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Normale SchriftgrößeMittlere SchriftgrößeGroße Schriftgröße Druckversion in neuem Fenster öffnenStadt Köln
Archiv

AUSSTELLUNGEN IM RÜCKBLICK

Museum Schnütgen im Fokus:

Die Kölner Rathauspropheten. Skulptur um 1400 für Bürgerschaft und Kirche

19. September 2012 bis 7. April 2013

Die acht Propheten aus dem gotischen Rathaus von Köln gaben den Ratsherren der Stadt seit dem Mittelalter moralische Ratschläge für eine gute Regierungsführung. Aus einer Zeit, aus der meist nur religiöse Werke erhalten sind, bilden sie eine einzigartige Skulpturengruppe von außerordentlicher künstlerischer Qualität. Die auch heute noch aktuellen Figuren werden ab dem 19. September umgeben von Leihgaben aus dem Kölner Dom und dem KOLUMBA Kunstmuseum des Erzbistums Köln in der Cäcilienkirche zu sehen sein. Zusammen mit ausgewählten Meisterwerken des Museum Schnütgen spiegeln sie die hohe Qualität der Kölner Skulptur um 1400 wider.
Eine Besonderheit der Präsentation ist die Kooperation mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln. Aus der Katastrophe des Einsturzes im Jahr 2009 gerettete Urkunden und Bücher veranschaulichen die Tätigkeit der mittelalterlichen Ratsherren. Mit dem Verbundbrief von 1396 wird auch die erste demokratische Verfassung Kölns zu sehen sein. Die lichtempfindlichen Dokumente werden im Lauf der Ausstellung regelmäßig gegen andere ausgetauscht.

GLANZ UND GRÖSSE DES MITTELALTERS

Kölner Meisterwerke aus den großen Sammlungen der Welt

04. November 2011 bis 26. Februar 2012

Köln war im Mittelalter eine der größten Städte Europas, einflussreich und weit vernetzt, ein pulsierendes Pilger- und Handelszentrum. Dies spiegelt sich auch in seiner Kunst: In seiner Blütezeit von 1000 bis 1550 war Köln eines der führenden Kunstzentren Europas. Im Austausch mit Paris, Prag, den Niederlanden und Italien entwickelten die hier ansässigen Meister eine typisch kölnische Kunstsprache. Die Sonderausstellung schlägt den großen Fächer von über 500 Jahren Kölner mittelalterlicher Kunstentfaltung auf.

Hoch geschätzte Werke mittelalterlicher Kunst aus Köln sind heute über die großen Sammlungen der Welt verteilt und zählen dort zu den kostba­ren Stücken. Die Ausstellung zeigt 225 Spitzenstücke. Aus Berlin, Darmstadt, Nürnberg, München, London, Paris, Budapest, Wien, Lissabon, New York, Philadelphia, Washington, Cleveland, Detroit, Chicago und Los Angeles kehren Meisterwerke zurück in die Domstadt, wo sie zum Teil seit Jahrhunderten nicht mehr zu sehen waren. Ihnen zur Seite gestellt sind bedeutende Stücke aus rheinischem Kirchenbesitz - kostbare liturgische Gegenstände, entstanden im mittelalterlichen Köln, die teilweise noch heute im Gebrauch sind.

Immer wieder vereint „Glanz und Größe des Mittelalters" dabei Stücke, die ursprünglich zusammengehörten oder aber der Hand des gleichen Künstlers oder der gleichen Werkstatt entstammen und oft seit ihrer Entstehung vor über 500 Jahren nicht mehr zusammen zu sehen waren.

In einer einzigartigen Zusammenschau der Gattungen werden kostbare Elfenbeinschnitzereien und Goldschmiedearbeiten, feinste Buch- und Tafelmalereien, edle Textilien, prächtige Glasmalereien und meisterhafte Bildschnitzereien gezeigt. Damit werden nicht nur die wichtigsten Aspekte Kölner Kunstschaffens im Mittelalter dargestellt sondern die Schau erlaubt auch einen aufschlussreichen Blick auf die Vernetzung der Künste in der mittelalterlichen Metropole.

Der reich illustrierte Katalog (Hirmer Verlag) beinhaltet eine detaillierte Vorstellung der 225 Exponate und gibt anhand der Essays renommierter Experten einen Überblick über den aktuellsten Forschungsstand zu allen wichtigen Gattungen kölnischen Kunstschaffens.

RHEINISCHE GLASMALEREI - Meisterwerke der Renaissance

3. Mai bis 29. Juli 2007

 

In Köln sind in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts besonders schöne und qualitätvolle Glasmalereien entstanden, von denen heute kaum noch einer weiß. Während der Säkularisierung um 1802 wurden zahlreiche Kirchen und Klöster in Köln und dem gesamten Umland aufgelöst und ihre Schätze weit zerstreut. Dazu gehörten auch die der Klöster Altenberg, Mariawald und Steinfeld. Erstmals seit der Auflösung dieser Klöster und dem damit verbundenen internationalen Verkauf der Glasmalereien aus jenen Kreuzgängen vor über zweihundert Jahren, werden die erhaltenen Scheiben zum großen Teil im Museum Schnütgen wieder zusammengeführt.

Und zum ersten Mal überhaupt werden sie in dieser Dichte der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Jene umfangreichen und repräsentativen Bilderfolgen an der Wende von der Spätgotik zur Renaissance zeigen den hohen Stellenwert dieser Kunst in Köln und Umgebung.

