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Museum für Angewandte Kunst Köln

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Porzellan

Das ostasiatische Porzellan, eine einstmals seltene und äußerst begehrte Handelsware, gehörte bis zu ihrer Nacherfindung in Sachsen

durch Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus 1708 zu den großen Geheimnissen der Naturwissenschaften. Die Zusammensetzung des weißen hochgebrannten, wasserundurchlässigen und bisweilen durchscheinenden Scherbens, dessen Herstellung erstmals in China gelang, blieb in Europa für lange Zeit unbekannt und übte eine große Faszination aus. So konnte sich unter anderem der Irrlaube verbreiten, das Porzellan bestünde beispielsweise aus Eierschalen und zerstoßenen Muscheln und müsse bis zu hundert Jahre vor seiner Verarbeitung abgelagert werden. Schon im 17. Jahrhundert reifte jedoch die Erkenntnis heran, dass es sich hierbei um ein besonders feines keramisches Material handeln müsse. Mit der Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meissen am 23. Januar 1710 nahm die Geschichte des heute so weit verbreiteten Porzellans in Europa ihren Lauf. Das Geheimnis der Porzellanherstellung konnte in Meissen nicht lange geheim gehalten werden; schon 1718 wurde die Wiener Porzellanmanufaktur gegründet, in den Jahrzehnten darauf folgten noch zahlreiche Manufakturgründungen in ganz Europa.

Die Porzellansammlung des MAKK spiegelt diese Entwicklung wider: Das Meissener Porzellan bildet mit herausragenden und überaus raren Stücken den Schwerpunkt der Sammlung, die durch Erzeugnisse vorrangig deutscher Manufakturen auf höchstem Niveau ergänzt wird.

Von ganz besonderer Bedeutung ist die vielfältige figürliche Plastik, die wie die meisten anderen Gerätschaften für die raffinierte und luxuriöse Tafel geschaffen wurde - im Zeitalter des Rokoko galt es, das Auge der zu Tisch geladenen Gäste zu erfreuen und überdies zu geistreicher Konversation anzuregen. Die Sammlung umfasst hierbei Geschirre und Plastiken in herausragender Qualität ausgehend vom 18. Jahrhundert bis in unsere Zeit hinein.

Die Liste der berühmten Namen liest sich wie eine Enzyklopädie der Porzellanherstellung - von Johann Friedrich Böttger und Johann Gottlieb Kirchner über den begnadeten Johann Joachim Kaendler, von Franz Anton Bustelli und Johann Peter Melchior über Etienne-Maurice Falconet bis zu Paul Scheurich und Ludwig Gies.