NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
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Erweiterung des NS-DOK

Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums

 

Ausgebaut - erweitert - erneuert
Erweiterung des NS-DOK im EL-DE-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt

Die am 2. Dezember 2012 mit einem Festakt gefeierte Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums, so berichtete die Kölner Presse, sei der bisher wohl bedeutendste Schritt in der Entwicklung der 1988 gegründeten und seitdem vielfach ausgezeichneten Einrichtung. Vor rund 1.000 Gästen - unter ihnen zahlreiche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen - sprach Direktor Werner Jung von einem „großen Wurf" und einem „fantastischen Fortschritt" für die Einrichtung, die als Kombination von Gedenkstätte, Bildungsstätte und Lernort einer Kommune bundesweit einzigartig ist. In der Tat ist die Dimension der Erweiterungen und Veränderungen beeindruckend: Die zusätzliche Fläche von fast 1.000 Quadratmetern bedeutet einen erheblichen Fortschritt für die größte lokale Gedenkstätte in Deutschland. Innerhalb von nur vier Monaten konnten die wesentlichen Umbauarbeiten abgeschlossen werden.

Die Veränderungen kommen allen Arbeitsbereichen des NS-DOK zu gute: dem Gedenken, Forschen und Vermitteln. Der Sonderausstellungsraum wanderte in die bisherigen Ausstellungsräume der Galerie ins Erdgeschoss und kann sich damit stärker öffentlich präsentieren. Das darunter liegende Gewölbe dient ebenfalls als Raum für Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen von Theater, Musik und Literatur. Im bisherigen Sonderausstellungsraum ist ein Pädagogisches Zentrum entstanden mit Gruppenräumen, Vortragsraum und dem innovativen Geschichtslabor, das selbstforschendes, entdeckendes Lernen ermöglicht. Der um 40 Prozent vergrößerten Bibliothek ist jetzt eine moderne Mediathek angeschlossen. Der stark gewachsene Bereich der Dokumentation mit Archiv und Arbeitsplätzen findet jetzt im Untergeschoss Platz.

Der Innenhof als Teil der ehemaligen Hinrichtungsstätte wird Teil der Gedenkstätte Gestapogefängnis. Ein Wettbewerb für seine künstlerische Gestaltung ist bereits entschieden. Der Berliner Künstler Thomas Locher wird seinen spektakulären Entwurf verwirklichen, der eine Verspiegelung aller Wandflächen im Bereich des Innenhofs vorsieht. Außerdem ist das Foyer jetzt erheblich größer und die beiden Parkbuchten vor dem neuen Eingang werden weggefallen. Durch ein neues Pflaster entsteht ein kleiner Vorplatz vor dem EL-DE-Haus. Bis zum Frühjahr kommt ein behindertengerechter Aufzug zum Einbau.

Auf dem Festakt am 2. Dezember 2012 sprachen Oberbürgermeister Jürgen Roters, der Vorsitzende des Vereins EL-DE-Haus e.V. - Förderverein des NS-Dokumentationszentrums, Peter Liebermann, und Dr. Werner Jung. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von Rolly Brings und Bänd, dem Markus Reinhardt Ensemble, dem Epstein's Klezmer Tov Ensemble und dem Duo Kontrasax mit Christina Fuchs und Romy Herzberg.

 

 

 

1. Sonderausstellung im neuen Sonderausstellungsraum

Gold und Asche - Die Geschichte der Häuser Appellhofplatz 21 und 23-25

1. Februar 2013 bis 20. Mai 2013 (Eröffnung: 31. Januar)

Die Geschichte der beiden Häuser Appellhofplatz 21 und 23-25, in denen das NS-Dokumentationszentrum seine Dauer- und Sonderausstellung präsentiert und sich die Gedenkstätte Gestapogefängnis befindet, birgt einen eigentümlichen Gegensatz: Gold und Asche spielen dabei eine zentrale Rolle.

Im Haus Appellhofplatz 21, erbaut 1857, wurde über Jahrzehnte hinweg Gold verarbeitet und dort führte der Eigentümer beider Häuser, Leopold Dahmen, seinen Goldwarengroßhandel, bis das Haus schließlich im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Auf dem Grundstück Appellhofplatz 23-25, auf dem lange Zeit ein herrschaftliches Wohnhaus stand, wurde 1934/35 ein neues Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Schon im Rohbau mietete die Staatspolizei Köln das Gebäude an und ließ im Kellergeschoss ein Gefängnis einbauen. Die Kölner Stapo hat Tausende Menschen in ihren Räumlichkeiten gefoltert. Hunderte Gefangene wurden seit Herbst 1944 im Innenhof des Gebäudes ermordet. In den letzten Kriegswochen wurden die Akten, die über die Inhaftierten hätten Auskunft geben können, zunächst weggeschafft und dann verbrannt.

Eine Ausstellung von Martin Vollberg und des NS-Dokumentationszentrums

 

Termine für das Geschichtslabor werden ab dem 1. Februar 2013 vergeben. Buchungen sind ab sofort über den Museumsdienst möglich.

 

IMPRESSUM

Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln