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Museum für Angewandte Kunst Köln

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Köln 1914. Metropole im Westen

22. November 2014 bis 19. April 2015

Der Erste Weltkrieg, diese „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, hat das Leben von Millionen Menschen weltweit, in Europa, in Deutschland – und auch in Köln verändert. „Köln 1914. Metropole im Westen“, so lautet der Titel einer gemeinsamen Ausstellung des Kölnischen Stadtmuseums, des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) und der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA). Sie widmet sich an drei Orten den Auswirkungen dieses ersten „totalen“ Kriegs auf die Stadt. Das Ergebnis dieser bisher einzigartigen Kooperation der drei Kölner Kulturinstitutionen ist eine umfassende und umfangreiche Schau, die in aller Breite und mit zahlreichen Tiefenbohrungen die Geschichte Kölns im ersten Kriegsjahr und darüber hinaus in den Blick nimmt. Köln war damals logistischer Knotenpunkt für die Westfront, ein Zentrum des beginnenden Luftkriegs und mit über 600.000 Einwohnern eine der größten Städte im Deutschen Reich. Wie in kaum einer anderen Stadt stießen hier die Grundwidersprüche der Epoche – „Aggression“ und „Avantgarde“ – aufeinander.
Die drei – thematisch gegliederten – Teilausstellungen zeigen die Umbrüche, denen das Leben in der Großstadt durch den Krieg ausgesetzt war. Die beiden Museen und das Wirtschaftsarchiv haben dafür ihre Bestände zum Thema Köln im Ersten Weltkrieg durchforstet und eine große Fülle herausragender, teils noch nie gezeigter Exponate zutage gefördert. Die Kuratorinnen und Kuratoren betreten hier Neuland, denn für Köln ist dieses historische Feld bisher weitgehend unerforscht.
Im Kölnischen Stadtmuseum steht die Alltagsgeschichte im Vordergrund. Köln war eine pulsierende Großstadt auf dem Weg in die Moderne. Auch wenn soziale Gegensätze noch Politik und Stadtgesellschaft prägten, den meisten ging es besser als je zuvor und es schien weiter aufwärts zu gehen. Dann veränderte der Krieg alles. Das Leben im Frieden und der Einschnitt des Krieges werden in Themenräumen präsentiert: Arbeit und Wirtschaft, Karneval, Freizeit, Sport und Vergnügen, Luftfahrt und Verkehr, Festung und Militär, Religiosität und gesellschaftliches Leben – alle Bereiche zeigen die tiefgreifenden Einschnitte im Alltagsleben. Auch Kölner Lazarette und Kriegsgefangenenlager spielen eine Rolle in der Ausstellung, ebenso wie das Frontgeschehen, waren doch zahllose Kölner im Krieg im Einsatz. Ausgewählte Biografien vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Leben von Kölnerinnen und Kölnern im Jahr 1914.
Ein monumentales Bildnis Kaiser Wilhelms II. wird mit Objekten der Alltagskultur kontrastiert: Kleidung, elektrische Geräte und Luxusgegenstände, Kinderspielzeug sowie Notprodukte der späteren Kriegszeit – das „Adenauer Brot“, Ersatzsohlen für Schuhe oder Textilien aus Brennesselfasern. Deutlich auch die Welt des Militärs: Eine Fliegerbombe, Uniformen, Gewehre, eine Gasmaske und viele andere Objekte beleuchten das Geschehen an der Front ebenso wie die auf Kriegswirtschaft umgestellte Kölner Industrieproduktion. Aussagekräftige Leihgaben ergänzen die eigenen Bestände, beispielsweise ein Kölner Turnkittel von 1908, eine Unterarmprothese, eine Moulage einer schweren Gesichtsverletzung oder ein Motorrad aus Kölner Produktion, das an der Westfront eingesetzt wurde.

