
NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
T +49 221 221 26332
F +49 221 221 26331
nsdok@stadt-koeln.de
Direktor: Dr. Werner Jung
NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)
Das NS-Dokumentationszentrum, 1987 gegründet, hat seinen Sitz im EL-DEHaus, wo sich von Dezember 1935 bis März 1945 die Zentrale der Kölner Gestapo befand. Das erhalten gebliebene Gestapogefängnis mit zahlreichen Wandinschriften der Gefangenen ist seit 1981 eine Gedenkstätte. Die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus" behandelt das gesamte politische, gesellschaftliche und soziale Leben Kölns in der NS-Zeit. Das NS-Dokumentationszentrum widmet sich dem Gedenken, Erforschen und Vermitteln der Geschichte Kölns im Nationalsozialismus.
Gold und Asche. Die Geschichte der Häuser Appellhofplatz 21 und 23-25
1. Februar – 20. Mai 2013
Die Geschichte der beiden Häuser Appellhofplatz 21 und 23-25, in denen das NS-Dokumentationszentrum seine Dauer- und Sonderausstellung präsentiert und sich die Gedenkstätte Gestapogefängnis befindet, birgt einen eigentümlichen Gegensatz: Gold und Asche spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Haus Appellhofplatz 21, erbaut 1857, wurde über Jahrzehnte hinweg Gold verarbeitet und dort führte der Eigentümer beider Häuser, Leopold Dahmen, seinen Goldwarengroßhandel, bis das Haus schließlich im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Auf dem Grundstück Appellhofplatz 23-25, auf dem lange Zeit ein herrschaftliches Wohnhaus stand, wurde 1934/35 ein neues Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Schon im Rohbau mietete die Staatspolizei Köln das Gebäude an und ließ im Kellergeschoss ein Gefängnis einbauen. Die Kölner Stapo hat Tausende Menschen in ihren Räumlichkeiten gefoltert. Hunderte Gefangene wurden seit Herbst 1944 im Innenhof des Gebäudes ermordet. In den letzten Kriegswochen wurden die Akten, die über die Inhaftierten hätten Auskunft geben können, zunächst weggeschafft und dann verbrannt.
Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht
21. Juni – 13. Oktober 2013
Vor über 50 Jahren, im April 1961, eröffnete das Jerusalemer Bezirksgericht das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und Leiter des „Judenreferats IV B 4” im Reichssicherheitshauptamt Adolf Eichmann. Die Verhandlung wurde zu einem großen Medienereignis. Im Licht der Öffentlichkeit stand dabei nicht nur ein Täter des Holocaust. Erstmals erhielten auch die Schilderungen der Opfer weltweite Aufmerksamkeit: In Jerusalem begann die Ära der Zeitzeugen. Das Auftreten Eichmanns vor Gericht wiederum löste Diskussionen um Schuld und Verantwortung Einzelner im nationalsozialistischen System aus. Die Ausstellung widmet sich beiden Aspekten des Verfahrens, dem Bezeugen der Überlebenden und der Strategie des Täters; in ihrem Zentrum steht das Originalfilmmaterial aus dem Gerichtssaal. Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Führungen
Sonntag, 19. Mai 2013, 14.00 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung
Der Kurator Martin Vollberg führt durch die Sonderausstellung „Gold und Asche“, mit dem Schwerpunktthema „Altstadtgesundung“.
Die von 1935 an durchgeführte „Altstadtgesundung“ bedeutete im Kern die Ausgrenzung von missliebigen Bevölkerungsgruppen aus der sogenannten „Volksgemeinschaft“. Verschiedene städtische Ämter wie das Gesundheitsamt und Polizeibehörden „durchkämmten“ das Stadtviertel und zwangen unerwünschte Familien und Einzelpersonen, ihre Wohnungen zu verlassen, um Neubauten für politisch „zuverlässige“ und „rassisch“ einwandfreie Bewohner zu errichten. Die „Altstadtgesundung“ sollte historische, verwinkelte Stadtviertel durch eine übersichtlichere und damit leichter kontrollierbare Stadtstruktur ersetzen.
Das erste Maßnahmengebiet erstreckte sich südlich der Kirche Groß-St. Martin. Weitere Gebiete waren für eine „Gesundung“ vorgesehen. Einzelne Maßnahmen betrafen auch den Block das Viertel zwischen Appellhofplatz und Auf dem Berlich.
Eintritt: 4,50 Euro, erm. 2 Euro
Keine Führungsgebühr
Samstag, 1. Juni, 14 Uhr
Gedenkstätte Gestapogefängnis und Ausstellung "Köln im Nationalsozialismus", für Erwachsene

Kurse und Veranstaltungen
Sonntag, 26. Mai, 15 Uhr
Exkursion: Das Jüdische Köln - Sichtbares und Verborgenes, für Erwachsene
Der Rundgang führt vom einstigen Gestapo-Hauptquartier am Appellhofplatz zur ehemaligen Hauptsynagoge in der Glockengasse. Er folgt den Spuren des Judentums in Köln bis 1933 und der dann einsetzenden systematischen Verfolgung. Anhand von Gebäuden, Personen und Geschichten erkunden wir die Vielfalt des Kölner Judentums in Vergangenheit und Gegenwart.
