Der holländische Maler wurde am 1872 in Amersfoort geboren. Von 1886 bis 1892 ließ er sich zum Zeichenlehrer ausbilden und ging dann an die Amsterdamer Akademie. Nach impressionistischen und frühexpressionistischen Anfängen, die noch dem Symbolismus verhaftet waren, machte Mondrian 1910 Bekanntschaft mit kubistischer Malerei. Er ging nach Paris und entwickelte bis 1914 einen konsequenten Kubismus, der schließlich ganz abstrakt wurde.
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Piet Mondrian Hampstead London
ca. 1930-1940
Unbekannter Fotograf |
Die folgenreiche Begegnung mit Theo van Doesburg führt 1917 zur Gründung der Zeitschrift "De Stijl", in deren ersten zwölf Ausgaben Mondrians programmatische Schrift “De Nieuwe Beelding in de Schilderkunst” (“Die neue Gestaltung in der Malerei”) veröffentlicht wird. Darin legt er seine künstlerische Theorie zur Malerei unter dem Begriff ‚Neoplastizismus‘ dar. Ab 1920 erfolgt die Fokussierung seiner Malerei auf abstrakte Konstruktionen aus Horizontalen und Vertikalen, deren Flächengliederung durch den gleichgewichtigen Einsatz der Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie der Nichtfarben Schwarz, Weiß und Grau in eine anschauliche Balance versetzt wird. 1940 emigrierte Mondrian in die USA. Er starb 1944 in New York.
1872
Am 7. März wird Piet Mondrian in Amersfoort geboren. Sein Vater ist Volksschullehrer. Über seine Mutter ist wenig bekannt.
1886
Mit dem ersten Zeichen- und Malunterricht reift der Entschluss des
14-jährigen Maler zu werden.
1889
Er besteht die Eignungsprüfung als Zeichenlehrer für Volksschulen.
1892
Zulassung zur Jahresausstellung der Künstlervereinigung Kunstliefde in Utrecht und Absolvierung der Prüfung als Zeichenlehrer an Höheren Schulen.
1892–94
Studium an der Rijksacademie und Umzug nach Amsterdam.
1897
Tritt den Künstlervereinigungen St. Lucas und Arti et Amicitiae bei,
wo er im gleichen Jahr seine erste Ausstellung hat.
1900–1905
Mondrian verlegt sein künstlerisches Arbeitsfeld verstärkt in die Umgebung von Amsterdam am Fluss Het Gein. Er entwickelt dort seine Landschaftsmalerei im Stil der Haager Schule und lernt mit Simon Maris einen ihrer wichtigen Vertreter kennen.
1908
Bezieht sein erstes geräumiges Atelier am Sarphatipark.
Mondrians Bildsprache setzt sich zunehmend vom Vorbild ab, zugunsten einer Freisetzung von Linie und Farbe.
1909
Erste Teilnahme an einer großen Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam. Am 8. Januar, zwei Tage nach der Eröffnung, stirbt seine Mutter. Mondrian geht nicht zur Beerdigung.
Beitritt zur Theosophischen Gesellschaft. Er malt den Fußboden und die Täfelung seines Ateliers schwarz und die Wände und Möbel weiß.
1911
Reise nach Paris. Die Begegnung mit dem Kubismus bringt den entscheidenden Durchbruch zur Abstraktion. Erste Ausstellung der neu gegründeten Künstlervereinigung Moderne Kunstkring, an der
er mit sechs Gemälden beteiligt ist.
Zeigt zwei Werke im Salon des Indépendants und bereitet seinen Umzug nach Paris vor.
1912
Bezieht in Paris sein eigenes Atelier, von dem er bald in das Atelierhaus in der Rue du Départ umzieht.
1914
Der Ausbruch des 1. Weltkriegs verhindert die Rückkehr nach Paris und zwingt Mondrian in den Niederlanden zu bleiben.
1915
Zieht in die Künstlerkolonie Laren, wo er Salomon B. Slijper kennen-lernt, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird.
Erste Begegnung mit Theo van Doesburg, der sich lobend über sein Werk äußert. Beginn einer intensiven Korrespondenz.
1916
Der Kritiker H. P. Bremmer zahlt Mondrian im Tausch gegen Bilder
ein Jahresgehalt. Beginn der publizistischen Arbeit Mondrians.
Die Begegnung mit Bart van der Leck weist ihm den letzten Schritt
in die reine Abstraktion.