In prächtigen Darstellungen erzählen sie von Liebe und Sünde, von Guten und Bösen, von Schuld und Sühne. Sie spiegeln die Zustände in den Klöstern und die politischen Wirren in der Lutherzeit. Der Wunsch, ein guter Christ zu sein und etwas für das ewige Leben zu tun, aber auch an prominenter Stelle im Kloster präsent zu sein, motivierte reiche Bürger und Kleriker gleichermaßen, solche Glasmalereien zu stiften.

Die Ausstellung und der zweibändige Katalog beschäftigen sich mit zentralen Fragen: Warum wurden im 16. Jahrhundert zahlreiche Kreuzgänge verglast und welche Bedeutung hatten die Bildprogramme in theologischer, kunsthistorischer und politischer Hinsicht? Warum kennt heute kaum noch jemand diese Schätze, ihre besondere Schönheit und ihre Ursprünge? Wie sind die Meister mit künstlerischen Vorbildern umgegangen? Welche Rolle spielt England für diese Glasmalereien und wie wurden sie wieder entdeckt?

Es werden runde 120 hochrangige Glasmalereien gezeigt. Außerdem werden die zeitgleich in Köln entstandenen Glasmalereien in der benachbarten Kirche St. Peter mit einbezogen, denn diese sind glücklicherweise am Ursprungsort erhalten. Die Ausstellung wurde vom Museum Schnütgen in enger Zusammenarbeit mit dem Britischen Conversation Trust, dem Victoria and Albert Museum London, der Dombauhütte Köln und dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren realisiert.

ZUM STERBEN SCHÖN!

Alter, Totentanz und Sterbekunst von 1500 bis heute

6. September bis 26. November 2006

Dass Schönheit und Sterbekunst sich nicht ausschließen, sondern eine faszinierende Einheit eingehen können, zeigt die Ausstellung "Zum Sterben schön!" im Museum Schnütgen. Tanzende Sensenmänner aus Elfenbein, kostbare Schmuckstücke und Meisterwerke der Graphik werden dem Publikum einen Zugang zum Umgang mit dem Tod in der Kunst vom 15. bis zum 20. Jahrhundert verschaffen. Ein Umfangreicher Ausstellungskatalog und ein anspruchsvolles Rahmenprogramm mit Beiträgen aus Musik, Literatur, bildender Kunst und auch Raum für Diskussionen sind ebenfalls in Bearbeitung und bieten die Möglichkeit einer vielseitigen Auseinandersetzung mit dem allzeit relevanten Thema.

Mit der druckgraphischen Sammlung zum "Totentanz" des Medizinhistorischen Instituts der Universität Düsseldorf und Teilen der Sammlung des Museum Schnütgen bilden zwei hochkarätige Sammlungen den Kern der geplanten Ausstellung. Der Schwerpunkt der Ausstellung ist auf Graphik und Kleinskulptur gelegt worden, womit der Individualisierung der Todesgefahr und dem damit einhergehenden Umgang mit dem Thema im privaten Lebensraum Rechnung getragen wird, da diese Medien vorwiegend im privaten Bereich Verwendung fanden. Um eine thematische Gegenüberstellung und eine Auseinandersetzung zwischen den Kunstgattungen in großer Breite zu ermöglichen, werden ca. 50 auswärtige Leihgaben ergänzend zu den beiden Sammlungen hinzugezogen.

100 JAHRE SCHENKUNG SCHNÜTGEN

29. April bis 30. Juli 2006

Ausstellung, 100 Jahre Schenkung Schnütgen

Ausstellung, 100 Jahre Schenkung Schnütgen

Im April 2006 ist es hundert Jahre her, dass der Domkapitular Alexander Schnütgen seine kostbare Sammlung christlicher Kunst der Stadt Köln geschenkt hat. Dies wird mit einem Festakt und mit einem rekonstruierten Raum der Sammlerwohnung Schnütgens, von der beeindruckende Fotos existieren, gefeiert. Außerdem wird eine Ausstellung mit den Highlights der Glasmalereisammlung des Museum Schnütgen, die bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus am Neumarkt deponiert ist, in der benachbarten Pfarrkirche St. Peter gezeigt werden.

Festkonzert: Do., 27.04.2006, 20 Uhr

ADERLASS UND SEELENTROST

28. Januar bis 8. Mai 2005

Das Museum Schnütgen knüpft an seine bewährte Tradition spannender Buchausstellungen an und präsentiert die von der Staatsbibliothek zu Berlin konzipierte Ausstellung "Aderlass und Seelentrost".

Anders als die meisten Museen können Bibliotheken ihre Schätze nur gelegentlich zeigen. Alte Bücher dürfen aus konservatorischen Gründn nicht über einen längeren Zeitraum dem Tageslicht ausgesetzt werden. Deshalb sind sie in der Regel nur einem beschränkten Kreis von Interessenten zugänglich. Jetzt bietet sich einem breiten Publikum die seltene Gelegenheit, wertvolle Handschriften und Inkunabeln aus nächster Nähe zu studieren und dabei viel über die Themen zu erfahren, die die mittelalterlichen Menschen bewegten und die uns zum Teil bis heute bestens bekannt sind. Die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz besitzt dazu reiche Bestände. Das Museum Schnütgen zeigt nun nach Berlin und Nürnberg in der Cäcilienkirche eine repräsentative Auswahl von rund 100 Objekten, bereichert durch Werke aus eigenem Besitz, die nicht ständig gezeigt werden können.

