Loops der LAZY SUSAN Reihe:
Loop # 01: Witte de With, Rotterdam (10. Oktober 2010 - 9. Januar 2011)
Loop # 02: Arnolfini, Bristol (19. Februar - 25. April 2011)
Loop # 03: Mamco, Genf (1. Juni - 18. September 2011)
Loop # 04: Museum Ludwig, Köln (5. November 2011 - 15. Mai 2012)
Das Museum Ludwig widmet der Künstlerin Cosima von Bonin (*1962) eine Ausstellung, die sich wie ein Work in Progress in vier europäischen Städten entwickelt. Die Ausstellung begann in Rotterdam, wanderte dann nach Bristol und war zuletzt in Genf zu sehen. Für jede Station erarbeitete die Künstlerin zusammen mit der jeweiligen Institution eine ganz eigene Ausstellungssituation. In der Heimatstadt Cosima von Bonins findet die Schau nun ihren Höhepunkt und einen dynamischen Abschluss. Köln bildet damit die letzte „Schlaufe" des kreisenden Ausstellungsprinzips, das sich bereits im Titel andeutet: LAZY SUSAN bezeichnet im Englischen einen rotierenden Tischaufsatz, der drehend Speisen anbietet. Nicht zufällig trägt das Haushaltsgerät einen weiblichen Namen und ebenso wenig zufällig spiegelt sich im Begriff der Laziness (Faulheit) ein wesentliches Motiv der Werke Cosima von Bonins. Die zentrale neue Arbeit der vier Loops der Lazy Susan Series, AMATEUR DRAMATICS (2010) wurde von den beteiligten Institutionen koproduziert und nimmt eben jene Form der Lazy Susan auf: eine große kreisende Scheibe, die wie eine Mischung aus Karussell und Präsentationsplattform anmutet. Auf dieser Scheibe platziert die Künstlerin verschiedene bereits bestehende Arbeiten. Im Mittelpunkt befindet sich stets der PURPLE SLOTH RABBIT (2010) - ein großer Hase, der liegend die Sicht frei gibt auf die mit dem Wort SLOTH (Faultier) bestickten Fußunterseiten. Ironisch und provokant macht Cosima von Bonin die Faulheit - zugleich Schimpfwort und Traum eines Zeitalters, in dem jede Minute zählt - zum Leitmotiv des Ausstellungszyklus', der hier mehr mit Produktionswut und Hyperaktivität als mit Untätigkeit und Trägheit zu tun hat.
COSIMA VON BONIN’S CUT! CUT! CUT! FOR MUSEUM LUDWIG’S SLOTH SECTION. LOOP # 04 OF THE LAZY SUSAN SERIES, A ROTATING EXHIBITION 2010–2012
05.11.2011 bis 13.05.2012
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag:
10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: 10 – 22 Uhr
Für den großen Oberlichtsaal des Museum Ludwig hat Cosima von Bonin eine spektakuläre Arbeit geschaffen, die Kunstwerk und Ausstellungsarchitektur gleichermaßen ist. Sechs überdimensionierte Tische mit Höhen von 2,70 Meter bis 5,40 Meter füllen den Raum und bilden damit verschiedene Präsentationsebenen: Als Ausstellungsfläche wird sowohl der Raum unter wie auf den Möbeln genutzt. Die Künstlerin bezieht damit aktiv die Besonderheiten des extrem hohen und durch eine Galerie gekennzeichneten Saals ein und rückt den Besucher in eine völlig neue und un gewohnte Betrachtungssituation.
Über fünf Räume und verschiedene mediale Orte hinweg entwickelt sich die Ausstellung bis in den Außenraum hinein, wo mit der Arbeit TAGEDIEB (2010) ein langnasiger - und somit offensichtlich lügender - Pinocchio auf einem Schiedsrichterstuhl in luftiger Höhe sitzt. Insgesamt sind über 70 Arbeiten, darunter zahlreiche Neuproduktionen und einige bisher selten gezeigte Werke aus Kölner Privatsammlungen in der Schau zu sehen.
Cosima von Bonin vermeidet es, sich auf ein Medium oder einen Stil festzulegen. Typisch für ihr Werk jedoch sind weiche und textile Materialien, die nicht nur Assoziationen zu stereotyp weiblichen Tätigkeiten nahelegen, sondern auch die scheinbare Trägheit ihrer figürlichen Arbeiten unterstützen. Zahlreiche Referenzen und Anklänge - von Kippenberger bis Disney - werden von der Künstlerin sowohl für ihre Werke als auch für deren Titel aufgegriffen und zusammengemischt, wobei diese kreative Vorgehensweise an das Sampeln von Musik und damit an das Vorgehen eines DJs erinnert.