Das Museum für Angewandte Kunst widmet sich dagegen den künstlerischen Aspekten des großstädtischen Lebens. Köln stand 1914 in der Blüte seiner kulturellen Entwicklung und war reges Zentrum einer jungen Intellektuellenszene. Bereits seit 1903 formierten sich in kurzer Folge Künstlervereinigungen, die nicht nur als Ausstellungsplattformen dienten, sondern auch zu Lesungen, Vorträgen und Diskussionsrunden einluden. Unterstützt wurden diese Bestrebungen aus der reichen Museumslandschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg 14 Institutionen umfasste.
Die bürgerliche Kultur wurde besonders im 1902 eröffneten Opernhaus am Habsburger Ring, dem größten des Deutschen Reichs, und im Schauspielhaus zelebriert und den Stars der Bühne gehuldigt. Das Musikleben wurde insbesondere durch die Gürzenich-Konzerte der Concert-Gesellschaft geprägt. Kultureller Höhepunkt sollte die im Mai 1914 eröffnete Werkbundausstellung werden, die die lokalen wie internationalen Bestrebungen der Zeit in Bezug auf Architektur, Bildende Kunst und Kunsthandwerk bündelte.
Die Präsentation im MAKK spiegelt nicht nur die Vielfalt des künstlerischen Lebens, die durch den Kriegsausbruch zunächst zum Erliegen kam, sondern auch die persönlichen Reaktionen von Künstlerinnen und Künstlern, die Verherrlichung wie die Schreckensbilder des Krieges.
So werden im MAKK Kunstwerke und Objekte unter anderen von Alexe Altenkirch, Michael Brunthaler, Heinrich Hoerle, Franz M. Jansen, Heinz Kroh, Carlo Mense, Ferdinand Nigg, Ernst Riegel, Carl Rüdell, August Sander zu sehen sein. Neben Gemälden, Grafiken, Mappenwerken und Fotografien schildern Gästebucheinträge und Notizen die sich verändernden Bedingungen des kulturellen Lebens. Exponate, die auf der Werkbundausstellung zu sehen waren, verdeutlichen die damalige hochstehende gesamtkünstlerische Qualität. Ergänzt werden die Erzeugnisse aus Kölner Produktion durch prominente Leihgaben wie beispielsweise die Architekturmodelle des Werkbundtheaters von Henry van de Velde, des Glaspavillons von Bruno Taut sowie des Bürogebäudes von Walter Gropius.

Die Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln fungiert als Leihgeber für die beteiligten Museen, widmet sich aber auch in einer kleineren Präsentation einigen bekannten Kölner Unternehmen und ihren Reaktionen auf den Ausbruch des Krieges. Im Fokus stehen hier neben Feldzeitschriften, Feldpost-Briefen und Fotos auch die Produkte der Unternehmen, in denen sich der Krieg widerspiegelt.

Die Ausstellung (22. November 2014 bis 19. April 2015) bildet den Abschluss des Verbundprojekts „1914 – Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“, mit dem der Landschaftsverband Rheinland (LVR) an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor rund 100 Jahren erinnert.

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Begleitband mit Beiträgen zu den unterschiedlichsten Aspekten des Themas „Köln 1914“ – die erste umfassende Geschichte Kölns im Ersten Weltkrieg (im Verlag J. P. Bachem, ca. 350 S.)

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SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag

20. Januar bis 7. Juni 2015

Systeme prägen den Alltag. Meist bemerkt man sie nicht: Vom metrischen System und den DIN-Normen über das Betriebssystem eines Smartphones bis zu Systemgastronomie und Car-Sharing-Systemen. Der Systemgedanke beruht auf dem Wunsch, das Chaos dadurch zu bewältigen, eine überschaubare Anzahl von einzelnen Elementen zu verbinden und dadurch einen Zusammenhang herzustellen.
Die Ausstellung SYSTEM DESIGN versammelt über 150 Entwürfe von mehr als 80 namhaften internationalen Gestaltern wie Otl Aicher, Werner Aisslinger, Peter Behrens, Mario Bellini, Marcel Breuer, Wim Crouwel, Ray + Charles Eames, Egon Eiermann, Willy Fleckhaus, Richard Buckminster Fuller, Konstantin Grcic, Hans Gugelot, Fritz Haller, Josef Hoffmann, Jonathan Ive, Ferdinand Kramer, Le Corbusier, Enzo Mari, Ingo Maurer, Josef Müller-Brockmann, Bruno Munari, George Nelson, Otto Neurath, Frei Otto, Verner Panton, Joseph Paxton, Dieter Rams, Richard Sapper, Mart Stam, Oswald Mathias Ungers, Massimo Vignelli, Wilhelm Wagenfeld und Marco Zanuso.
Die Inszenierung der Exponate in Verbindung mit Visual Storytelling-Elementen macht die Genese des Systemgedankens im Design – vom Einzelobjekt zu Gesamtlösungen – spielerisch erfahrbar. Präsentiert werden autonome Objekte, wie z.B. die Coca-Cola-Flasche, neben Möbelprogrammen, wie die Thonet-Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer, über Systemmöbel, wie unter anderem das Möbelbausystem USM-Haller, bis hin zu digitalen Systemen. Die Digitalisierung des Lebens lässt Systeme immer mehr zu festen Bestandteilen des Alltags werden. Heute sind Systeme selbstverständlicher denn je, sie sind allgegenwärtig wie Smartphones oder W-LAN in der Systemgastronomie.
Mit „SYSTEM DESIGN. Über 100 Jahre Chaos im Alltag“ spürt das MAKK diesem Phänomen nach und stellt gleichzeitig Fragen nach dem Verhältnis von Chaos und Ordnung. Wo sind Systeme notwendig, um Ordnung zu erzeugen, und wo entsteht gerade durch Systeme wieder neues Chaos? Diesen und anderen Aspekte des Systemgedankens wird am 15. Mai in einem Symposium im Rahmen der Ausstellung nachgegangen. Zum Thema „System: Design zwischen Chaos und Alltag“ diskutieren Prof. Dr. Dirk Baeker, ZU Zeppelin Universität Konstanz, Prof. Dr. Wolfgang Jonas, HBK Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Prof. Peter F. Stephan, KHM Kunsthochschule für Medien Köln, Dr. René Spitz, RFH Rheinische Fachhochschule Köln und Kurator der Ausstellung im MAKK, und Jens Standke, Medienkünstler Köln.
Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch) mit Beiträgen zu unterschiedlichen Aspekten des Themas (240 Seiten mit 180 größtenteils farbigen Abbildungen, für 24,90 Euro im Museum erhältlich.


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Manu Factum

22. August bis 11. Oktober 2015

 

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Kölner Design-Preis

30. Oktober bis 22. November 2015

 

Vorschau

LOOK! Modedesigner von A bis Z - Die Sammlung des MAKK

19. September 2015 bis 31. Januar 2016

Die umfangreiche Sammlung historischer und zeitgenössischer Mode des Museums für Angewandte Kunst Köln (MAKK) gehört zu den bedeutenden Sammlungen dieser Art in Deutschland. Die Sonderausstellung präsentiert eine Auswahl der wichtigsten Neuerwerbungen aus den Bereichen Haute Couture und Prêt-à-porter der letzten Jahre. Der zeitliche Bogen spannt sich von den 1960er Jahren bis in die unmittelbare Gegenwart mit Entwürfen von A wie Alexander McQueen bis Z wie Zadig & Voltaire. Das Zufallsprinzip der alphabetischen Folge setzt sich in der suggestiven Inszenierung der Objekte fort: So entsteht ein überraschendes, buntes Kaleidoskop, das das Bild der Mode der letzten Jahrzehnte mit ihren vielen Facetten, Brechungen und Spielarten reflektiert.

 

 

Rückblick

20. August bis 30. Dezember 2014
Markus Brunetti / FACADES.
Kathedralen, Kirchen, Klöster in Europa
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31. Oktober bis 23. November 2014
Kölner Design Preis

15. März bis 27. Juli 2014
A Party for Will! Eine Reise in das Shakespeare-Universum
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13. Januar bis 9. Juni 2014
Rolf Sachs "typisch deutsch?" - Eine Auseinandersetzung mit Eigenschaften und Klischees
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26. Oktober 2013 bis 16. Februar 2014
Herzkammer. Die Grafische Sammlung des MAKK
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21. September bis 15. Dezember 2013
Boys get skulls, girls get butterflies. Schmuck im MAKK
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verlängert bis 8. Dezember 2013
Ein Museum im Glück
Meisterwerke aus der Sammlung der Overstolzengesellschaft
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15. Juni bis 29. September 2013
Der schöne Schein - Deutsche Fayencekunst
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15./16. Juni 2013
Jubiläumswochenende: 2013 wird das MAKK 125 Jahre alt

14. Januar bis 21. April 2013
Isn't it romantic? Zeitgenössisches Design zwischen Poesie und Provokation
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15. Dezember 2012 bis 14. April 2013
Raum - Maschine Theater - Szene und Architektur
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1. September bis 25. November 2012
Architekturfotografie - Made in China
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26. Oktober bis 18. November 2012
Kölner DESIGN Preis und Kölner DESIGN Preis international

18. August bis 14. Oktober 2012
gute aussichten_mustererkennung. junge deutsche fotografie
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12. Mai bis 19. August 2012
Architekturteilchen - Modulares Bauen im digitalen Zeitalter
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3. Dezember 2011 bis 22. April 2012
WASA MARJANOV - Skulpturen mit Architekturbewusstsein
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16. Januar bis 22. April 2012
Von Aalto bis Zumthor - Architektenmöbel
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20. Dezember 2011 bis 26. Februar 2012
Wünsche erfüllt! Die Neuzugänge im MAKK
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16. September bis 11. Dezember 2011
Reihenhausmannskost
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27. Oktober bis 20. November 2011
Kölner Design Preis und Kölner Design Preis International

Weitere Ausstellungen im Rückblick