Europa brennt

Erste Krisenzeichen zeigen sich in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts
n. Chr.: Franken und Alamannen überrennen die römische Rheingrenze. Die Westgoten besetzen römisches Grenzland nördlich der Donau. Trotz dieser Bedrohungen gelingt es dem Römischen Reich noch einmal, seine Grenzen ein Jahrhundert lang zu sichern.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts ist die Völkerwanderung nicht mehr aufzuhalten: Die Hunnen aus den eurasischen Steppen drängen germanische Volksgruppen in das Römische Reich. Europa ist in Aufruhr, neue Gebietsherrschaften entstehen in den alten römischen Provinzen. Der Mönch Salvian beklagt den Untergang der römischen Welt:
„Schauspielvorführungen gibt es jetzt keine mehr, auch da nicht, wo sie vorher üblich waren. Man spielt nicht in der Stadt Mainz – sie ist verwüstet und zerstört;  man spielt nicht in Köln – es ist voll von Feinden; man spielt nicht in der wunderschönen Stadt Trier – sie liegt viermal zerstört am Boden; man spielt schließlich nicht mehr in den meisten Städten Galliens und Spaniens…“.

Die Franken gründen ihr Reich in Nordgallien. Die Westgoten herrschen im südlichen Gallien. Die Burgunder sitzen im Rhônetal und in der Westschweiz. Die Wandalen erobern Nordafrika und nehmen Karthago als Hauptstadt. Der König der Ostgoten, Theoderich, residiert in Ravenna und ist Herr von Italien. Langobarden und Gepiden ziehen nach Österreich und Ungarn. Gruppen der Goten siedeln in den nördlichen Küstenräumen des Schwarzen Meeres (Krimgoten). Nur das oströmische (byzantinische) Reich widersteht den Stürmen.

Auf diesen neuen Reichen gründet das Europa des Mittelalters.

Der Brand Europas im Zweiten Weltkrieg hat auch die Sammlung Diergardt getroffen. In der Peter und Paul-Nacht, vom 28. zum 29.  Juni 1943, geht das Wallraf-Richartz-Museum im Bombenhagel unter. Große Teile der Sammlung Diergardt verbrennen im Museumskeller.