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Schäuffelen, Konrad Balder: Lyrik Ausgabe. Große Dichtung neu herausgegeben, Edition MAT, Paris, Collection 70, Galerie der Spiegel, Köln 1970

Signatur: !K SCHÄUF.01 1 1970 : 01

Dieses Objekt von Konrad Balder Schäuffelen (geb. 1929) gibt die Buchform auf. Denn bei diesem Buchobjekt bzw. Schriftobjekt setzte sich Schäuffelen nicht mit dem Buchblock oder mit Buchseiten auseinander, sondern mit der Schrift, mit dem Text losgelöst von dem Schriftträger Papier. Das Buchobjekt besteht aus einem Kasten, in dem sich sechs, mit einem Glasdeckel verschlossene, Gläser befinden und ein Beilagezettel, auf dem sechs bekannte Schriftsteller (Johann Wolfgang v. Goethe, Heinrich Heine, Eduard Mörike, Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn und Berthold Brecht) mit dem Titel und Anfang jeweils eines ihrer Gedichtes zu lesen sind. Die Gläser sind beschriftet mit weißen Aufklebern, auf denen steht: „Ein Gleiches", "Lore-Lei", "Er ist's", "Der Panther", "Kleine Aster" und "Erinnerung an Maria A.", d.h. jeweils der Titel / Anfang eines der Gedichte vom Beilagenzettel. In den Gläsern befinden sich eine unterschiedliche Anzahl von Buchstabennudeln. Die Buchstabennudeln sind zu viele, um damit nur die erste, auf dem Begleitzettel abgedruckte Zeile zu legen. Aber reichen Sie für alle Strophen der Gedichte? Beinahe. Abgesehen davon, dass in allen Gläsern die Buchstaben „E" und „N", bei einigen zusätzlich auch noch die Buchstabe „S" und / oder „A" fehlen. Das spricht dafür, dass es Schäuffelen nicht um das eigentliche Legen der Gedichte mit den Buchstabennudeln ging, sondern allein um die Assoziation. Auch hier lebt das Buchobjekt wieder von der Auseinandersetzung, der Beschäftigung mit dem Buchobjekt, hier der Beschäftigung mit dem Text. Denn um sich die Gedichte vollständig vorzustellen, muss man sie entweder kennen oder nachschlagen, da das Buchobjekt einem nur die Anfänge der Gedichte liefert. Und dann folgt die Vorstellung der in Buchstabennudeln materialisierten Texte. Schäuffelen hat mit diesem Buchobjekt ein sehr klares Beispiel der Konkreten Poesie geschaffen.

 
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