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Einrichtung einer Staatspolizeistelle in Köln



Am 26. April 1933 wird auf ministerielle Anweisung "im Rahmen der Neuorganisation der politischen Polizei" auch in Köln eine Staatspolizeistelle eingerichtet. In einem Schreiben an den Landrat des Oberbergischen Kreises skizziert der Leiter der Kölner Staatspolizei Möller am 29. Juli 1933 die Aufgaben der neuen Behörde: Ihr falle der Auftrag zu, "alle staatsgefährlichen politischen Bestrebungen innerhalb des Regierungsbezirks Köln zu erforschen und auszuwerten". "Es handelt sich vor allem um Beobachtungen und Feststellungen politischer Art, die nicht rein örtlicher Natur sind." Allerdings müsse die Gestapo auch über örtliche Vorgänge unterrichtet werden, "damit die staatsfeindlichen Bestrebungen von zentraler Stelle aus für den gesamten Regierungsbezirk beurteilt und aus diesem Gesamturteil die notwendigen Schritte gezogen werden" könnten.

Desweiteren weist der Gestapo-Leiter auf einen "Mißstand" hin, nämlich "die vielfach beobachtete mangelhafte Zusammenarbeit der Ortspolizeibehörden mit den Dienststellen der nationalen Verbände im allgemeinen". Vielfach würden von Angehörigen von SA, SS, HJ oder anderen NS-Organisationen "wertvolle Feststellungen getroffen, die trotz ihrer politischen Bedeutung nicht zur Kenntnis der Staatspolizeistelle gebracht" würden.

Wichtig, so heißt es in dem Schreiben an den Landrat mahnend, sei es insbesondere, dass "auf dem Gebiet der politischen Polizei rasch gearbeitet" würde, wobei frühzeitige "sorgfältige unauffällige Beobachtungen" ein "schlagartiges Zupacken und damit auch einen polizeilichen Erfolg erleichtern" würden. Hierbei soll keinesfalls zimperlich vorgegangen werden; "formale Bedenken und verzögernde Erwägungen" sind gemäß der Aufforderung Möllers "zurückzustellen".



 
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