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Heldenbücher, Eiserne Bücher, Ehrenchroniken

Bücher als Denkmäler des I. Weltkriegs

  

Ausstellung vom 5. November 2016 bis zum 27. Dezember 2016

Ausstellungseröffnung am Freitag, den 4. November 2016, um 18.00 Uhr
Einführung in die Ausstellung: Dr. Elke Purpus (Direktorin der Kunst- und Museumsbibliothek)

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (Heinrich-Böll-Platz/Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln) Öffnungszeiten: Di-Do 10-21.00 Uhr, Fr-So 10-18.00 Uhr, Mo 14-21.00 Uhr

"Um den vielen Söhnen unserer Gemeinde, die im Weltkrieg 1914–1918 in treuer soldatischer Pflichterfüllung Leben und Gesundheit geopfert haben, ein Denkmal unauslöschlichen Gedenkens zu setzen und ihre Namen als leuchtendes Bespiel der Vaterlandsliebe und des Gemeinsinns der Nachtwelt zu überliefern, hat die Gemeinde beschlossen, dieses Ehrenbuch zu errichten. Die Kriegschronik unserer Gemeinde soll den künftigen Generationen zugleich ein Spiegelbild der tiefeinschneidenden Veränderungen geben, denen unser Gemeinwesen während des Krieges und in den darauffolgenden Jahren unterworfen war. Sie soll auch den Weg zeigen, der vom Niedergang unserer Nation zum Wiederaufstieg und der nationalen Erhebung des deutschen Volkes führte."

Diese Sätze stammen aus der Widmungsurkunde der "Ehrenchronik unserer Gemeinde", die an die Gefallenen und Kriegsteilnehmer des I. Weltkriegs aus Sieglar erinnert und im Stadtarchiv in Troisdorf aufbewahrt wird.

Derartige "Gedenkbücher" sind nicht nur für Sieglar überliefert. Verschiedene Bezeichnungen sind bekannt, wie z.B.: Heldenbuch, Gedenkbuch, Gedächtnisbuch, Eisernes Buch. Z.T. wurden sie bereits während des I. Weltkriegs gedruckt und verkauft. Einige, wie etwa das Sieglarer Exemplar, boten dem Leser eine Art Geschichtsschreibung sowohl zu den Ursachen und Anfängen des I. Weltkriegs, als auch zur Geschichte des Ortes, der Gemeinde, der Stadt, auf die sich das "Gedenkbuch" bezog. Manche dieser Bücher deuteten dabei die Jahre der Weimarer Republik als verlängerte Nachkriegszeit, die erst mit dem Nationalsozialismus ein Ende fand.

Zwar waren diese "Heldenbücher/Gedenkbücher" nach dem I. Weltkrieg weit verbreitet, zu konstatieren ist jedoch, dass es für diese Buchgattung mehrere Wurzeln gibt, die weit zurückreichen. Die Ausstellung zeigt diese Wurzeln, beginnend mit den Befreiungskriegen, zeigt Beispiele aus dem I. Weltkrieg, aus der Weimarer Republik und schließlich aus der NS-Zeit. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung ikonografische Querverbindungen zwischen den Gedenkbüchern und den Denkmälern zum I. Weltkrieg. Elemente, wie wir sie von den Denkmälern kennen, wurden ebenso für die Gedenkbücher verwendet.

Diese "Ehrenchroniken" oder "Heldenbücher" gehören somit zur Gedenkkultur nach dem I. Weltkrieg wie die so genannten Kriegerdenkmäler oder die Kriegsgräber. Sie sind nicht nur im übertragenen Sinne Denkmäler, sondern wie das Anfangszitat zeigt, "ein Denkmal unauslöschlichen Gedenkens".



 
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