DER VERLORENE BLICK

Video-Installationen von Michael Runschke zu Hauptwerken des Museums

27. Oktober 2004 bis 16. Januar 2005

Die meisten Kunstwerke im Museum stehen an einem Ort, der ihnen fremd ist. Sie sind ursprünglich für andere Räume und Plätze gemacht worden. Michael Runschke hat zwischen Köln und Tirol einige dieser Ursprungsorte aufgesucht. Dort hat er die heutige Umgebung aus dem gleichen Blickwinkel gefilmt, den die Kunstwerke früher einmal hatten.

 Diesen "verlorenen Blick" bringt er mit Hilfe moderner Videotechnik ins Museum zurück und konfrontiert die Werke mit der Sicht auf ihren Ursprungsort. Aber der Blick, den der Künstler den Werken zurückgibt, hat sich verändert, er kommt aus unserer Gegenwart. Innen und Außen, Früher und Jetzt, Raum und Zeit geraten durch diese Installation in ein neues Verhältnis und eröffnen im Raum der Cäcilienkirche neue Dimensionen.

DAS MITTELALTER - JETZT!

Angewandte Kunst - Köln im Dialog mit Werken des Museum Schnütgen

9. September bis 17. Oktober 2004

10 Mitglieder der AKK - Angewandte Kunst Köln haben den Dialog mit 10 ausgewählten Exponaten des Museum Schnütgen gesucht. Dieser Dialog gewährt dem Betrachter Einblick in die Auseinandersetzung der Künstlerinnen und Künstler mit den Museumsstücken.

 

Mit einer Fülle an Schatzkunst, Skulptur, Textilkunst und Glasmalerei gehört das Museum Schnütgen zu den 10 bedeutendsten Museen in Europa. Das Museum ist im letzten Jahr nach aufwändiger Sanierung mit einer neuen Ausstellungskonzeption wiedereröffnet worden. Die Künstlerinnen und Künstler der AKK ließen sich von den mittelalterlichen Kunstwerken zu neuer schöpferischer Phantasie anregen. In den Gegenüberstellungen und Installationen können die Besucher das Museum als "Gesprächspartner" neu erleben. Diese Ausstellung spiegelt die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Museum und Gegenwartskunst wider.

VERDACHT AUF ANDACHT

Druckgraphische Andachtsbilder im Museum Schnütgen

1. Juli bis 22. August 2004

Mit der Ausstellung "Verdacht auf Andacht. Unbekannte Graphik aus der Sammlung des Museum Schnütgen" präsentiert das Kölner Haus vom 1. Juli bis zum 22. August 2004 erstmals eine repräsentative Auswahl so genannter "Kleiner Andachtsbilder".

Die Kunstwerke sind erst zu Beginn der 1990er Jahre aus einer Kölner Privatsammlung in das Museum gekommen. Neben Rosenkränzen, Votiven und anderen Devotionalien spielen diese kleinformatigen Graphiken im volksfrommen Gebrauch seit dem Spätmittelalter bis in die heutige Zeit eine besondere Rolle. Sie sind Ausdruck der zu allen Zeiten lebendigen Hoffnung der Menschen auf den Beistand Gottes und der Heiligen in schwierigen Lebenssituationen. So sollten sie ihre Besitzer vor jähem Tod, vor Krankheit und Zauberei bewahren, sie auf Reisen schützen und bei Andacht und Gebet Mittel der Erbauung, Ermahnung und Erinnerung sein.

GEGENWART MITTELALTER

Das Museum Schnütgen neu entdecken

23. März bis 6. Juli 2003

Nach fast 18monatiger Schließung eröffnete das Museum Schnütgen am 23. März 2003 wieder. In der Zwischenzeit wurde die wunderschöne romanische Kirche renoviert: Sie hat eine zeitgemäße Licht- und Lautsprechertechnik und auch ein modernes Vitrinensystem erhalten. Außerdem wurde die Präsentation der kostbaren Kunstwerke neu konzipiert. Der Besucher hat nun verschiedene Möglichkeiten, der Sammlung neu zu begegnen. Ob er den Zusammenhang der miteinander präsentierten Gruppen entdeckt, den wichtigen christlichen Themen nachspürt oder kunsthistorische Entwicklungen erkennt, die neue Konzeption bietet jedem Besucher seine eigene Sichtweise, ohne die Sammlung als Ganzes aus dem Blick zu verlieren.

 Unterstützt wird er dabei von einem sensibel aufeinander abgestimmtendidaktischen System, dessen besondere Neuheit ein audiovisueller Führer ist. Hier erhält der Besucher in einem 175g schweren Gerät Vergleichsabbildungen, gesprochene Erklärungen und thematisch wie zeitlich passende Musikstücke, um die Werke auch sinnlich neu zu erleben. Mit diesem Gerät wird Technik auf neuestem Stand geboten wie sie ähnlich nur im Düsseldorfer Kunstforum und seit kurzem in der Londoner Tate Gallery eingesetzt wird.

FRAGMENTED DEVOTION

Medieval Objects from the Schnütge-Museum Cologne. Eine Ausstellung des Schnütgen-Museums im Charles S. and Isabella McMullen Museum of Art, Boston College, Massachusetts, USA

2000

SAMT UND PAILLETTEN IN NEUEM GLANZ

Die Restaurierung einer gotischen Kasel

9. November 2000 bis 28. Januar 2001

Die spätmittelalterliche Paillettenkasel, ein kostbares Messgewand aus violettem Seidensamt in der Sammlung des Schnütgen-Museums, zählt zu den herausragenden Paramenten der Zeit um 1500. Sie ist aus einem purpurvioletten Seidensamt mit Granatapfelmuster gefertigt, der kurz nach der Mitte des 15. Jahrhunderts in Italien entstand.

