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 Erinnern - Eine Brücke in die Zukunft  - 13. Jugend- und Schüler-Gedenktag 2010

 In den Räumen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, EL-DE-Haus am Appellhofplatz 23-25, werden vom 23. Januar bis 21. Februar 2010 (Eröffnung: 22. Januar) Arbeiten von Schülern und Jugendlichen zu sehen sein, die für den 13. Jugend- und Schüler-Gedenktag 2010 produziert werden.

1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und rief Schüler und Jugendliche dazu auf, sich mit dem Thema NS-Herrschaft auseinander zu setzen.

Auch in diesem Jahr werden sich wieder zahlreiche Jugend- bzw. Schülergruppen aus Köln und dem Umland am 13. Jugend- und Schüler-Gedenktages beteiligen. Die Altersspannbereite der Schüler und Jugendlichen variiert genauso (Grundschüler bis 12. Klasse Gymnasium) wie die unterschiedliche thematische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und deren künstlerische Umsetzung. Einige dieser Arbeiten werden im Folgenden kurz vorgestellt.

 

Körperfragmente
Leistungskurses Kunst 12. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Pulheim

Die Ausstellungsobjekte sind das Ergebnis einer engen inhaltlichen Auseinandersetzung der Schüler mit einem Besuch der Gedenkstätte Brauweiler. Die künstlerische Umsetzung erfolgte in Tonskulpturen, Malerei und Fotografie. Die Kunstobjekte wurden in Pulheim im Jahr 2009 bereits der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 „Der Zweite Weltkrieg" - „Erinnern an die Vergangenheit" - Power-Point-Präsentation „Deutschland wird eine Diktatur"
Der Geschichtskurs der 10. Klasse der Realschule am Rhein

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts sollten sich Schüler mit frei gewählten Themen zu der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen. In Fotocollagen haben die Schüler sich u.a. mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Thema an die Vergangenheit zu erinnern auseinander gesetzt. Plakat „Erinnern", hier werden verschiedene Orte der Erinnerung aufgeführt. Plakat „Zweiter Weltkrieg" hier werden Stationen der Kriegsvorbereitung aufgelistet und an die Toten gedacht, an die Soldaten, die Toten der Vernichtungs- und Konzentrationslager und die zivilen Opfer.

Einige Schüler haben eine moderne Präsentationsform gewählt, eine Power-Point-Präsentation zu dem Thema „Deutschland wird eine Diktatur". Zu sehen sind 20 gestaltete Text-Bild-Dokumente.

 

 Der lila Winkel
Yannick Ginczek, Manuel Sanmugam, Shahin und Shahar Sadeghi von den Zeugen Jehovas

Dokumentation des Schicksals zweier Zeugen Jehovas, die während der Zeit des Nationalsozialismus den Kriegsdienst zu verweigern; beide wurden hingerichtet. Eine weitere Tafel beleuchtet den Umgang mit Zeugen Jehovas in der Gegenwart - am Beispiel von Usbekistan - und soll auf die heute noch existierende Intoleranz im Umgang mit religiösen Minderheiten verweisen.

 

„Ich dachte...wir sind alle auf dem Weg"
Das Kunstwerk haben die Schülerinnen Martha, Elena, Lena, Ines und der Schüler Leonardo aus Herkenrath gestaltet.

Schüler aus verschiedenen Schulen in Herkenrath, der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums haben sich mit dem Thema „Menschsein" auseinander gesetzt. Wichtig ist, dass alle Menschen gleich sind, sich keiner über den anderen erheben soll. Dass die Menschen nur gemeinsam, mit gegenseitiger Unterstützung ein gutes Leben führen können. Dass Selbstsucht, Gier allen Menschen schadet, da diese Charaktereigenschaften die anderen Menschen daran hindern, ein gutes Leben zu führen.

Das Bild der Brücke steht für ganz verschiedene Aspekte, z.B. die Brücke als Mittel Hindernisse im Leben zu überwinden. Die Brücke als Beispiel eigene Vorurteile abzubauen, wenn man über den eigenen Schatten springt. Der Brückenschlag zum Mitmenschen, um gemeinsam Schwierigkeiten zu beheben. Und die Brücke als Beispiel dafür, dass viele berühmte Menschen bereits Brücken geschlagen haben und uns Mitmenschen damit Wege geebnet haben, wie z.B. Jesus, Gandhi, Buddha usw.

 

 „Neue Denkmäler oder worüber man nicht staunt, das vergisst man..."
Ein Projekt der 10. Klasse der Gesamtschule Rodenkirchen

Die Schüler haben sich dem Thema „Erinnerung" auf vielfältige Weise genähert. An einem Mobile hängen Aussagen von Schülern, was für sie Erinnerung bedeutet.

Andere Schüler haben sich verschiedene Orte der Erinnerung in Rodenkirchen ausgesucht wie den Marktplatz, das Rheinufer in Sürth/Weiß, den Forstbotanischen Garten und das Schulgelände. Zu diesen Orten sind sechs Arbeiten entstanden, in denen die Schüler einen Ort aus ihrer Umgebung im Zusammenhang mit der Zeit des Nationalsozialismus setzen.

Beispiel E: „In memoriam": In die Bodenplatten des Rodenkirchener Marktplatzes werden die Buchstaben „In Memoriam" zusammen mit Porträts bekannter Opfer des Nationalsozialismus wie Sophie Scholl oder Anne Frank eingraviert. Das „Denkmal" bleibt normaler, d.h. begehbarer Teil des Platzes. Die Porträts wird man instinktiv vielleicht nicht betreten, dafür aber darüber kurz nachdenken.

In einer Box können die Besucher zum einen Zettel einwerfen, was für sie Erinnerung bedeutet und sie können auch wählen, welches der vorgestellten Erinnerungsprojekte ihnen am besten gefällt.

25 Schüler haben an dem Projekt mitgewirkt; die Namen sind neben dem Projekt auf einem Plakat zu lesen.

 

„Stolperstein Putz-Patenschaften" und „Begehbare Kinderbücher"
Zwei Projekte der Katholischen Grundschule Overbeckstraße

Projekt „Putz-Patenschaften": Kinder der KSG Overbeckstraße aus allen Klassen haben für 10 Stolpersteine in Ehrenfeld eine Putz-Patenschaft übernommen; sie kümmern sich darum, dass die Stolpersteine von Dreck gesäubert werden und damit immer würdig anzusehen sind.

Projekt „Kinderbücher": die Schüler der Klasse 4b haben Kinderbücher zu den Themen: Ausgrenzung, Nationalsozialismus sowie Krieg und Frieden gelesen. Die Kinder haben dann begehbare Kinderbücher gebastelt. Die einzelnen Kinderbücher enthalten den Titel (ein Titelbild), geben den Inhalt kurz wieder und was sie aus diesem Buch für sich gelernt haben. Das Projekt zeigt in hervorragender Weise, dass sich auch Grundschulkinder mit der Zeit des Nationalsozialismus kindgerecht auseinandersetzen können. Das Projekt wurde von LAP (Lokaler Aktionsplan, Bundesprogramm „Vielfalt tut gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie") gefördert.

 

„Garten der Zukunft"
Ein Projekt des Differenzierungskurses der Gesellschaftswissenschaften Klasse 8 des Genoveva-Gymnasiums

Im Böckingpark pflanzten die Schüler 20 Hainbuchen als Erinnerung an Kinderopfer der Euthanasie. Die Schüler sind Schicksalen dieser Kinder nachgegangen. Darüber hinaus wurde der Umgang mit behinderten Menschen heute hinterfragt. Das Projekt soll gleichzeitig einen Beitrag der eigenen Verantwortung für eine gute Gegenwart und Zukunft leisten. Die Schüler haben unter fachlicher Anleitung Hainbuchen gepflanzt. Die Aktion ist Teil einer Modellprojektreihe der Montagsstiftung Jugend und Gesellschaft aus Bonn, die in verschiedenen Schulen in drei Ländern realisiert wird, begleitet von der Künstlerin Valentina Pavlova.

 

„Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944
3. und 4. Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Mülheimer Freiheit mit Unterstützung des Lernorts Jawne

Tamar Dreyfuss hat ihre Lebensgeschichte Schülern der 3. und 4.Klasse erzählt. Die Kinder haben sich intensiv mit ihrer Lebensgeschichte auseinandergesetzt. Sie haben ihre Geschichte erfragt, gezeichnet, aufgeschrieben und gemalt.

Die Kinder haben ihre Umgebung in Köln-Mülheim nach Spuren jüdischer Vergangenheit erkundet und sich mit jüdischen Traditionen auseinander gesetzt.

Das Projekt wurde von dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" gefördert.

 

„Kein Ort für Rassismus" - Jugendkalender Bergheim 2010
Es haben verschiedene Bergheimer Schulen an dem Wettbewerb teilgenommen. Präsentiert werden Beiträge der Paulusschule, des Erftgymnasium, des Gutenberg-Gymnasium und der Geschwister-Scholl-Realschule.

Es werden 13 Entwürfe gezeigt, die im Rahmen eines Wettbewerbs eingereicht worden sind. Die Entwürfe beschäftigen sich mit dem Thema Rassismus auf ganz unterschiedlich künstlerische Weise: Fotocollagen, Fotografie und Malerei. Es ist eine subjektive Auswahl. Das Siegermotiv wird auch präsentiert.

 

Umbenennung der Carl-Diem-Straße
12. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums aus Pulheim
Alexander Hollstein, Luisa Henke, Nadja Tienen, Alina Maggiore, Laura Harzheim, Foojan Alleabaei, Sven Becher, Christian Schöne

Hintergrund: Umbenennung der Carl-Diem-Straße. An der Aktion des „Bunten Netzwerks", eine Initiative, die sich auch für die Umbenennung der Straße eingesetzt hatte, hat sich auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium beteiligt.

Gezeigt werden Auszüge zur NS-Positionen des Sportfunktionär Carl Diem sowie die Ergebnisse einer von den Schülern durchgeführten Umfrage in Pulheim. Außerdem ist ein Interviewausschnitt zu hören, der mit einem Zeitzeugen geführt wurde, der damals eine sportpolitische Rede Diems in Berlin gehört hat. Und schließlich werden Titelseiten einer fiktiven Berichterstattung über Carl-Diem präsentiert.

 

Besuch des Camp Vlucht in den Niederlanden
Klasse 9c des Dreiköniggymnasiums

80 Schüler und Schülerinnen des Dreiköniggymnasiums der Stufe 9 haben das Camp Vlucht in den Niederlanden besucht. Ihre Eindrücke dieses Besuchs haben die Schüler auf einem Plakat wiedergegeben: die Auseinandersetzung mit den Themen Nationalsozialismus, der besetzten Niederlande und der Zwangsarbeit bei der Firma Phillips.

 

Israel AG - Austauschprogamm

Es gibt seit Jahren ein Austauschprogramm zwischen dem Dreiköniggymnasium in Köln und der Open Democratic School in Tel Aviv. Jedes Jahr besuchen sich Schüler aus beiden Städten gegenseitig. Dokumentiert ist einmal das Austauschprogramm mit einer Chronologie und Gedichte auf Englisch und Hebräisch, die Schüler verfasst haben.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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