museenkoeln.de … Museum Schnütgen … SAMMLUNGElfenbeinarbeiten
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Elfenbeinarbeiten

BEISPIELE

ELFENBEINARBEITEN

Maria Immaculata
Ehrgott Bernhard Bendl, Anfang 18. Jh., Elfenbein, H 19.4 cm
Inv. Nr. B 156

 

Die Frau, die auf der Mondsichel steht und dem Drachen den Kopf zertritt, ist eine Vision aus der jüdischen Apokalypse. In der christlichen Kunst wird sie mit der Gottesmutter Maria gleichgesetzt. Das lebhaft bewegte Gewand scheint noch den Kampf mit dem Bösen zu spiegeln, aber die entrückte Haltung der Gestalt wie auch die Materie des Elfenbeins selbst sind Ausdruck der unbefleckten Reinheit Mariens.

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Kamm des Hl. Heribert
Metz 2. Hälfte 9. Jh., Elfenbein, 19 x 12 cm
Inv. Nr. B 100

 

"Damit er seine Gedanken ordne", soll man dem Bischof vor Königskrönungen die Haare kämmen, nachdem er die Kultgewänder angelegt hat, so liest man in alten Zeremonienbüchern. Mit dem Bild der Kreuzigung Christi wird die meisterhafte Elfenbeinschnitzerei über den reinen Zweck hinaus zum frommen Zeichen.

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Geburt Christi
Köln, um 1160 / 1170, Walroßzahn, Reliefplatte, 15 x 11 cm
Inv. Nr. B 104

 

Über dem Mauerring der Stadt Bethlehem erscheinen die Engel und der Stern und darunter die Hirten, denen die Geburt Christi verkündet wird. Maria liegt im Wochenbett neben dem Kind in der Krippe bei Ochs und Esel. Josef sitzt sinnend neben ihr. Eine Besonderheit verbindet die Schnitzerei aus Walroßzahn mit einer größeren Zahl verwandter Arbeiten: Die "gestichelten Faltenlinien" sind typisch für eine leistungsfähige Kölner Werkstatt, die offenbar schon im 12. Jahrhundert "für den Export" gearbeitet hat.

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Harrach-Diptychon
Aachen um 810, Elfenbein, 32 x 21 cm
Leihgabe der Sammlung Ludwig

 

Die vier Evangelisten durch ihre Attribute identifizierbar bekrönen vier ganz knapp erzählte Bilder aus der Heilsgeschichte: die Verkündigung an Maria, die Geburt, die Kreuzigung Christi und schließlich die Botschaft des Engels von seiner Auferstehung. Diese Tafeln sind in der Hofschule Kaiser Karls des Großen entstanden. In seinem ganzen Herrschaftsgebiet hat Karl den sorgfältig aufgeschriebenen Bibeltext verbreiten lassen. Das Gotteswort wurde zwischen kostbare Buchdeckel gebunden. Die Tafeln des "Harrach-Diptychons" wirken wie der Eingang in den heiligen Text. Im 19. Jahrhundert haben sich die beiden Tafeln in der Slg. Harrach befunden. Vermutlich sind sie in dieser Zeit vertauscht worden, so dass die chronologische Reihenfolge der Szenen heute nicht mehr stimmt.

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Memento Mori (Tödlein)
Westschweiz um 1520, Elfenbein, Holz, 12 x 42 x 15 cm
Leihgabe der Sammlung Ludwig

 

Ein Prachtgrab im Miniaturformat aus Ebenholz und Elfenbein wird umstanden von kleinen Figuren. Ob Kaiser oder Bettler, Papst öder Mönch, sie alle sagen auf ihren Schriftbändern: "Es muß gestorben werden". Und im Sarg liegt ein halb verwester, von allerlei Getier angefressener Leichnam. Die Kunstfertigkeit der Schnitzerei, das Interesse an der Anatomie machen das Grausige reizvoll. Vor rund 500 Jahren hat sich ein vornehmer Auftraggeber dieses kostbare "Memento mori" machen lassen, weil damals der Gedanke an das Sterben noch mehr als heute zum Leben gehörte.

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