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08.09.2012 bis zum 12.11.2012

Fleißiger Biber

Künstlerbücher von Inge Schmidt

 

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln)
Öffnungszeiten: Di-Do 10-21.00 Uhr, Fr-So 10-18.00 Uhr, Mo 14-21.00 Uhr

Ausstellungseröffnung am Freitag, den 07. September 2012, um 19.00 Uhr

Einführung in die Ausstellung: Gerhard Kolberg (Kunsthistoriker, Bonn)

So, wie der „fabelhaft" anmutende Werkstitel von Inge Schmidts Künstlerbuch den Kunstinteressierten neugierig macht - weshalb er zum attraktiven Motto ihrer Ausstellung in den Räumen der Kölner Kunst- und Museumsbibliothek avancierte! -, so assoziations- und ideengeladen, ja geradezu witzig, klingen auch die Namen ihrer weiteren Exponate. Genannt seien „gesunde Füße", „Klapptisch montieren", oder „Belladonna" (formal abgeleitet von der radial ausstrahlenden Iris und dunklen Pupille einer homöopathisch gedopten Filmdiva).

Egal, ob solche Titel nun vor oder nach Inaugenscheinnahme der ausgestellten Werke gelesen werden, dem Betrachter wird dadurch nicht das Vergnügen geschmälert, aus den winzig-kleinen bis wahrlich großen „Bilderbuch-Welten" der Kölner Künstlerin unzählige Anregungen zu persönlichen Assoziationen und Fantasien zu empfangen. Sie selbst ließ sich zur Namensgebung erst während des  innovativen Gestaltungsprozesses oder nach der Vollendung eines jeweiligen Kunstwerks durch ihre nicht minder kreativ ausgelösten Assoziationsimpulse inspirieren - was den Mut des Betrachters zum Bestehen angeregter eigener visueller und imaginärer Abenteuer umso mehr ermuntern sollte.

Inge Schmidts motivisch vielfältig gearteten, mit übermalten, also „neu besetzten" un-/gegenständlichen Druckmotiven, malgestisch und zeichnerisch („Farbbrühe", Bleistift, Kugelschreiber etc.) frei erfundenen Formen, Pinselspuren und Strukturen „collagierten" Künstlerbücher, Leporellos und Buchobjekte („roter Inhalt mit Gewicht") bekennen ihre charakterliche Verwandtschaft zu ihren bekannten Objekten und Skulpturen, die ähnlich spontan, allein aus Lust am Komponieren mit „armen" Materialien (Hölzern, Kartons, Textilien, Alufolien etc.) heraus entstehen. Von Anbeginn ihres Wirkens in der Bildhauerei (sie studierte an der Frankfurter Städelschule bei Prof. Michael Croissant), begleiteten Inge Schmidts plastisches Schaffen formal reduzierte, aber höchst erfindungsreich gelungene Zeichnungen, die sie erst spät einem breiteren Publikum vorstellte. Bald (ab 2009) interessierte sie das zeichnerische Einzelblatt weniger und sie begann, auf mehreren „Folgeblättern" formal abgehandelte Entwicklungen von diversen Themen und Ideen zu kleineren Mäppchen à la „Daumenkino" bis hin zu phantasiereich „illustrierten" und geformten Buchobjekten sowie linear-strukturell, malgestisch und tachistisch ausgestalteten „hohen Büchern" und „Querbüchern" zu vereinen. Während einige dieser Werke von formaler Kühle oder robuster, aber humorvoller Sprödigkeit (z.B. „Rüpel")  künden, erzählen andere von temperamentvoll auf den Seiten tobenden parallellinearen Turbulenzen (und „Haribo" - Assoziationen), oder von barock-prächtig collagierten Bildwelten, in deren ironische Geheimnisse der suchende Blick des Betrachters ästhetisch tief und kreativ eintauchen  - und mit gefundenen Erkenntnissen bereichert wieder auftauchen darf. Wie aus der Lektüre eines spannenden Buches. 

Dr. Gerhard Kolberg, 2012
(Kunsthistoriker, Bonn)

 


 
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