
Stolpersteine sind 10 x 10 x 10 cm große Betonquader, in die eine Messingplatte verankert ist. Auf den Messingplatten werden die Namen und Daten von Menschen mit Schlagbuchstaben eingeschlagen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Das Besondere an diesem Projekt des Künstlers Gunter Demnig ist, dass diese kleinen Erinnerungsmale genau an den Orten verlegt werden, an denen die Menschen vor ihrer Flucht oder Verhaftung lebten. Damit wird individuell an Verfolgte erinnert, aber es werden auch Fragen nach der Täter- und Mittäterschaft aufgeworfen, indem der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Verfolgung an den ehemaligen Wohnorten deutlich markiert wird. Die Stolpersteine beruhen außerdem auf dem Prinzip des Engagements: Ein Stolperstein wird dann verlegt, wenn Einzelne oder Gruppen, wie etwa Schulklassen, eine kostenpflichtige Patenschaft übernehmen.
Seit 1990 entwickelte Gunter Demnig das Projekt „Hier wohnte - Stolpersteine" mit verschiedenen Erinnerungsmalen, die er in Köln erstmals zum Gedenken an die Verfolgung von Sinti und Roma anbrachte. Inzwischen sind 1.629 Stolpersteine in Köln und insgesamt rund 22.800 Stolpersteine in 529 Orten in der Bundesrepublik [Stand: Dezember 2009] verlegt worden. In Österreich, Italien, Ungarn, Ukraine, Belgien, Polen und Tschechien sind bislang insgesamt 36 Städte an dem Projekt beteiligt.
Eine Chronologie zu den Stolpersteinen sowie Informationen zur Übernahme einer Patenschaft gibt es unter http://www.stolpersteine.com
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