Die libanesische Künstlerin Reem Akl ist vom 3. September bis zum 3. Dezember 2012 als Residentin in Köln und arbeitet im NS-DOK. Im Gegenzug geht der in Köln geborene Schriftsteller Rainer Merkel vom 23. September bis 23. Dezember 2012 nach Beirut.
Reem Akl, geb. 1982, lebt in London und Beirut. Sie studierte Wirtschaft an der American University of Beirut und setzte ihr Studium an der London School of Economics mit einem M.A.-Abschluss 2004 fort. Es folgte ein Studium an der University of the Arts London und 2011 ein M.A.-Abschluss in Fotojournalismus und dokumentarischer Fotografie. Ihre Arbeiten sind stark rechercheorientiert. Ihre Schwerpunkte liegen im Dokumentieren von Geschichte(n) in ihrem breiten historischen Kontext. Sie hat in mehreren öffentlichen Archiven gearbeitet, insbesondere im Rahmen ihres aktuellen Projektes „a proper state of repair", einer Untersuchung über die (De)Konstruktion von Geschichte und Erinnerung, die Gedenkpolitik und die (Wieder)Aneignung der archivierten Inhalte. Die Arbeiten von Reem Akl wurden in Gruppenausstellungen in Beirut, London und Barcelona gezeigt.
Rainer Merkel ist 1964 in Köln geboren, hat Psychologie und Kunstgeschichte studiert und lebt in Berlin. Zu seinen Romanen zählt »Das Jahr der Wunder«, für den er den Preis der Jürgen-Ponto-Stiftung erhielt, und »Lichtjahre entfernt«, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand. Sein neuestes Werk heißt »Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan« und erscheint im Oktober 2012. Rainer Merkel hat ein Jahr lang als Mitarbeiter bei der Hilfsorganisation Cap Anamur in einer Psychiatrie in Liberia gearbeitet. Er reiste in die drei vom Krieg verwüsteten Länder und fragt in seinen Reportagen, welche Anziehungskraft Traumata und Gewalt auf Menschen haben können.
Ziel ist des Residenzprogramms ist es, den interkulturellen Austausch zu fördern, indem sich die Künstler mit der Vergangenheit und der Aktualität der Partnerstadt durch (Kunst-) Dokumente und persönliche Erfahrungen vertraut machen. Die Kunst widmet sich sozialen und geschichtlichen Aspekten der jeweiligen lokalen Lebenswelten; sie schafft auch nachhaltige Kontakte zwischen Kulturschaffenden und Kunsteinrichtungen vor Ort.
In Köln stellt das NS-Dokumentationszentrum seine Archive und Dokumente für die Recherchen der Künstlerin aus Beirut zur Verfügung, in Beirut wird der ausgewählte Künstler mit dem Archiv des UMAM und der Stadt arbeiten. Die Ergebnisse des Projektes werden bis Ende 2013 in den beteiligten Institutionen in Köln und Beirut vorgestellt.
Das Künstlerstipendium wird ermöglicht durch die städtischen Kulturämter in Köln und Beirut, der Heinrich Böll Stiftung Middle East, UMAM Documentation & Research Beirut, dem Bundesverband Bildender Künstler Köln e. V., dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und der Deutschen Botschaft Beirut.
Weitere Informationen unter http://www.stadt-koeln.de/5/kulturstadt/kulturfoerderung/10670/ oder direkt über den Koordinator des Projektes: Stanislaw Strasburger, Tel. 0175-9292074 (u. +961-71491906) oder stanislaw.strasburger@googlemail.com.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
