museenkoeln.de … Museum Schnütgen … SAMMLUNGGlasmalerein
Normale SchriftgrößeMittlere SchriftgrößeGroße Schriftgröße Druckversion in neuem Fenster öffnenStadt Köln
Glasmalerein

BEISPIELE

GLASMALEREIEN

Szene des Altenberger Kreuzgangszyklus
Bernhard predigt in Deutschland zum Kreuzzug und heilt Kranke

Köln um 1530, Glasmalerei, 103 x 90 cm
Inv. Nr. M 568

 

Von ehemals 115 Scheiben mit denen der Kreuzgang des Klosters Altenberg ausgestattet war, existieren heute noch 41. Sie befinden sich in Shrewsbury (England), Aachen, New York, Altenberg und Köln. Das Museum Schnütgen besitzt zwölf dieser Gläser. Alle erzählen sie sehr ausführlich das Leben des Hl. Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), der mit seinen Lehren und Taten zum Inbegriff des 12. Jahrhunderts wurde. Besonders interessant ist dabei, dass streng biographische Begebenheiten mit legendären Erzählungen vermischt werden.
In dieser Szene wirbt er während einer Rundreise für den umstrittenen zweiten Kreuzzug und heilt zugleich zahlreiche Kranke und Gebrechliche.

________________________________________________________________________________________

Zwei seifenblasende Knaben
Köln um 1530, Glasmalerei, 82 x 58 cm,
Inv. Nr. M 572

 

Die beiden unbekleideten Jungen, die an Putti erinnern, sind ganz in ihr Seifenblasenspiel vertieft. Die am oberen Bildrand beschnittene Inschrift verweist darauf, dass es sich hier um eine Memento Mori Darstellung handelt. Ein Sprichwort in der Adagia des Erasmus von Rotterdam lautet: "Der Mensch ist wie eine Blase". Der niederländische Maler Quentin Massys war mit Erasmus befreundet und hatte gleichzeitig Beziehungen nach Köln. Auf diesem Weg kann das Motiv nicht nur zu seinem Kölner Kollegen Bartholomäus Bruyn, sondern auch in die Kölner Glasmalerei gelangt sein.
Künstlerisch bewegt sich diese Glasmalerei auf sehr hohem Niveau. Farblich elegant zurückhaltend, schöpft sie alle technischen Möglichkeiten des Braunlotauftrags aus. Die grünen Scheiben sind eine spätere Ergänzung.

________________________________________________________________________________________

Steinigung des hl. Stephanus
Köln um 1280, Glasmalerei, 64 x 57 cm
Inv. Nr. M 524

 

In leuchtend bunten, fast fröhlichen Farben wird das schreckliche Martyrium des Hl. Stephanus gezeigt. Zwei Männer bewerfen den am linken Bildrand knieenden mit schweren Steinbrocken. Im Vordergrund rechts beobachtet Saulus, der nach seiner Bekehrung Paulus genannt wird, das Geschehen. Von einem teppichartigen floralen Muster wird die Szene, die in einem Vierpass dargestellt ist, hinterfangen. Die Scheibe stammt aus einem größeren Kirchenfenster, das wohl die Legende des Heiligen erzählte. Eine weitere Szene aus diesem Fenster befindet sich im Victoria and Albert-Museum in London. Vielleicht gehörten sie ehemals zur Kölner Minoritenkirche. In Frankreich existieren weitere Darstellungen des Hl. Stephanus.

________________________________________________________________________________________

Tobias zieht den Fisch aus dem Wasser
Tobiasmeister um 1500?, Glasmalerei, Dm. 26,40 cm,
Inv. Nr. M 702

 

Seine ganze Kraft setzt Tobias ein, um den riesigen Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Dabei hat er schon den Stiefel verloren. Sein Begleiter, der Engel und der Hund beobachten ihn gespannt. Mit der Leber und dem Herzen des Fisches vertreibt er den bösen Dämon, den seine Braut Sarah befallen hat.
Diese Szene stellt eine Begebenheit aus dem Leben des Tobias dar, das von dem nach ihm benannten Tobiasmeister um 1470 in einem umfangreichen Zyklus geschildert wurde. Die einzelnen Szenen sind heute weit zerstreut. Das Museum Schnütgen besitzt drei dieser runden Kabinettscheiben, die in privaten Wohnhäusern als Schmuck in die Fenster eingebaut waren.

________________________________________________________________________________________

Hl. Margarethe
Freiburg 1528, Glasmalerei, 147 x 53 cm
Inv. Nr. M 595c

 

Imposant füllt die Hl. Margarethe die Bildfläche unter dem hoheitsvollen Baldachin aus. Durch den Märtyrerzweig und den Drachen zu ihren Füßen kann man sie identifizieren. Als Schutzpatronin empfiehlt sie die Stifterin der Scheibe, Margarete Spielmann. Diese war aber zum Zeitpunkt der Entstehung der Scheibe bereits verstorben. Ihr Mann, der auf einer zweiten Scheibe mit dem Hl. Johannes dargestellt ist, hat die Glasmalereien wohl als Gedächtnisstiftung anläßlich ihres Todes in Auftrag gegeben und seine zweite Ehefrau, Helene Hirt, später hinzu malen lassen. Durch solche Stiftungen hofften die Gläubigen ein sichtbares Zeichen ihrer Frömmigkeit zu setzen und der Erlangung des ewigen Lebens ein wenig näher zu rücken. Die kräftigen Farben verleihen den Scheiben eine besondere Leuchtkraft. Sie stammen aus der Kartause in Freiburg

________________________________________________________________________________________.