen, neo-impressionistischen und expressionistischen Ansätzen widersetzte sich dabei der weitgehenden öffentlichen Ignoranz, die diesen aus Frankreich ankommenden Innovationen in Holland entgegenschlug. Vielmehr führte Mondrians experimentelle Neugier zu einer weiteren Klärung der Form und Reduzierung seiner Palette, die sich in einem verstärkten Interesse an der Beschäftigung mit den Grundfarben Rot, Gelb und Blau äußerte.

Doch obgleich ihn die leuchtende Farbigkeit des Fauvismus, die sich vor allem in den kräftigen Texturen seiner Landschaften und Architekturmotive niederschlug, nachhaltig beeinflusste, war es die Begegnung mit dem Analytischen Kubismus von Braque und Picasso, die seinen Weg in die Abstraktion lenkte. Während seines Aufenthalts in Paris 1912 entwickelte Mondrian seinen eigenen kubistischen Stil, auf der Basis der gewohnten Motive des Baums oder von Gebäudefassaden. Bezeichnendes Merkmal dieser Kompositionen ist die schwarze Konturierung der Formen, gepaart mit einer sehr lichten Farbigkeit.

1914 beschreibt Mondrian sein Ziel, über die formalen Zusammenhänge hinaus die grundlegenden Prinzipien und das innere Wesen der Malerei zu verstehen, wie folgt:
„Die Leute halten meine Werke grundsätzlich für ziemlich unbestimmt. Ich entwerfe Felder aus Linien und Farben auf einer Oberfläche, um eine universale Schönheit plastisch zum Ausdruck zu bringen. ... Die Natur (oder das Sichtbare) regen mich an ..., aber ich will mich der Wahrheit so weit wie möglich nähern; dafür abstrahiere ich soweit bis ich zum Wesen der Dinge vordringe (obwohl immer noch ihrem äußeren Wesen) ... Ich bin sicher, indem man vermeidet, alles eindeutig auszudrücken, gelangt man zum Ausdruck des Endgültigen schlechthin: der (allumfassenden) Wahrheit.“

Die Darstellung dieses in der Moderne außerordentlichen künstlerischen Prozesses, den Mondrian auf dem Weg zur Abstraktion durchlief, ist Gegenstand der Ausstellung im Museum Ludwig. Die unvergleichliche Sammlung des Gemeentemuseum in Den Haag dokumentiert diese Entwicklung von ihren Anfängen bis zum Spätwerk.

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