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Museum für Angewandte Kunst Köln

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Herzkammer. Die Grafische Sammlung des MAKK

Die Ausstellung gibt erstmals Einblick in die Geschichte und Bestände der Grafischen Sammlung des MAKK und verdeutlicht deren kunst- und kulturhistorische Bedeutung. Dabei geben Druckgrafiken und Handzeichnungen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert überraschende Einsichten in die Vielfalt und Qualität der bislang im Verborgenen liegenden Schätze.

Im Zuge der Gründung des Kunstgewerbemuseums 1888 wurden der hauseigenen Bibliothek rund 10.000 Ornamentstiche aus der Sammlung Ferdinand Franz Wallraf überwiesen. In den Folgejahren wuchs der Bestand auf 25.000 Blatt an und stand dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit für Studienzwecke zur Verfügung. Die Werke der sogenannten Ornamentstichsammlung leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung der Stilformen und hatten großen Einfluss auf die ästhetische und technische Aus- und Fortbildung des Kunsthandwerkers, Lehrers, Architekten und Künstlers.

In der Ausstellung werden einzelne Sammlungsbereiche der Ornamentstichsammlung exemplarisch herausgestellt und Arbeiten berühmter Künstler von Lukas Kilian über Juste-Aurèle Meissonnier bis zu Karl Friedrich Schinkel gezeigt. Bemerkenswert sind zugleich die außerordentlich seltenen Stiche des französischen Künstlers Jean Bernard Turreau (gen. Toro), die durch ihren Ideenreichtum und ihre hohe künstlerische Qualität bestechen.

In kleinen Kabinetten geben freie, nicht an einen bestimmten Entwurf gebundene Ornamentmotive einen kurzen Überblick über die Geschichte des Ornaments in Mitteleuropa. Eigenartig fantastische Mischwesen bevölkern dabei ornamentale Grotesken und Kartuschen von Daniel Hopfer, Jacob Floris und Jean Berain. Richtungsweisende Architekturtraktate von Sebastiano Serlio bis Wendel Ditterlin, Innenausstattungen und Aufnahmen monumentaler Bauten geben anschließend Einblick in den Sammlungsschwerpunkt Architektur. Umfassend ist zudem die Vielzahl an Entwürfen für das Kunsthandwerk mit einer breiten Auswahl an Möbeln, Geräten und Gefäßen. Augenlust versprechen dabei die filigranen Schwarzornamente für Goldschmiede- und Juwelierarbeiten von Theodor de Bry und anderen, die in der Ausstellung durch äußerst seltene Pokal-Entwürfe in der Technik des Punzenstichs ergänzt werden. Abschließend werden dem Besucher drei Seitenblicke gewährt: auf außergewöhnliche und einzigartige Entwürfe für die Schriftgestaltung, auf die farbenfrohe Welt der Tier- und Pflanzendarstellung und auf exotisch anmutende Chinoiserien und figürliche Szenerien von Johannes Esaias Nilson.

Die Vielzahl der ausgestellten Entwürfe aus der Zeit der Renaissance, des Barock und Rokoko beeinflusst die Gestaltung der Ausstellung. In überraschend gedämpftem Licht erinnern die Räumlichkeiten an kleine Schatz- und Wunderkammern in denen die wertvollen Blätter und Bücher in angenehmer Atmosphäre bestaunt werden können.

 

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