1917
Gemeinsam mit Theo van Doesburg gründet er die Zeitschrift De Stijl, in deren erster Ausgabe sich die Einleitung zu seiner Schrift „De Nieuwe Beelding in de Schilderkunst“ befindet.
Malt Komposition mit farbiger Fläche I als erstes Bild einer neuen Reihe, mit der er erklärt, „das große Suchen ist zu Ende“.
1919
Verkauft die meisten seiner frühen Bilder an Slijper und kehrt im Sommer nach Paris zurück.
1920
Verfasst die französische Fassung seiner programmatischen Schrift „Le Néoplasticisme; Principe Général de l’Equivalence Plastique“.
1921
Der Galerist Léonce Rosenberg gibt „Le Néoplasticisme“ heraus.
Im Februar stirbt Mondrians Vater.
Auseinandersetzung mit den Grundfarben Rot, Gelb, Blau.
1922
Aus Anlass seines 50. Geburtstages organisiert das Stedelijk Museum in Amsterdam eine Übersichtsausstellung.
1923
Macht die Bekanntschaft von Michel Seuphor.
1925
Bruch mit Theo van Doesburg aufgrund von Mondrians Weigerung, einen Protest gegen die Nichtberücksichtigung von De Stijl für den Niederländischen Pavillon auf der Exposition des Arts Décoratifs zu unterschreiben.
Deutschsprachige Veröffentlichung seiner wichtigen Schriften ab
1920 als Band 5 in der Reihe der Bauhausbücher.
1926–27
Entwürfe für eine Bibliothek in Dresden im Auftrag von Ida Bienert;
Seuphor macht ihn mit André Kertesz bekannt, der die berühmten Fotos des Ateliers in der Rue du Départ macht.
1928
Nach dem Provinzialmuseum in Hannover kauft das Essener Museum Folkwang als zweite öffentliche Sammlung Werke von Mondrian.
Er wendet sich von den seit 1922 entwickelten Gestaltmerkmalen ab, zugunsten noch strengerer Beziehungen von Linien und Flächen.
1929
Versöhnung mit van Doesburg, „nicht zuletzt weil er mir in der Malerei doch am nächsten steht“.
1930
Lernt Walter Gropius, Hans Arp und Alexander Calder kennen; verkauft Werke in die USA und die Schweiz.
1931
Beteiligung an Ausstellungen in New York und Hartford/Connecticut und stellt in Paris mit der Gruppe Abstraction Création aus.
Der Nederlandsch Kunstverbond plant den Ankauf eines Gemäldes für das neue Rathaus in Hilversum.
Am 7. März stirbt Theo van Doesburg. Mondrian schreibt eine Hommage für die letzte Ausgabe von De Stijl.
1931–34
Experimentiert mit den Möglichkeiten, Farbe und Linie zur Überein-stimmung zu bringen; Steigerung der Bildstruktur zu größerer Klarheit.
Seine Kontakte in die USA intensivieren sich; er empfängt den jungen Künstler Harry Holtzman.
1935
Schwere Erkrankung, die beinahe zu seinem Tod führt.
Erhält Besuch von Alfred Barr, der die Ausstellung „Cubism and Abstract Art“ im Museum of Modern Art in New York vorbereitet.
Das Wadsworth Atheneum in Hartford kauft als erstes amerikanisches Museum ein Werk.
1937
In der Ausstellung „Entartete Kunst“ wurden Werke von Piet Mondrian gezeigt – als einziger Künstler, der nicht aus Deutschland kam. Später wurden die Werke wieder entfernt.
1938–40
Emigration nach London, wo ihm Ben Nicholson behilflich ist.
Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs drängt ihn Holtzman nach New York
zu kommen. Die Besetzung der Niederlande und der deutsche Einmarsch in Paris veranlassen ihn schließlich, das Angebot anzunehmen. Nach zweiwöchiger Schiffspassage trifft Mondrian
am 3. Oktober 1940 in New York ein.
1941
Beginnt mit farbigem Klebeband zu arbeiten, das ihm erlaubt, seine Ideen spontaner im größeren Format umzusetzen.
1942
Eine Ausstellung bei Valentine Dudensing zeigt elf Gemälde von 1934 bis 1940, die in New York vollendet wurden. Als begleitende Broschüre erscheint sein autobiografischer Text „Toward the True Vision of Reality“.
1944
Am 1 . Februar stirbt Piet Mondrian an den Folgen einer Lungenentzündung.
Sein letztes Gemälde Victory Boogie Woogie hinterlässt er unvollendet im Atelier.