Ursprünglich wohl für ein niederrheinisches Frauenkloster geschaffen, gelangte das Messgewand im 19. Jahrhundert in den Besitz der Missionskongregation Societas Verbi Divini in Steyl (Niederlande). 1912 konnte Fritz Witte die prächtige mittelalterliche Kasel für die Sammlung des Schnütgen-Museums erwerben.

Die einjährige Restaurierung der Kasel erfolgte im Kölner Institut für Historische Textilien. Die einzelnen Phasen und Untersuchungsergebnisse der Restaurierung sind in einer begleitenden Ausstellung in den Geschäftsräumen des Bestattungshauses Pilartz anschaulich dokumentiert.

Durch großzügiges Engagement des Kölner Bestattungshauses Pilartz konnte dem Schnütgen-Museum ein wichtiges Exponat der Textilkunst in strahlendem Glanz zurückgegeben werden.

DIE GUTE REGIERUNG

Vorbilder der Politik im Mittelalter

13. Oktober 2000 bis 28. Januar 2001

Mit den Skulpturen der acht Propheten aus dem historischen Kölner Rathaus und ihren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Sammlungen - den Neun Guten Heldinnen und Helden - begegnen uns in dieser Ausstellung Zeugen einer vergangenen Politik- und Rechtskultur. Diese Gestalten sprechen uns auch heute in ihrer zeitlosen Schönheit und Schlichtheit unmittelbar an.

Das gleiche gilt für die Ratschläge, die seit 600 Jahren Kölner Ratsherren (in jüngerer Zeit auch den -damen) gaben und geben. Je nach persönlichen Erfahrungen vermag Jede und Jeder einen Bezug zu der eigenen Lebens- und Berufswelt herzustellen. "Entscheide nichts endgültig, ohne die Parteien gehört zu haben" erinnert die Juristen zum Beispiel an Art. 103 unseres Grundgesetzes: "Vor Gericht hat jeder Anspruch auf rechtliches Gehör."

Ein Wandel hat sich allerdings seit dem Mittelalter in der Neuzeit ereignet: Was damals eine schlichte Weisheit war, die man den Regierenden mit auf den Weg gab, ist heute ein einforderbares Verfassungsrecht der Bürger.

Die Ausstellung bietet den Besucherinnen und Besuchern sowohl einen Kunstgenuss als auch einen spannenden Rückblick auf die Ursprünge unseres Rechtsstaats.

L ´ORO DI SIENA - DAS GOLD VON SIENA

28. Mai bis 15. August 1999

In der romanischen Kirche St. Cäcilien präsentiert das Schnütgen Museum den Schatz des Ospedale di Santa Maria della Scala, des bedeutenden Spitals im Zentrum von Siena. Es liegt an den Treppen der Domfassade und trägt daher den Namen "della Scala". Das im 13. und 14. Jahrhundert erbaute Spital beherbergte Pilger, Waisen und Findelkinder. Es lag an dem aus Frankreich kommenden, wichtigen Pilgerweg nach Rom und Jerusalem und entwiockelte sich zu einem der  berühmtesten Spitäler Italiens.

Der Sienser Schatz dokumentiert eindringlich die kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen Italien und Byzanz und verweist auf die lange Tradition des länderübergreifenden Austauschs im europäischen Kulturkreis.

Das Rheinische Landesmuseum Bonn zu Gast im Museum Schnütgen

1998 / 2001

HIMMELSLICHT

Europäische Glasmalerei im Jahrhundert des Kölner Dombaus

29. Januar bis 19. April 1998

Im Jubiläumsjahr zur 750jährigen Feier der Grundsteinlegung für die gotische Kathedrale in Köln veranstaltet das Schnütgen-Museum eine Ausstellung, wie sie noch nie zuvor versucht worden ist. Dies trifft zwar generell auf Ausstellungen zu, denn sie definieren sich ja durch die Zusammenstellung von Dingen, die normalerweise nicht an einem Ort zusammen zu sehen sind. Dennoch ist "Himmelslicht" innerhalb der Gattung Ausstellung außergewöhnlich, denn Glasmalerei ist kein Ausstellungsgegenstand  wie Bilder oder Skulpturen.

"Himmelslicht" zeigt, wie sich die gotische Glasmalerei zwischen der Regierung des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden ab 1248 und dem Tod des Erzbischofs Walram von Jülich 1349 entwickelte, in eben dem Jahrhundert, in dem die große Kölner Chorhalle vollendet und ausgestattet wurde. Wie die Architekten, die Bildhauer in Stein und Holz und die Maler, so haben auch damals die Glasmaler auf dieser größten Baustelle Europas ihre Erfahrungen aus Nordfrankreich und der Ile de France, vom Oberrhein und aus Böhmen in die Generationen währende Aufgabe der Verglasung von Chorumgang und Obergaden des Kölner Domes eingebracht.

Was in Köln vom ältesten Bibelfenster in der Achskapelle über die Verglasung des Obergaden bis zur Neuverglasung der Chorumgangskapellen zwischen der Mitte des 13. und des 14. Jahrhunderts geschaffen wurde, kann in der Ausstellung im europäischen Kontext betrachtet werden. Für den Besucher erschließen sich die Rheinachse zwischen Mönchengladbach und Königsfelden ebenso wie die Verbindungen zwischen den französischen Denkmälern im Westen und Regensburg, Naumburg und Erfurt im Osten.

