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Ausstellungen

Meisterwerke der Moderne. Die Sammlung Haubrich im Museum Ludwig

Ausstellungsansicht mit Präsentation der Vorder-und Rückseite von Max Pechsteins "Das grüne Sofa"<br />Ausstellungsarchitektur: Eran Schaerf<br />Foto: Rheinisches Bildarchiv, <br />© VG Bild-Kunst Bonn, 2012

Ausstellungsansicht mit Präsentation der Vorder-und Rückseite von Max Pechsteins "Das grüne Sofa"
Ausstellungsarchitektur: Eran Schaerf
Foto: Rheinisches Bildarchiv,
© VG Bild-Kunst Bonn, 2012

Es erschien den Kölnern wie eine Botschaft aus einer besseren Welt, als Josef Haubrich 1946 seine Schätze der Stadt übergab. Diese Kunst hatte man schon verloren geglaubt. Nun zog sie in einer triumphalen Wanderausstellung durch Deutschland und Europa. Heute ist die Sammlung im Museum Ludwig untergebracht. Sie gilt als eine der besten des Expressionismus in Europa, berücksichtigt aber auch Neue Sachlichkeit und andere Tendenzen der Klassischen Moderne.

Meisterwerke der Moderne. Die Sammlung Haubrich im Museum Ludwig

04.08.2012 bis 31.08.2013

Ausstellungsplakat

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag:
10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat: 10 – 22 Uhr

Eintritt und Anreise

Rechtsanwalt Haubrich (1889-1961) war eine typische Kölner Persönlichkeit, gesellig und großzügig. Und er besaß etwas, das nicht alle Kölner im Dritten Reich besessen haben: Mut. Die Sammlung spiegelt seine Persönlichkeit, seine Lust am Leben und am Neuen. Bereits während des Ersten Weltkriegs begann er damit, Werke zeitgenössischer vorwiegend deutscher Künstler zusammenzutragen, darunter solche Glanzstücke wie das Porträt des Doktor Hans Koch von Otto Dix, das erste moderne Gemälde überhaupt in der Sammlung oder die Schwärmer von Emil Nolde sowie der berühmte Halbakt mit Hut von Ernst Ludwig Kirchner, der bereits 1925 auf der Biennale von Venedig ausgestellt wurde und bis heute beispielhaft für die Sammlung steht. Darüberhinaus zählen Werke von Marc Chagall, Karl Hofer, Heinrich Hoerle, Wilhelm Lehmbruck oder Paula Modersohn-Becker zu den Meisterwerken der Sammlung. Aquarelle bilden den Grundstock, Gemälde die Substanz, Skulpturen befinden sich, damit verglichen, in der Minderzahl. Die Grenze hin zum ganz Abstrakten überschritt Haubrich nur ungern, den Konstruktivismus und den Blauen Reiter mied er ebenso wie Dada oder Novembergruppe. Erst nach 1946, als die Sammlung in Abstimmung mit dem damaligen Direktor des Wallraf-Richarz-Museum Dr. Leopold Reidemeister weiter wuchs, wurden Werke des Blauen Reiter, Bauhaus oder Kubismus einbezogen.

<p>Rückseite von „Das grüne Sofa":<br />Bildnis der Gattin des Künstlers<br />1910</p> <p>Otto Dix<br />Bildnis Doktor Josef Haubrich<br />1951<br />Öl auf Leinwand<br />100 x 81 cm<br />Museum Ludwig, Köln<br />© VG Bild-Kunst Bonn, 2012</p>
<p>Ernst Ludwig Kirchner<br />Weiblicher Halbakt mit Hut<br />1911<br />Öl auf Leinwand<br />76 x 70 cm<br />Museum Ludwig, Köln</p>
<p>Heinrich Hoerle<br />Fastnacht / Masken<br />1929<br />Öl auf Leinwand<br />68,5 x 95,5 cm<br />Museum Ludwig, Köln</p>
<p>Rückseite von „Weiblicher Halbakt mit Hut":<br />Fränzi in Wiesen<br />1910</p>
<p>Marc Chagall<br />Sabbath<br />1910<br />Öl auf Leinwand90,5 x 94,5 cm<br />Museum Ludwig, Köln<br />© VG Bild-Kunst Bonn, 2012</p>
<p>Ausstellungsansicht <br />Ausstellungsarchitektur: Eran Schaerf<br />Foto: Rheinisches Bildarchiv <br />© VG Bild-Kunst Bonn, 2012</p>
<p>Ausstellungsansicht <br />Ausstellungsarchitektur: Eran Schaerf<br />Foto: Rheinisches Bildarchiv <br />© VG Bild-Kunst Bonn, 2012</p>
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Ab dem 4. August ist die Sammlung endlich wieder in ihrem Zusammenhang zu bestaunen. In der Vorbereitung der Ausstellung und des Katalogs wurden drei bemalte Gemälde-Rückseiten wiederentdeckt, von denen zwei, Ernst-Ludwig Kirchners Fränzi in Wiesen und Alexej von Jawlenskys Variation, noch nie ausgestellt worden sind. Die Neupräsentation, die mit Hilfe des Berliner Künstlers Eran Schaerf realisiert wurde, stellt diese Doppelbilder besonders heraus.

Ein umfangreicher Katalog - seit 1959 die erste Publikation zu den Gemälden und Skulpturen der Sammlung Haubrich - fasst die besten Werke aus Haubrichs Beständen mit neu angefertigten Fotografien und profunden Textdarstellungen zusammen und liefert sorgfältig eruierte Informationen über die Sammlungsgenese und dem neusten Stand der Provenienzrecherche. Mit Hilfe einer eigens geschaffenen Stelle für Provenienzforschung konnte so der oft verzweigte Weg von über 140 Werken in die Sammlung Haubrich im Museum Ludwig aufgezeigt werden. Eine Verbeugung vor einem Mann, dem die Kunststadt Köln viel verdankt.

Dr. Julia Friedrich mit Dorothee Grafahrend-Gohmert


aktuelle Veranstaltungen zur Sammlung Haubrich

Dienstag, 09.04.2013, 19 Uhr
KunstBewusst
„Imaginierte Fremde - Der Primitivismus der BRÜCKE-Künstler"
Christiane Wanken
Vortrag anlässlich der Neupräsentation der „Sammlung Haubrich"
Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung
Ort: Kino im Museum Ludwig

 

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Weitere aktuelle Ausstellungen

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  • Saul Steinberg. The Americans
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