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Museum für Angewandte Kunst Köln

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Reihenhausmannskost

16. September bis 11. Dezember 2011

„Reihenhausmannskost" ist der zweite Bildband, den Nataly Bleuel und Stan Engelbrecht gemeinsam auf deutschem Boden realisierten. Herausgegeben wurde er von demAm 16. September eröffnet die neue Ausstellung „Reihenhausmannskost" im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK). In ihrem Fokus steht der Esstisch. Und das Leben, das ihn als Mittelpunkt der Familie umgibt. Alle Exponate, Filme, Audio- Features und Fotografien, die bis zum 11. Dezember im MAKK zu sehen sind, stammen aus - typisch deutschen - Reihenhäusern. Die Ausstellung wird begleitet durch einen gleichnamigen Bildband, der ebenfalls am 16. September im Callwey Verlag erscheint.

Die zentrale Zahl ist die sieben: Sieben Esstische verteilen sich in der großen Halle im Erdgeschoss des MAKK, das die neue Ausstellung beherbergt. Die weißen Tischplatten dienen als Projektionsflächen für Zeitrafferfilme, die bei ebenfalls sieben Reihenhausfamilien entstanden. In jeweils fünf Minuten zeigen sie, was eine Woche lang im „Familienzentrum Esstisch" stattfand. Gegenstände, die in den Filmen auftauchen, finden sich ebenfalls im Museum wieder: Teller, Besteck, Tasse und Glas ebenso wie Frühstücksbrettchen, Müslischüssel und Schürze. Jede der sieben Familien besitzt eine eigene Vitrine mit ihren „Realien". „Der gedeckte Tisch hat mich gereizt. Seine Exponate finden sich in unserem Hause bereits in der Designsammlung und der historischen Sammlung wieder", erklärt Dr. Petra Hesse, Direktorin MAKK, die den Ausstellungszeitraum nicht umsonst parallel zur Kölner Ernährungsmesse Anuga (8. bis 12. Oktober) terminierte. Den visuellen Eindruck aus Filmen und Vitrinen unterstützen sieben kurzweilige Audio-Features, die eine Hörfunk- Journalistin mit den Stimmen der Familien produzierte. Eine breite Front mit über 40 Fotografien komplettiert die Ausstellung, die das Kölner Büro Meyer Voggenreiter konzipierte.

Die Fotos entstammen dem neuen Bildband „Reihenhausmannskost" (39,90 Euro), der zur Ausstellungseröffnung erscheint. Für ihn verließen Stan Engelbrecht (Fotografie) und Tatjana Buisson (Text) drei Monate lang ihre Heimat Kapstadt. Und klingelten an deutschen Reihenhäusern, „um zu erfahren, wie die Menschen kochen, essen und leben", schreibt die Berliner Journalistin Nataly Bleuel, die als Buchautorin die beiden Südafrikaner unterstützte. Auf rund 330 Buchseiten entstand so eine ungewöhnliche Mischung aus Familienalbum, Rezeptbuch und Gesellschaftsstudie. Leibgerichte aus knapp 50 Reihenhäusern bilden ihren Mittelpunkt, denn um sie ranken sich Lebensgeschichten.

„Reihenhausmannskost" ist der zweite Bildband, den Nataly Bleuel und Stan Engelbrecht gemeinsam auf deutschem Boden realisierten. Herausgegeben wurde er von dem Unternehmer Dr. Daniel Arnold, Vorstandsvorsitzender Deutsche Reihenhaus. Anlass für ihn, ein solches Projekt anzustoßen, bot ein Gespräch mit dem Kunstexperten und Jesuitenpater Friedhelm Mennekes. „Familie findet am Tisch statt", befand der ehemalige Kölner Gemeindepfarrer - und bot damit die Initialzündung für Buch und Ausstellung. Ein weitsichtiges Interview mit Friedhelm Mennekes ist ebenfalls im Bildband zu finden.