KÖLNER SCHATZBAUKASTEN

Die große Kölner Beinschnitzwerkstatt des 12. Jahrhunderts

29. Januar 1998 bis 19. November 1999

Reliquiare, Buchkästen und liturgisches Gerät scheinen aus einer sehr fremd gewordenen Welt zu stammen. Dennoch gibt es nicht nur im Antiquitätengeschäft ein überraschendes Interesse an diesen Dingen. Fan-Clubs verstorbener Vorbilder schaffen auch heute auf ihre Weise "Reliquien". Vor diesem Hintergrund ist es ein großer Gewinn, mit Hilfe der heutigen wissenschaftlich-technischen Mittel die Kölner Beinschnitzwerkstatt des 12. Jahrhunderts von den wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Perspektiven über Materialien und Produktion bis zu ihrer Bedeutung in kulturhistorischer Sicht und in der Frömmigkeitsgeschichte darzustellen.

Die Ausstellung gewährt interessante Einblicke in den Zusammenhang von christlichem Glauben - vor allem der damals zunehmenden Reliquienverehrung - und daraus folgendem künstlerischen Schaffen.

DIE HANDSCHRIFTEN UND EINZELBLÄTTER DES SCHNÜTGEN-MUSEUMS

4. Juni bis 10. August 1997

Die kleine Zahl der Handschriften und Einzelblätter, die das Schnütgen-Museum bewahrt, von der Karolingerzeit bis zum Ausgang des Mittelalters erlaubt einen Überblick über jene Typen liturgischer Bücher, welche über Jahrhunderte die Form und die Textgestalt des Gottesdienstes sowohl in den Gemeindekirchen als auch in den Klöstern bestimmt haben. Zwei Evangeliare, ein Evangelistar und ein Antiphonar, bestehend aus zwei monumentalen Teilbänden für den Winter und den Sommer, bewahren die Texte für verschiedene Bestandteile sowohl der Messfeier als auch des Chorgebetes. Von den drei Kanonblättern mit der Darstellung der Kreuzigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert wissen wir zumindest in einem Fall, dass es aus einem Missale von St. Georg stammt.

In der Ausstellung wie auch im dazu erschienenen Katalog geht es nicht nur um die Handschriften, ihren sorgsamen und umfassend beschriebenen Inhalt, ihren künstlerischen Schmuck und ihren kodikologischen Aufbau, sondern auch um ihre kostbaren Hüllen. So ist der Bestandskatalog der Handschriften und Einzelblätter des Schnütgen-Museums zugleich ein Beitrag zur mittelalterlichen Handschriftenkunde, zur Geschichte der Buchmalerei in Europa und zur Geschichte der Goldschmiedekunst und Elfenbeinschnitzerei von der Karolingerzeit bis zum Ausgang des Mittelalters.

JOSEPH BEUYS UND DAS MITTELALTER

24. Januar bis 19. Mai 1997

Joseph Beuys provoziert noch immer. Auch am elften Jahrestag seines Todes, an dem die Ausstellung "Joseph Beuys und das Mittelalter" eröffnet wird, fordert er den Museumsbesucher, sofern der ein Konsument von Kunst sein möchte, radikal heraus. Weil er Beteiligung und veränderndes Handeln als den Inhalt von Kunst verstanden hat, bleibt sein immer noch irritierendes Credo "Jeder Mensch ist ein Künstler" als konkreter Anspruch an das Individuum bestehen, "in seiner Sphäre den Weltinhalt (zu) gestalten".

Die konstituierenden Elemente der Zeichnungen, Skulpturen, Objekte und Aktionen, die Joseph Beuys hinterlassen hat, sind Substanz, Wort und Zeichen. Sie sind ebenfalls Geist und Materie der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunstwerke im Schnütgen-Museum, der ´Fragmente, die nicht verderben und verloren gehen sollen´, und die von Alexander Schnütgens Nachfolgern gesammelt und bewahrt werden.

Es geht um vergleichendes Erkennen von utopischen und transzendenten Aspekten in sehr unterschiedlichen Bildern und Vorstellungen und um ihre direkte, herausfordernde Bezogenheit auf den Betrachter.

SCHATZ AUS DEN TRÜMMERN

Der Silberschrein von Nivelles und die europäische Hochgotik

1996

Im 1940 wurde die belgische Stadt Nivelles von deutschen Bomben getroffen, die auch die monumentale romansiche Stiftskirche und den 1293 geweihten Silberschrein der heiligen Gertrud in großen Teilen zerstörten. Danach wurden die Skulpturen und Architekturfragmente des großen, fast zwei Meter langen Reliquiars in Gestalt einer gotischen Kathedrale sorgfältig verwahrt. Diese Fragmente in ihrer Bedeutung und Schönheit der Öffentlichkeit wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist das Ziel der vom Schnütgen-Museum in Köln und vom Musée de Cluny in Paris veranstalteten Ausstellung.

