„Meine Stimme gegen rechts" heißt ein von der Melanchthon-Akademie angestoßenes Projekt, dessen Titel im Wortsinn in die Tat umgesetzt wird. Es geht nämlich darum, dass Schulklassen in Eigenregie Radiosendungen produzieren und durch diese Eigeninitiative in der Öffentlichkeit ihr Eintreten für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft verbreiten können. Das alles geschieht durchaus auf professioneller Ebene, denn es konnten erfahrene Journalistinnen und Journalisten gewonnen werden, die die Gruppen im Produktionsprozess mit Know How, Ideen und Zuspruch begleiten.
Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen anzuregen, sich mit Themenkomplexen wie Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit oder Antisemitismus auseinandersetzten. Auf diese Weise soll insbesondere deren Fähigkeit zu erhöhter Toleranz in unserer Gesellschaft über den Schulunterricht hinaus gestärkt werden. Dabei entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst, welche Themen sie ansprechen und wie sie sie umsetzen möchten. Die Lehrenden sind Berater und Begleiter, nicht aber Akteure.
Die jungen „Radiomacher" sammeln zunächst Gedanken und Ideen, um die dann in Form eines Drehbuchs szenisch umzusetzen. Bei der Erstellung dieses Manuskripts lernen die Schülerinnen und Schüler Konflikte von deren Ursachen her zu begreifen und gleichzeitig Lösungsansätze zu entwickeln. Als Akteure vor dem Mikrofon (Reporter, Sprecher) interpretieren die Drehbuchautoren die von ihnen geschaffenen Figuren selbst und entwickeln so auch die Fähigkeit, sich in andere Rollen zu versetzen.
Bei der Verarbeitung des so produzierten Materials mit Hilfe der digitalen Technik bis zur sendefertigen Hörfunksendung begreifen die Projektteilnehmer schließlich auch, wie leicht (und gefährlich) es ist, auf diese Weise die Wirklichkeit zu verfälschen. So lernen sie, ihre Haltung gegenüber den Medien zu überdenken zu relativieren, um auf diesem Weg dann ihre Medienhörigkeit schrittweise abzubauen.
Der gesamte Produktionsprozess wird rund 20 Unterrichtstunden betragen, an deren Ende das „Schulklassenredaktionsteam" wie die begleitenden und beratenden Medienschaffenden dann die fertige Radiosendung präsentieren können. Dabei entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst, welche Themen sie ansprechen möchten, sie verfassen mit Hilfestellungen ein eigenes Manuskript, sie gestalten die Interviews und sprechen/moderieren ihre Texte selbst. Die Lehrenden sind Berater und Begleiter, nicht aber Akteur.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