Aaron Knappstein ist Mitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln und Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums. Sein Schwerpunkt ist die Recherche von sogenannten "Stillen Helden" - nichtjüdische Kölnerinnen und Kölner, die Juden während der NS-Zeit unterstützt und gerettet haben. Kosten: 6 €
Kosten zzgl. Eintritt: 6,00
Anmeldung bis: 20.05.2013
Details und Buchung
Dienstag, 4. Juni, 15-17 Uhr
Fortbildung: Das "Geschichtslabor" im NS-Dokumentationszentrum: Neue Formen der Geschichtsvermittlung und der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus (LF), für Lehrkräfte / Erzieher
Im Geschichtslabor des NS-Dokumentationszentrums erleben Schülerinnen und Schüler eine neue Form der Geschichtsvermittlung. Aber nicht nur die nationalsozialistische Vergangenheit, sondern auch aktuelle Phänomene können hier entdeckend bearbeitet werden: "Was haben ein Päckchen Puddingpulver, die Nummer 25 und eine Augenbinde gemeinsam?" Dies ist eine von zwei Ausgangsfragen, die die Schülerinnen und Schüler in das Thema Rechtsextremismus und Rassismus führen - über die Suche nach Objekten hin zu biographischen Erzählungen. Die Inhalte werden durch die Beschäftigung mit Musikstücken oder Dokumenten vertieft.
Im Mittelpunkt der Fortbildung steht die Vorstellung des Angebotes des NS-Dokumentationszentrums zum Rechtsextremismus. Es richtet sich an alle Lehrerinnen und Lehrer der Sek II, die entsprechende Inhalte im Unterricht aufgreifen möchten.
Sek II
Geschichte, Politik, SoWi, Pädagogik, Religion
Bitte melden Sie sich bis zum 27.05.2013 an (Angabe von Name, Vorname, Schulform, Fächer) unter: erika.jaeger@stadt-koeln.de
Anmeldung bis: 27.05.2013
Details und Buchung
Dienstag, 4. Juni, 20 Uhr
Lesung: „Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg“. Lesung von und Diskussion mit Karl Pfeifer
Karl Pfeifer, ein heute 84-jähriger jüdischer Journalist, überlebte den Holocaust durch eine Flucht nach Palästina. In seinem Buch „Einmal Palästina und zurück. Ein jüdischer Lebensweg“ berichtet Pfeifer über seine Kindheit in Österreich, seine Flucht vor den Nazis als Jugendlicher durch Europa und über das Leben im sich gründenden Israel. 1928 in Baden bei Wien geboren, war er bereits in Kindheitstagen dem Antisemitismus ausgesetzt: „… erinnere ich mich noch daran, wie ich einmal von vier Hitlerjungen gewürgt und an einen Zaun gedrängt wurde: ‚Saujud, sag Heil Hitler‘. Ich weigerte mich.“ Schließlich sah sich die Familie gezwungen, 1938 nach Ungarn zu fliehen. Aber auch in Ungern fühlte sich Pfeifer auf Grund von Beschimpfungen und Ausgrenzung als „Saujud“ nicht heimisch und trat der zionistischen Jugendorganisation Haschomer Hatzair bei. Dieser politische Aktionismus war gar nicht im Sinne seiner Eltern, die sich eher als bürgerliche, jüdische Familie betrachteten und darauf hofften, dass alles irgendwie vorbeigehen würde. „Wenn ich das akzeptiert hätte, wäre mein Leben mit großer Sicherheit in einer Gaskammer in Ausschwitz- Birkenau beendet worden.“ Letztendlich machte auch vor Ungarn das 'Dritte Reich' nicht halt. Mit dem Inkrafttreten antijüdischer Gesetze und nach dem Tod seiner Mutter entschloss sich Karl zu einer weiteren Flucht nach Palästina. Der Abschied von seinem Vater war auch die letzte gemeinsame Begegnung. Ein Großteil seiner Familie überlebte die Verfolgung durch die Nazis nicht. In Palästina lebte Pfeifer mit anderen Kindern, meist Kriegswaisen, in einem Kibbuz zusammen. Nach Kriegsende trat Pfeifer dem Palmach bei, einer Vorläuferorganisation der israelischen Armee. Erst 1951 betrat Karl Pfeifer nach 13 Jahren wieder österreichischen Boden. „Heimkehrer sind nur die, die in der Waffen-SS und in der Wehrmacht waren.“ Juden waren dieses nicht. Dennoch entschied sich Pfeifer, in Österreich zu bleiben. Bis heute arbeitet er als freier Journalist, um über die Verbrechen des NS-Regimes und antidemokratische Entwicklungen aufzuklären. „Dabei geht es nicht darum zu moralisieren. Niemand kann etwas dafür, was seine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern getan haben Das können wir nicht ändern. Aber für das, was jetzt ist, sind wir alle verantwortlich. Und da hat keiner die Ausrede, dass er sich durch sein Handeln in Gefahr bringen könne. Jetzt ist es an uns, die Verhältnisse zu ändern.“
Veranstalter: Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität Köln.
Mit freundlicher Unterstützung von: DGB-Jugend Köln – NS-Dokumentationszentrum Köln / EL-DE-Haus - Stadtrevue Köln - Studiobühne Köln
Am 6. Juni, 19.30 Uhr, referiert Karl Pfeifer zum aktuellen Thema "Völkisches Krisenmanagement in Ungarn". Der Wiener Journalist beobachtet Ungarn seit 30 Jahren. Ebenfalls Studiobühne (Raum Probebühne).
Donnerstag, 6. Juni 2013, 19.00 Uhr
Film: „Scheng gibt nicht auf – Das Leben des Antifaschisten Johann Holler“ - Dokumentarfilm von Boris Schöppner, 2012
Der aus Köln stammende Johann Holler, genannt „Scheng“, wurde während der NS-Herrschaft in Kölner Polizeigefängnissen und dem Lager Brauweiler inhaftiert, von der Gestapo Köln im EL-DE-Haus verhört, wegen Widerstandes gegen den NS-Staat verurteilt und lange Jahre im Zuchthaus Siegburg eingesperrt. Nach der Befreiung lebte „Scheng“ in Frankfurt, wo er 1990 starb.
Der Journalist Boris Schöppner hat Hollers Aufzeichnungen über die NS-Zeit ausfindig gemacht und einen 90-minütigen Film gedreht, der den Spuren dieses Menschen folgt. Er rekonstruierte das Leben eines Kommunisten, der seinen Überzeugungen trotz Folter und elfjähriger Haft treu blieb. Und er zeigt, wie an Orten der Repression heute mit der Vergangenheit umgegangen wird.
Mit einer kurzen Einführung von Dr. Thomas Roth. Der Filmemacher ist anwesend.
Eintritt: 4,50 Euro, erm. 2 Euro
Sonntag, 23. Juni, 15 Uhr
Exkursion: Das Jüdische Köln - Rund um die Synagoge Roonstraße, für Erwachsene
Wir entdecken das Jüdische Köln rund um den Rathenauplatz: Zum einen die beeindruckende Synagoge der orthodoxen Gemeinde, zum anderen viele heute unsichtbare Stätten der ehemals reichhaltigen jüdischen Geschichte Kölns.
Aaron Knappstein ist Mitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln und Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums. Sein Schwerpunkt ist die Recherche von sogenannten "Stillen Helden" - nichtjüdische Kölnerinnen und Kölner, die Juden während der NS-Zeit unterstützt und gerettet haben. Kosten: 6 €
Kosten zzgl. Eintritt: 6,00
Anmeldung bis: 17.06.2013
Details und Buchung
Sonntag, 28. Juli, 15 Uhr
Exkursion: Das Jüdische Köln - Sichtbares und Verborgenes, für Erwachsene
Der Rundgang führt vom einstigen Gestapo-Hauptquartier am Appellhofplatz zur ehemaligen Hauptsynagoge in der Glockengasse. Er folgt den Spuren des Judentums in Köln bis 1933 und der dann einsetzenden systematischen Verfolgung. Anhand von Gebäuden, Personen und Geschichten erkunden wir die Vielfalt des Kölner Judentums in Vergangenheit und Gegenwart.
Aaron Knappstein ist Mitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln und Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums. Sein Schwerpunkt ist die Recherche von sogenannten "Stillen Helden" - nichtjüdische Kölnerinnen und Kölner, die Juden während der NS-Zeit unterstützt und gerettet haben. Kosten: 6 €
6,00 zzgl. Eintritt
Anmeldung bis: 22.07.2013
Details und Buchung
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Samstag und Sonntag 11 - 18 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Montag geschlossen
Anfahrt und Verkehrsanbindung
Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn: "Hauptbahnhof" (5-10 Minuten Fußweg)
U-Bahn: "Appellhofplatz"
Parkhäuser
Oper-Ladenstadt / DuMont-Carré
Eintritt
Erwachsene 4,50 EUR
ermäßigt 2,00 EUR
An jedem 1. Donnerstag im Monat (außer feiertags) erhalten alle Kölnerinnen und Kölner mit Wohnsitz in Köln freien Eintritt in das NS-Dokumentationszentrum. Als Eintrittskarte gilt der Personalausweis.
Freien Eintritt haben Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Behinderungen, deren Schwerbehindertenausweis den Buchstaben „B" ausweist
Informationen zur Barrierefreiheit
Das Museum ist nur eingeschränkt für Menschen mit Behinderungen nutzbar.
Museumsshop
Verkauf von Publikationen an der Kasse des Museums.
Leitung Vermittlung und Bildung
Barbara Kirschbaum
0221 - 221-26567
barbara.kirschbaum@stadt-koeln.de
Das Programm des Museumsdienstes im NS-Dokumentationszentrum (EL-DE-Haus)



