HIMMEL HÖLLE FEGEFEUER

Das Jenseits im Mittelalter

Eine Ausstellung des Schweizerischen Landesmuseums in Zusammenarbeit mit dem Schnütgen-Museum

1994

Mit "Himmel Hölle Fegefeuer" wird erstmals der Versuch unternommen, die christlichen Jenseitsvorstellungen und die davon abhängigen Lebensformen mit Kunstwerken und Sachgütern erfahrbar zu machen. Dabei stößt man in der Ausstellung auf eine (begehbare) Jenseits-Welt, die langsam gewachsen und nicht ohne Widersprüche geblieben ist.

Die in der Ausstellung gezeigten originalen Kunstwerke weisen letztlich zu den Flammen des eigenen Höllenfeuers und zu den Strahlen aus dem eigenen Himmel. Damit ist gesagt, dass das persönliche Erleben uns wichtig ist; man soll hier staunen können, sich verwirren lassen und wiederkommen dürfen.

VOR DEM JAHR 1000

Abendländische Buchkunst zur Zeit der Kaiserin Theopanu

1991

Bücher bewahren Geschichte, und die Bücher über Bücher, die im Schnütgen-Museum vornehme Tradition sind, machen vergangene Geschichte lebendig. Im Schnütgen-Museum wird die Zeit der Kaiserin Theophanu vor Augen geführt, deren Grab die Pantaleonskirche in Köln seit tausend Jahren hütet. Im Hauptschiff der Cäcilienkirche konnte die Zeit vor einem Jahrtausend nicht schöner und eindringlicher lebendig gemacht werden als mit einer Reihe von Spitzenleistungen der ottonischen Kunst.

Die fünfzig illuminierten Handschriften, die hier durch Anton von Euw zusammengetragen wurden, gehören zu den kostbaren Kunstwerken, die sich aus dem Mittelalter erhalten haben. Sie sind aber nicht nur deshalb ein Ereignis für das Schnütgen-Museum und für Köln, weil hier Sammlungsgut von unerhörtem Wert für kurze Zeit auf engem Raum präsentiert werden kann, sondern diese Handschriften vermögen auch in konzentrierter Form das Phänomen der ottonischen Renaissance anschaulich zu machen.

GLANZ ALTER BUCHKUNST

Mittelalterliche Handschriften der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin

1990

Handschriften aus dem Mittelalter mit kostbarem Bilderschmuck wurden für den besonderen - das heisst aber auch: sparsamen - Gebrauch durch einen herausgehobenen, begrenzten Personenkreis geschaffen. Sie wurden für diesen Zweck mit besonderer Sorgfalt und hoher Kunstfertigkeit kostbar ausgestattet und sind dadurch Kunstwerke von höchstem Rang und Ansehen.

Anlass für diese Ausstellung ist das hundertjährige Bestehen der Handschriftenabteilung (1886 - 1986). Die Auswahl von 125 Codices bietet einen Querschnitt durch das mittelalterliche Buchschaffen mit besonderer Berücksichtigung der kunsthistorischen Entwicklung der Initial- und Miniaturmalerei. Die Präsentation ist für mehrere Länder der Bundesrepublik Deutschland vorgesehen.

Um ein breites und differenziertes Spektrum der mittelalterlichen Buchkunst aus dem Besitz der Staatsbibliothek vorzuführen, berücksichtigt die Auswahl ganz bewusst außer Spitzenstücken aus etlichen künstlerisch herausragenden Epochen von der Karolingerzeit bis zur Renaissance auch zahlreiche normal ausgestattete, durch bemerkenswerte Zeichnung und Farbe aber immer noch Glanz ausstrahlende Codices aller Jahrhunderte, die Charakteristika bestimmter Landschaften und Stile veranschaulichen. Auch stellt sie den immer wiederholten Bildthemen zum christlichen Heilsgeschehen viele aus dem üblichen Kanon herausfallende Darstellungen geistlichen und weltlichen Inhalts bis hin zu naiv-kuriosen Textillustrationen des Spätmittelalters gegenüber.

IKONEN UND OSTKIRCHLICHES KULTGERÄT AUS RHEINISCHEM PRIVATBESITZ

1990

Anton Legner liegt das Zusammensehen des Östlichen und Westlichen besonderrs am Herzen. Mit dieser Ausstellung versucht er, den im Schnütgen-Museum mehr auf den Westen zentrierten Aspekt der christlichen Kunst zu erweitern und der vom Domkapitular Alexander Schnütgen 1906 der Stadt Köln geschenkten Sammlung neue Horizonte zu geben.

Das frühe Erbe der ostkirchlichen Ikonenauffassung hat unter allen orthodoxen Ländern in Rußland vom 14. bis 18. Jahrhundert seinen reichsten Niederschlag gefunden. Es ist erstaunlich, dass gerade Rußland nicht nur in ungewohnter Strenge die frühe Überlieferung bewahrte, sondern sie auch in größter Vielfalt entsprechend seinen Landschaften und Schulen Gestalt werden ließ, ohne das Erbe zu schmälern oder vom eingeprägtem Sinn fortzurücken. Man möchte meinen, dass die vielen Malerschulen in Rußland schon durch ihre individuellen Eigenarten die frühe Überlieferung aufgehoben oder verwandelt hätten, aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Dem Auge des Betrachters begegnet eine kaum registrierbare Vielfalt von Einzelthemen und Sonderheiten, und doch sind alle streng an ein überliefertes Schema gebunden. Man möchte sogar folgern, dass gerade die strengste Gebundenheit des einzelnen Themas an seine seit der Frühzeit bestehende Formgestalt zu solcher Variation führen konnte. Es ist so, als würde in der russischen Ikonentradition stets ein unverletzter Kern zu tausendfältiger Entfaltung gelangen. Das wäre in der westlichen Welt vor allem der Neuzeit unvorstellbar, und also muss man nach dem Grund fragen.

