
Der Bogen der mittelalterlichen Holzskulpturen des Museum Schnütgen spannt sich vom karolingischen Kapitell des 9. Jahrhunderts bis zur vielfigurigen Skulpturengruppe der Zeit um 1520. Zu den großen Schätzen gehören zweifelsohne das Cäcilientympanon, ebenso die Siegburger Madonna oder die gotischen Figuren der ehemaligen Hochaltarmensa der Kölner Domkirche.
Die Anfänge der mittelalterlichen Holzskulptur markieren großformatige Kruzifixe des 10. Jahrhunderts. Der Höhepunkt der Entwicklung setzt mit der Spätgotik im 15. Jahrhundert ein - einer vom Bürgertum getragene Epoche der Schau- und Bilderfreudigkeit. Die Bildschnitzer entwickeln einen ausgeprägten Feinsinn für Stofflichkeit und Material. Eine der bedeutendsten Holzskulpturen des Museums ist der Torso der Christusfigur aus St. Georg aus dem 11. Jahrhundert. Innerhalb des letzten Jahrzehnts kamen weitere hochrangige Neuerwerbungen wie das Dreikönigsrelief des Meisters Arnt oder das kleinformatige Brüsseler Retabel hinzu.
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Auf den mittelalterlichen Zeitgenossen muss die je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen wechselnde Leuchtkraft der mittelalterlichen Glasmalereien eine ungeheure Wirkung ausgeübt haben, galt das Licht im Mittelalter doch als die "unmittelbarste Manifestation Gottes". Die strahlenden oder im geheimnisvollen Dämmerlicht funkelnden Heiligenfiguren oder biblischen Szenen der Kirchenfenster mögen den Eindruck von zum Leben erweckten Boten bzw. Botschaften Gottes vermittelt haben.
Das Museum Schnütgen besitzt eine der europaweit bedeutendsten Sammlungen mittelalterlicher Glasmalereien. Sie umfasst vor allem Arbeiten aus Köln, wo im 13. und 14. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts diese Kunst besondere Blütezeiten erlebte. Daneben birgt der Bestand aber auch Scheiben vom Nieder- und Mittelrhein, aus den Niederlanden und aus Frankreich.
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Große Härte und außerordentliche Elastizität - diese günstigen Eigenschaften machten das Elfenbein schon in der Antike zum beliebten Werkstoff. Bis zum 13. Jh. stand die Fertigung von Reliefplatten für Bucheinbände und Reliquienkästchen im Mittelpunkt der Elfenbeinschnitzerei. Eine deutliche Erweiterung der Gestaltungsmöglichkeiten vollzog sich in der gotischen Zeit. Marienstatuetten sowie profane Gegenstände wie Schachfiguren und Schreibkästchen wurden mit Elfenbein belegt oder daraus geschnitzt.
Das Museum Schnütgen besitzt einige bedeutende Elfenbeinarbeiten wie bspw. den Kamm des heiligen Heribert (850-900) und die Tafel mit Christus und den Heiligen Viktor und Gereon (um 1000).
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Das Museum Schnütgen beherbergt kostbare und kunstvoll bearbeitete Metallarbeiten aus Bronze, Kupfer, Eisen, Silber, Email und Gold.
Gold gilt seit Jahrtausenden als Inbegriff der Kostbarkeit. Keine andere Kunstgattung erfuhr im Mittelalter eine solche Wertschätzung wie die Goldschmiedekunst. Kein anderer Kunsthandwerker verfügte über eine solche Vielfalt an technischen Möglichkeiten wie der Goldschmied. Der virtuose Umgang mit derart kostbarem und symbolträchtigem Material begründete über Jahrhunderte seine Sonderstellung. Er fertigte Gegenstände von höchstem materiellen und ideellen Wert: für die Kirche waren es zumeist liturgische Geräte und Reliquiare.
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Das Museum Schnütgen besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Textilkunst weltweit. Rund 3500 Gewebe, Stickereien und Wirkereien sowie an die 300 liturgischen Gewänder gehören zum Bestand. Sie können uns ein geschlossenes Bild der europäischen Textilgeschichte vom 4. bis zum 18. Jahrhundert vermitteln. Den Grundstock dieser exquisiten Sammlung legte Alexander Schnütgen, der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Sammlerlaufbahn mit historischen Textilien begann. Sie sollte ihn zeitlebens besonders faszinieren.
Mit der Eröffnung des Kulturquartiers am Neumarkt 2010 präsentiert das Museum Schnütgen endlich eine erlesene Auswahl kostbarer Stoffe.
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Die graphische Sammlung des Museum Schnütgen umfasst eine bedeutende rheinische Federzeichnung aus dem 15. Jh. mit der „Umarmung des Kreuzes" und eine ca. 2.600 Blätter umfassende Sammlung an so genannten Kleinen Andachtsbildern aus dem 16. bis 20. Jh. Mit dieser Sammlung, die Axel Rodert dem Museum zwischen 1990 und 1996 schenkte, kann das Museum Schnütgen heute einen repräsentativen Überblick über dieses Genre bieten.
Erste Kleine Andachtsbilder lassen sich bereits seit dem Beginn des 14. Jhs. nachweisen. Sie bedienten zunächst das Bedürfnis der Gläubigen nach privater, inniger und individueller Andacht. Die Bilder zeigten christliche Szenen, darunter vor allem solche des Christuskindes, des leidenden Christus, Maria mit Kind oder Heilige. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich nicht nur die Herstellungstechniken, auch die Funktionen rund um die Andacht wurden vielfältiger: so verschenkte man bspw. die Kleinen Bildchen als Grußkarten, erwarb sie auf Pilgerreisen als Erinnerungstücke, als „Berührungsreliquien" dienten sie dem Schutz des Gläubigen und so genannte Schluckbilder wurden im Glauben an eine heilsame Wirkung in Wasser aufgelösten und getrunken.
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Handschriften und Einzelblätter
Die kleine Zahl der Handschriften und Einzelblätter von der Karolingerzeit bis zum Ausgang des Mittelalters, die das Museum Schnütgen bewahrt, erlaubt einen Überblick über jene Typen liturgischer Bücher, die über Jahrhunderte die Form und die Textgestalt des Gottesdienstes sowohl in den Gemeindekirchen als auch in den Klöstern bestimmt haben.