"Zeichnen heißt
weglasen!"
Kurz und bündig benennt Max Liebermann eines der charakteristischen Merkmale
der Zeichenkunst: die Fähigkeit zur Konzentration auf das Wesentliche. Mit
der Ausstellung ZeichnungSehen thematisiert die Graphische Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums
- Fondation Corboud genau dieses Phänomen: die konzentrierte Wahrnehmung
der Welt mittels des Mediums der Zeichnung. Denn: zeichnen bedeutet immer auch
sehen. Beide Phänomene sind eng mit unserer Wahrnehmung, unserem Denken und
unserem Bewußtsein verbunden. So steht das Zeichnen als eine grundlegende
Ausdrucksform menschlicher Kreativität am Anfang aller Gestaltung.
Von Leonardo bis Rodin
In einer breit angelegten Schau wird die Zeichenkunst aus fünf Jahrhunderten
in ihrer ganzen Vielfalt dargestellt. Von Leonardo da Vinci bis Auguste Rodin spannt sich
der Bogen der Werkbeispiele. Formen und Funktionen des Zeichnens werden dabei
ebenso vorgestellt, wie die unterschiedlichsten Techniken und Materialien.
Ein Titel - Zwei Ausstellungen!
Die enorme Themenvielfalt und die Empfindlichkeit der Werke auf Papier veranlaßten
den Leiter der Graphischen Sammlung und verantwortlichen Kurator der Ausstellung,
Dr. Uwe Westfehling, eine zweiteilige Ausstellungs-Einheit zu konzipieren. So
werden vom 12. Januar bis zum 10. März 2002 folgende Themen präsentiert:
-
Vielfalt des Mediums (Menzel, Egell, Maratta, Stimmer)
- Von der Skizze zum Entwurf (Leonardo)
- Korrekturen und Alternativen (Ingres)
- Zeichnen im Schaffensprozess (Sodoma)
- Atelierbetrieb (Dürer)
- Was ist ein Abklatsch? (L. Lesueur)
- Schrift in der Zeichnung (Reinhold)
- Thema: Der Mensch (Munch, Rodin, Liebermann)
Nach dem Wechsel der Exponate werden dann in einem zweiten Ausstellungsblock vom
14. März bis zum 28. April 2002 folgende Aspekte vorgestellt:
- Konstruktives Zeichnen
- Perspektive
- Pläne und Bauzeichnung
- Zeichnung und Druckgraphik
- "Gedruckte Zeichnungen"
- Licht und Schatten
- Thema: Landschaft