RELIQUIEN, VEREHRUNG UND VERKLÄRUNG

1989

Die Ausstellung sowie der Katalog präsentieren mehr als nur ´schöne Arbeiten´, ´Klosterarbeiten´, Kunstwerke. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht nicht die Kunst, sondern die Reliquie, die Kunst ist ihre Fassung. Zum Anschauen werden die Reliquien in ihren Spezifica und in ihrem ästhetischen Bezugsfeld gezeigt. Das ist eine Auffassung, wie sie in den Schatz- und Heiltumskammern zum Ausdruck gelangte. Unverständig müsste die heutige Praxis, die nur Fassungen schätzt und Inhalte vernachlässigt, den Menschen von damals erscheinen, die in andächtiger Arbeit und frommer Gesinnung den Schmuck der Reliquien der Heiligen besorgten, weil es doch gewiss töricht sei, aus einem Schmuckstück die kostbarsten Juwelen auszubrechen und wegzuwerfen und nur ihre leeren Fassungen zu bewundern. Reliquiare ohne Reliquien sind wie Verpackungen ohne Inhalt.

ANDACHTSBÜCHER DES MITTELALTERS AUS PRIVATBESITZ

1987

Nach Grimms Deutschem Wörterbuch heisst Andacht: Sammlung der Gedanken auf einen Gegenstand hin, inniges Andenken.

Die neunzig Bücher meist kleinen oder kleineren Formats, aus deutschem Privatbesitz hier zusammengetragen, sind solche Gegenstände, auf die hin man seine Gedanken sammelt.

Im Schnütgen-Museum kann man die kleinen Pergamentbücher mit ihren andachtsvollen Buchstaben und Worten, mit dem Mikrokosmos ihrer ornamentalen Verzierung und mit ihren Andachtsbildern durchblättern und anschauen.

ARATEA, STERNENHIMMEL IN ANTIKE UND MITTELALTER

1987

Eine Ausstellung der vierzig originalen Sternbildminiaturen des berühmten, im 9. Jahrhundert entstandenen Codex Vossianus Lat. Q. 79 der Universitätsbibliothek Leiden, anlässlich des 400jährigen Bestehens der Rijksuniversität Leiden.

ARATEA ist ein Sammelname für die "Phainomena" (Himmelserscheinungen) des griechischen Epikers Aratos von Soloi (um 310 - um 245 v. Chr.). Sie wurden von römischen Dichtern wie Cicero (106 - 43 v. Chr.), Germanicus (15 v. Chr. - 19 n. Chr.) und Avienus (4. Jh. n. Chr.) in lateinischer Sprache bearbeitet und waren in dieser Form den Gelehrten am Aachener Hof Karls d. Großen (768 - 814) und Ludwigs d. Frommen (813 - 840) bekannt. Unter ihrer Herrschaft entstanden Handschriften mit Sternbildminiaturen, die schönste Zeugnisse für die Kontinuität zwischen Antike und Mittelalter sind.

VERSCHWUNDENES INVENTARIUM

Der Skulpturenfund im Kölner Domchor

1985

Inventar heisst Vermögensverzeichnis, Verzeichnis von Einrichtungsgegenständen. So verstanden, könnte es nur den vorliegenden Katalog bezeichnen. Doch dieses Inventarium ist nicht verschwunden, vielmehr erst jetzt angelegt worden.

Inventarium bedeutet auch die Summe der Einrichtungsgegenstände, hier solcher, die einst zum Erscheinungsbild des Kölner Domchors gehörten und im Zuge liturgischer Modernisierungsphasen aus ihm verschwunden sind. Einstmals nicht mehr Benötigtes gelangte in Fragmenten wieder ans Tageslicht. Vom Skulpturenfund im Kölner Domchor ist deshalb im Untertitel die Rede; der Dombaumeister erzählt das Abenteuer der Wiederentdeckung.

ORNAMENTA ECCLESIAE

Kunst und Künstler der Romanik

1985

40 Jahre nach Kriegsende kann Köln den im wesentlichen abgeschlossenen Wiederaufbau seiner 12 romanischen Kirchen feiern. Stadt und Kirche begehen deshalb gemeinsam 1985 das Jahr der Romanischen Kirchen Köln. Aus diesem Anlaß veranstaltet das Schnütgen-Museum der Stadt Köln eine Ausstellung unter dem Titel "ORNAMENTA ECCLESIAE".

Die Ausstellung beschäftigt sich in übergreifender Thematik mit dem Künstler und dem Kunstbetrieb im Hohen Mittelalter, eingebunden in das Weltbild der damaligen Zeit. Entsprechend ihrem Anlaß nimmt die Exposition zunächst auf die romanische Architektur Bezug, indem sie in eigener Abteilung den Baubetrieb der Romanik zeigt und damit veranschaulicht, wie die gefeierten Bauwerke einst entstanden. Von der romanischen Baukunst leitet die Ausstellung sodann zur Bild- und Schatzkunst der Kirchen über, zu den "ornamenta ecclesiae". Hier vermittelt die Ausstellung die geistig-inhaltlichen wie materiell-technischen Aspekte der Kunstwerke.

