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museenkoeln.de … NS-Dok … Gedenkstätte "Gestapogefängnis"RundgangZelle 8 und Wandinschriften
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Gedenkstätte "Gestapogefängnis" … Rundgang

Blick in Zelle 8 und Wandinschriften

Sie können hier in eine der zehn Zellen blicken, die seit der Einrichtung der Gedenkstätte mit einer Glastür geschützt werden. Die Größe dieser Zelle beträgt etwas mehr als 5 m². Das Gefängnis liegt im Souterrain, und nur durch kleine, mit Eisengitter und Drahtglas gesicherte Fenster dringt Tageslicht. Da das EL-DE-Haus mitten in der Stadt liegt, konnten die Schreie der Häftlinge und der penetrante Geruch der hygienisch unzumutbaren Zellen nach außen dringen.

Das Hausgefängnis der Gestapo war ein Untersuchungsgefängnis, d.h. die Häftlinge waren hier nur solange untergebracht, wie die Verhöre andauerten, dennoch blieben sie mitunter mehrere Wochen und sogar Monate hier eingesperrt. Die Zellen waren für ein bis zwei Personen gedacht, doch wurden sie - insbesondere in den letzten Kriegsjahren - extrem überbelegt. Selbst die Gestapo sprach im November 1944 von einer acht- bis zehnfachen Überbelegung. In Zelle 6 sollen sogar bis zu 33 Häftlinge eingepfercht gewesen sein, wie eine französische Inschrift aussagt, die an der Wand der hier zu sehenden Zelle erhalten geblieben ist. An den Wänden und im Boden sind außerdem noch deutlich die Spuren der Pritschen zu erkennen, die in den letzten Kriegsmonaten entfernt wurden, um Platz zu gewinnen.

In den Zellen warteten die Gefangenen auf ihre Vernehmungen. Sie wurden lediglich morgens und am späten Nachmittag zur Toilette und zu den Waschanlagen geführt. Für den Rest des Tages mussten sie ihre Notdurft in einem Eimer verrichten, der in der Ecke der Zelle stand und entsprechenden Gestank verursachte. Einen Hofgang gab es nicht. Zum Essen erhielten die Gefangenen morgens Kaffee-Ersatz und abends Tee mit jeweils zwei Scheiben trockenem Brot und mittags eine dünne Suppe.

An den Wänden der Zellen sind die Inschriften der Gefangenen zu erkennen. Sie sind ein einzigartiges Dokument und erinnern am eindrücklichsten an die Opfer der Gestapo. Nach aufwändigen Restaurierungen in den Jahren 1980 und 1981 sind rund 1800 Inschriften oder Zeichnungen gezählt worden, jedoch lässt sich bei genauem Hinsehen eine Vielzahl weiterer kleiner Eingravierungen erkennen.

Die Gestapo hat das Anbringen der Inschriften offenkundig nicht verfolgt. Da das Gefängnis 1943 umgebaut und die Wände gestrichen wurden, sind nur Inschriften aus der Zeit von Ende 1943 bis zum Mai 1945 erhalten. Die Inschriften oder Zeichnungen wurden mit Bleistift, Kreide- und Kohlestücken geschrieben oder mit Eisennägeln, Schrauben oder Fingernägeln eingeritzt; es wurde auch Lippenstift verwendet.

Mehr als 600 Inschriften - über ein Drittel - sind in kyrillischer Schrift von Russen und Ukrainern verfasst, weitere 230 in anderen Sprachen, vor allem in Französisch, Polnisch und Niederländisch. In einem Buch, das Sie beim Wachpersonal und in der Bibliothek einsehen können, sind alle Inschriften in der Originalsprache und in deutscher Übersetzung dokumentiert.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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