Zusammenarbeiten, Aneignen und Delegieren spielen zentrale und vitale Rollen für die Künstlerin. Sie verwandelt sich in eine Produzentin oder den „Master of Ceremonies", indem sie Kollegen und Freunde aus den unterschiedlichsten Bereichen - Musik, Theater, Literatur, Film und Kunst - in ihre Ausstellung einbindet. Diese Teilnahme umfasst Veranstaltungen ebenso wie die Werke der Ausstellung selbst. So hat Bonin beispielsweise den Musiker Moritz von Oswald beauftragt, neue Kompositionen im Dialog zu einzelnen Arbeiten zu realisieren. Den Musiker und Kunstkritiker Dirk von Lowtzow hat sie eingeladen, eine fiktive Interviewreihe zu realisieren. Begleitend zur Ausstellung hat der in Köln ansässige amerikanische Autor Mark von Schlegell eine Science Fiction Geschichte geschrieben, die sich progressiv von Station zu Station aufbaut und in Köln endet. Die ebenfalls in Köln ansässige Künstlerin Frances Scholz erhielt daraufhin den Auftrag diese „Starlite"-Geschichte zu verfilmen. Alle diese verschiedenen Elemente fügen sich in der Ausstellung zusammen und ergeben einen Remix, der Irritierendes, Absurdes und Überraschendes für den Besucher bereithält.
WIR SIND VIELE
FRANCES SCHOLZ
DIRK VON LOWTZOW
RENÉ POLLESCH
MORITZ VON OSWALD
MAX LODERBAUER
GEORGE ROMERO
JACQUES TATI
CLAUS RICHTER
PHANTOM GHOST
MARK VON SCHLEGELL
FRIEDRICH W. HEUBACH
PRODUZENTIN
VIOLA KLEIN
WOLFGANG VOIGT
&
ANDREAS DORAU
Kuratorin: Katia Baudin
cosima von bonin im ludwig from Souvenirs from Earth on Vimeo.
DI 14 FEB 2012, 19:00
Cosima von Bonin's Köln der 90er Jahre: eine Märchenstunde
Podiumsdiskussion mit Isabelle Graw, Diedrich Diederichsen, Michael Krebber und Daniel Buchholz (Moderation: Katia Baudin)
Ort: Kino im Museum Ludwig
DO 1 MÄR 2012, 18:45 UND 21:15
Rückverzauberung + "Night of the Living Dead 2"
Konzert von Wolfgang Voigt und Film von George A. Romero
Ort: In der Ausstellung und im Kino im Museum Ludwig
DO 19 APR 2012, 19:00
Starlite: Uraufführung der fünften und letzten Episode von Frances Scholz
Podiumsdiskussion mit Frances Scholz, Mark von Schlegell und Kasper König
Im Anschluss: Konzert im King Georg
Ort der Uraufführung und Podiumsdiskussion: Kino im Museum Ludwig
DO 10 MAI 2012, 19:00 Finissage
Alice im Heldensaal + Phantom Ghost
Vortrag von Prof. Friedrich Wolfram Heubach + Konzert von Phantom Ghost
Ort: DC-Saal und Dachterrasse Museum Ludwig (bei schlechtem Wetter alles im DC-Saal)
Eintritt: € 8,-. Kein Kartenvorverkauf, begrenzte Plätze!
NOV 2011 - APR 2012
Monatliche Führungen durch das ehemalige Stockhausen Studio für Elektronische Musik des WDR werden anlässlich der Ausstellung organisiert (begrenzte Besucherzahl).
Anmeldung und Information bei den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig unter 0221 257 4324 oder museumsfreunde@t-online.de
16 APR - 22 APR 2012
Die Frances-Scholz-Woche bei Souvenirs from Earth TV
Nähere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auch unter Programm
Am 13. Mai endet die Ausstellungsreihe "The Lazy Susan Series", welche sich progressiv aufbaute: erst Rotterdam, dann Bristol, Genf und zuletzt in der Heimatstadt der Künstlerin, Köln. Der Psychologe, Autor und Professor Friedrich Wolfram Heubach, Autor eines unorthodoxen Essays im Ausstellungskatalog, wird ein Kurzvortrag halten: "Alice im Heldensaal. Ein Blick in die Ausstellung der Cosima von Bonin". Im Anschluss folgt ein Konzert von Phantom Ghost, das in 1999 von Thies Mynther und Dirk von Lowtzow gegründete Musikduo, welches mehrfach mit Cosima von Bonin zusammengearbeitet hat. Dirk von Lowtzow, ebenfalls Sänger von Tocotronic und Kunstkritiker, hat auch eine Interviewreihe zwischen Daffy Duck und der Künstlerin für die Ausstellungsreihe verfasst.
Die Publikation zur LAZY SUSAN REIHE erscheint in Deutsch/Englisch im DuMont Verlag. Sie beinhaltet zahlreiche Abbildungen und kuratorische Essays zur 4-teiligen Ausstellungsreihe sowie die gesamten Episoden der Erzählung STARLITE von Mark von Schlegell, einen Beitrag Friedrich Wolfram Heubachs sowie ein mehrteiliges Interview zwischen Daffy Duck und Cosima von Bonin von Dirk von Lowtzow. Dieser Katalog enthält eine CD „MORITZ VON OSWALD COSIMO'S SONGS / VOLUME 2".
Hg: Katia Baudin (Kuratorin), Museum Ludwig Köln.
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