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Zug der Erinnerung

„Zug der Erinnerung" - Ein aktives Denkmal

Vom 13. bis 15. März 2008 macht der "Zug der Erinnerung" Station im Kölner Hauptbahnhof.

In den Waggons des „Zuges der Erinnerung" wird die Geschichte der Deportationen in Europa in beispielhaften Biografien nacherzählt. Schwerpunkt ist das Geschehen im Deutschen Reich, von der Zustellung der Deportationsbescheide, dem Verlassen der Wohnungen über den Weg zu den Sammellagern und Zügen bis in die Ghettos und Lager..

In einem eigenen Ausstellungsbereich werden exemplarisch Täter der unterschiedlichen Funktionsebenen vorgestellt, die im Reichsverkehrsministerium, bei der SS oder als Logistikplaner bei der Reichsbahn für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten.

Das Projekt wird von Bürgerinitiativen aus der ganzen Bundesrepublik getragen und ist seit dem November 2007 in deutschen Städten und Gemeinden unterwegs. In jedem Ort werden Biographien ergänzt, so dass die Ausstellung bis zum 8. Mai 2008, dem Tag, an dem der Zug die Gedenkstätte Auschwitz erreichen soll, immer vielfältiger wird. Es entsteht ein aktives Denkmal, das den etwa eine Million ermordeten Kindern und Jugendlichen gewidmet ist.

Seit 1938 wurden mehrere hunderttausend jüdische Kinder und Jugendliche vom nationalsozialistischen Regime deportiert, seit 1941 aus ganz Europa mit dem Ziel, sie zu ermorden. Wie viele es waren, ist auch heute noch unbekannt. Schätzungen nennen die Anzahl von mehr als einer Million. Auch als „Zigeuner" verfolgte Kinder und Jugendliche wurden Opfer des Völkermordes.

In Köln lebten um 1925 rund 16.000 Menschen jüdischer Religionszugehörigkeit. Bis 1939 war etwa die Hälfte von ihnen emigriert. Nach einer ersten Deportation von Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit im Oktober 1938 setzten in Köln im Herbst 1941 die großen Deportationen ein. Mehr als 7.000 Menschen starben in den Ghettos Litzmannstadt, Riga und Theresienstadt oder in Vernichtungslagern wie Auschwitz-Birkenau, Kulmhof oder Treblinka. Unter ihnen befanden sich mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche.

Seit 1940 wurden mehr als 600 Kölner Sinti und Roma deportiert. Die Anzahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen war innerhalb dieser Familien besonders hoch, weil ihnen eine Emigration nahezu unmöglich war.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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