Schon ein Blick zurück zeigt, dass es genug Stoff gab, mit dem sich hoch motivierten Forscherinnen und Forscher auseinandersetzen konnten. Auch die Overbeckschule, so deren heutige Leiterin Elisabeth Koßmann, sei während der NS-Zeit „stramm rechts" gewesen und habe sich dem Regime angepasst. So war es hier wie anderswo: „15.11.1938: Jüdische Kinder dürfen keine öffentlichen Schulen mehr besuchen", steht auf einer der Ausstellungstafeln, die im Laufe des Projekts produziert wurden.
Von ihrer Schule aus erkundeten die Kinder die nähere Umgebung und stießen dabei auf zahlreiche „Stolpersteine", die der Kölner Künstler Gunter Demnig in Erinnerung an hier ehemals wohnende und während der Zeit des Nationalsozialismus ermordete jüdische Kölner in den Ehrenfelder Straßen verlegt hat. Die Projektteilnehmer erforschten die Lebensgeschichten der damals Verfolgten und produzierten ihrerseits „Stolpertafeln", auf denen in knapper Form die Angaben der Stolpersteine wiedergegeben waren.
Am 7. Februar 2008 war es soweit: Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden auf dem Weg von der Oberbeckschule zum nahe gelegenen Annaplatz präsentiert, wobei jedem Stolperstein ais Pappe ein kompetenter Pate aus den Reihen der Schüler zugeordnet war, der jedem Interessierten auf Wunsch mit näheren Informationen und Erzählungen aus dem Leben der von ihnen vorgestellten Person weiterhelfen konnte. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums, war beeindruckt, „mit welcher Ernsthaftigkeit und Kreativität die Kinder das Thema bearbeitet haben".
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