DIE MESSE GREGORS DES GROSSEN

Vision - Kunst - Realität

1983

Vielleicht sollte man dieses Unternehmen gar nicht als Ausstellung titulieren. Eher schon ist es eine integrierte Präsentation, die für einige Monate in St. Cäcilien ein großartiges Bild entfaltet: um die erzählenden Bilder der Gregorsmesse die ergreifende  Figur des Christus im Elend um die Passionssäule aus dem Braunschweiger Dom, die kostbare Frankfurter Elfenbeintafel mit der Darstellung der heiligen Messe aus der Zeit des frühen Mittelalters und die kleine Zahl erlesener Leihgaben. Wir vermerken ihre Präsenz in Dankbarkeit für die Persönlichkeiten und Institutionen, die mit ihren Leihgaben ein Unternehmen förderten, das sich um die Visualisierung eines großen Gedankengutes der Bildkunst des späten Mittelalters bemüht und sich vielleicht sogar im Sinn der Ökumene als kleiner  Kölner Beitrag zum Lutherjahr beweist.

DIE PARLER UND DER SCHÖNE STIL

Europäische Kunst unter den Luxemburgern

29. November 1978 bis 18. März 1979

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts setzt eine neue Art zu bauen und ein offenerer Sinn für die Wirklichkeit der Erscheinungen dieser Welt ein. Bahnbrecher der neuen Richtung war auch die Baumeister- und Bildhauerfamilie der Parler gewesen, deren Namen aus ihrem Berufsstand herrührt.

Die einzigartige Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Kölner Schnütgen-Museums mit Kollegen und Institutionen aus zwanzig Staaten und vom 29. November 1978 bis zum 18. März 1979.

Die Ausstellung zeigt die Enzyklopädie der Zeit vor dem Hintergrund eines neuen Verständnisses des Menschen zur Umwelt, zur Wissenschaft und zu den Künsten, interpretiert die Bildgehalte in der überkommenen Ikone wie im neu erstehenden wirklichkeitsnahen Porträt, macht bekannt mit dem Phänomen der Rezeption alter Formen und Typen und der neuen empirischen Erfassung der Dinge und Individuen.

MONUMENTA ANNONIS

Köln und Siegburg. Weltbild und Kunst im hohen Mittelalter

1975

Drei Jahre nach "Rhein und Maas" präsentiert das Schnütgen-Museum eine Ausstellung von ebenso großem historischen wie geistes- und kunstgeschichtlichen Interesse. Äußerer Anlaß im Anno Santo 1975 ist das Todesjahr des Kölner Erzbischofs Anno im Jahre 1075. Das Unternehmen steht unter dem gemeinsamen Patronat von S.E. Joseph Kardinal Höffner, Erzbischof von Köln, und John van Nes Ziegler, Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Für die Aufnahme des aus ganz Europa erwarteten Kulturguts höchsten Ranges bietet die rheinische Basilika des 12. Jahrhunderts, das heutige Schnütgen-Museum, einen sehr gemäßen Rahmen. 150 Cimelien und Rarissima aus Kirchen, Schatzkammern, Museen, Bibliotheken und Archiven - mit dem Annoschrein und dem Siegburger Servatiusschatz als dem prachtvollsten Komplex der Ausstellung - sind ausgebreitet im sinnbezogenem Zusammenhang und einem geschlossenen Gedankengebäude integriert, das von Annos Lebzeiten bis zu seiner Kanonisation im Jahre 1183 reicht und in der Darstellung der Verehrung des Heiliggesprochenen noch darüber hinaus.

Dem Besucher erschließen sich Weltbild und Welthistorie des 11. und 12. Jahrhunderts.

RHEIN UND MAAS

Kunst und Kultur 800 - 1400

Eine Ausstellung des Schnütge-Museums und der belgischen Ministerien für französische und niederländische Kultur unter dem Patronat des deutschen Bundespräsidenten und des belgischen Königs

1972

Einundsiebzig Tage lang wird die Kunsthalle Köln zur größten Schatzkammer zwischen Rhein und Maas. Zum ersten Mal dokumentiert die seit langem geplante und vorbereitete Ausstellung mit einer Fülle mittelalterlicher Kostbarkeiten höchsten Ranges die Gemeinsamkeiten und Stilverflechtungen in dieser Kulturlandschaft. 400 exemplarische Werke rheinischer und maasländischer Herkunft werden aus insgesamt elf Ländern zusammengetragen.

Die Großzügigkeit der 158 Leihgeber, zu denen Museen, Bibliotheken, Archive, Kirchen, Klöster und Privatsammlungen gehören, ermöglichte eine Konzeption unter den folgenden Aspekten: Materielle Kultur - Urkunden und Siegel - Münzwesen - "Dinanderie" - Dichtkunst - Musik - Baukunst - Heiltumskammern und Pilgerzeichen - Karolingische Kunst - Kunst aus Byzanz - Ottonische Kunst aus Trier, Essen, Werden, Köln und Lüttich - Reiner von Huy und die Schatzkunst des Maaslandes - Die Schatzkunst vor Nikolaus von Verdun - Skulptur und Buchmalerei an Rhein und Maas im 12. Jh. - Nikolaus von Verdun und die Kölner Goldschmiedekunst - Skulptur, Buch- und Glasmalerei des 13. Jh. - Schatzkunst des 13. Jh. - Holzskulptur des 14. Jh. - Marmor- und Steinskulptur des 14. Jh. - Goldschmiedekunst und Buchmalerei des 14. Jh. - Kunst um 1400.

WELTKUNST AUS PRIVATBESITZ

Erste Sonderausstellung des Schnütgen-Museums

1968