KÖLNISCHES STADTMUSEUM
museenkoeln.de … Kölnisches Stadtmuseum … GeschichteDas Zeughaus
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Das Zeughaus

Das Zeughaus

Zwischen 1594 und 1606 wurde das Zeughaus, das städtische Arsenal, im Stil der niederländischen Renaissance errichtet. Verantwortlich für den Bau mit einer Länge von 66,80 m und einer Breite von 17,15 m waren der Stadtbaumeister Peter von Siberg, die Stadtsteinmetzen Peter von Blatzheim und besonders Matthias von Gleen sowie der Stadtzimmermann Meister Clas. Peter Cronenborch entwarf um 1595 das Portal. Der 23,60 m hohe, schlanke Treppenturm an der westlichen Giebelseite ist der letzte einer ganzen Reihe spätmittelalterlicher Kölner Treppentürme. Seit dem 25. April 1991 steht dort oben HA Schults „Goldener Vogel".

Ein von Melchior von Rheidt um 1600 geschaffenes Prunkportal, das vom Treppenturm in den Festsaal des Zeughaus-Obergeschosses führte, bildet heute den Zugang vom Hansesaal in die Prophetenkammer im Historischen Rathaus.

Westlich schließt sich der klassizistische Bau der Alten Wache mit deutlichen Renaissance-Anleihen an, der 1840/41 als preußisches Wachgebäude entstanden ist. Das Militärwagenhaus musste einem Parkplatz für Mitarbeiter der Bezirksregierung weichen. Dort ist nach dem Erwerb durch die Stadt Köln ein Erweiterungsbau des Stadtmuseums vorgesehen.

Heute schließen sich an den Stadtmuseumskomplex nach Osten zum Dom hin der 1915 von Franz Brantzky gestaltetete und 1955 von Karl Band erneuerte Römerbrunnen, der aus den Resten der römischen Stadtmauer errichtet wurde, sowie nach Westen Reste der originalen, aber durch Ziegelmauerwerk auf die ursprüngliche Höhe gebrachten Römermauer an. Die Nordwand des Zeughauses an der „Burgmauer" ruht auf der 2 m mächtigen römischen Mauer, wie schon sein spätmittelalterlicher Vorgängerbau, das „Blidenhaus" - benannt nach den Bliden, den mittelalterlichen Wurfmaschinen. Auf eine Unterkellerung wurde - mit Ausnahme zweier schmaler Versorgungsschächte - verzichtet, um die schweren Geschütze und die Munition aus Stein und Blei unterbringen zu können.

Die französischen und preußischen Machthaber nutzten das reichsstädtische Zeughaus ebenfalls als Arsenal. Erst die Entmilitarisierung der Rheinlande führte das im 19. Jahrhundert erheblich umgebaute Gebäude einem zivilen Zweck zu: Dort war ab 1920 das Landesfinanzamt untergebracht. Während des 2. Weltkriegs wurde das Gebäude weitgehend zerstört, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Zwischen 1954 und 1956 wurde es wieder aufgebaut. Allerdings ließ man im Zeughaus die alte Gewölbestruktur nicht rekonstruieren, stattdessen entschied sich die Stadtkonservatorin Dr. Hanna Adenauer für zwei große, durchgehende Hallen, die von Rippendecken in Beton geschlossen werden. Ein Baudenkmal eigener Qualität ist mittlerweile die große freitragende Treppe, die 1984 von der „Mülheimer Freiheit" und Toni May farbig gestaltet wurde.

IMPRESSUM

Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © RBA Köln Ferner liegen einige Bildrechte bei der VG Bild-Kunst Bonn.

1844

Das Zeughaus 1844, kolorierter Stahlstich von Johann Poppel nach Ludwig Lange
Das Zeughaus 1844, kolorierter Stahlstich von Johann Poppel nach Ludwig Lange

um 1943

Das kriegszerstörte Zeughaus, um 1943
Das kriegszerstörte Zeughaus, um 1943

Ansicht heute

Ansicht des Gebäudes mit HA Schults „Goldener Vogel“
Ansicht des Gebäudes mit HA Schults „Goldener Vogel“