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Bild der 16. Woche - 14. bis 21. April 1997

Jean Tinguely, Balouba No. 3 

Jean Tinguely (Fribourg 1925 - 1991 Bern), Balouba No. 3 (Baluba Nr. 3), 1959, Holz, Metall, Glühbirne, Elektromotor, 136 cm hoch; Museum Ludwig, ML 1141, 1976 erworben, © VG Bild-Kunst, Bonn 199

Bewegung erscheint Jean Tinguely als das Leben selbst: "Sobald das Leben fixiert ist, ist es nicht länger wahr", meint er. Mit seinen zusammengebastelten Maschinen-Plastiken wurde Tinguely zu einem der führenden Vertreter der "Neuen Realisten". "Baluba Nr. 3" ist ein buntes, zierliches Maschinenwesen aus Schrotteilen und ausgedienten Fundobjekten, das beim Anschalten der Elektromotoren klirrt, zuckt und schüttelt. Durch die Benennung - ein Bantu-Stamm in Zentralafrika heißt Baluba - ruft Tinguely Erinnerungen an rituelle Maskentänze wach. Zugleich ist dieser heiteren Plastik - die wie alle Apparate von Tinguely jedes Sinns und Zwecks entbehrt - ein gewisser Spott und Hohn auf eine Leistungsgesellschaft, die sich Konsum, Perfektionszwang und Fortschritt verschreibt, nicht abzusprechen. Sie läßt auch an die Worte Brancusis denken: "Wenn du einmal nicht mehr ein Kind bist, bist du bereits Tod.

A. Fischer

Index

Kalender: 1997

Institut: Museum Ludwig

Künstler: Jean Tinguely

Gattung: Skulptur

Motivik: abstrakte Skulptur

Epoche: 20. Jh.

Autor: A. Fischer

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