NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
museenkoeln.de … NS-Dok … DauerausstellungRundgangDas EL-DE-Haus
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Das EL-DE-Haus - Geschichte des Hauses

In diesem Raum finden Sie rechts an der Wand eine Luftaufnahme des linksrheinischen Köln, aufgenommen im März 1945. Eins der wenigen unzerstörten Gebäude in der Innenstadt war das EL-DE-Haus. Zunächst nahmen hier Behörden der Alliierten ihren Sitz. Ab 1949 mietete die Stadtverwaltung das Gebäude an und brachte in den folgenden Jahrzehnten die unterschiedlichsten Dienststellen darin unter, vom Standesamt bis zur Rentenstelle. Die Gestapo-Vergangenheit des Hauses wurde verdrängt, genau wie die NS-Vergangenheit in der frühen Bundesrepublik allgemein. So passierte es, dass Menschen, die im EL-DE-Haus verhört und gefoltert worden waren, genau hier ihre Rente beantragen mussten.

Mitten im Raum steht ein beklebter und beschrifteter Pappkarton. Auf dem Foto an der Säule hinter dem Exponat sehen Sie, dass ihn ein junger Mann als „wandelnde Litfass-Säule" durch die Kölner Fußgängerzone trägt. Das war 1979. Dieser junge Mann, Sammy Maedge, hatte den US-Film „Holocaust" gesehen und den Prozess gegen den Kölner SS-Mann Kurt Lischka verfolgt. Er war empört darüber, dass die NS-Vergangenheit so vertuscht wurde. Ein ehemaliger Verfolgter des NS-Regimes hatte ihm von den Gefängniszellen im EL-DE-Haus erzählt.

Maedge verschaffte sich Zugang zum Keller, fotografierte einige Wandinschriften und ging dann an die Öffentlichkeit. Einige Jahre später entstand - unter maßgeblicher Beteiligung von Überlebenden des NS-Regimes - eine Bürgerbewegung für die Einrichtung einer Gedenkstätte und die Schaffung eines Dokumentationszentrums für die Geschichte der NS-Zeit in Köln. Nach einer ganzen Reihe von Demonstrationen und Aktionen beschloss der Rat der Stadt Köln, die Inschriften der ehemaligen Zellen zu sichern und die Gedenkstätte für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 18 Jahre später war mit der Eröffnung des musealen Teils die Einrichtung des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus abgeschlossen.

Die Wände, wie Sie sie hier in den oberen Stockwerken sehen, wirken roh, wie mit Patina überzogen, kahl. Der Boden gleicht einer teils trockenen, teils feuchten Asphaltfläche. Die Fenster erlauben keinen Blick nach draußen. Dieses eher spröde wirkende, zurückgenommene Konzept der Ausstellung war das Ergebnis langer Diskussionen zwischen dem Architekten, dem Ausstellungsdesigner und dem wissenschaftlichen Team des NS-Dokumentationszentrums. Von der alten Einrichtung der damaligen Gestapo-Zentrale war nichts erhalten, es gab weder Gegenstände noch Fotos. Darüber hinaus hatte die Nachkriegsnutzung des Gebäudes als Behörde ihre Spuren hinterlassen. Man entschied sich bewusst gegen den Versuch einer Rekonstruktion. Stattdessen wurden die Wände bis auf den Putz freigelegt. Die alten Flure, Türen und Oberlichter blieben erhalten, aber es wurde eine neue Achse durch die Räume gelegt, die den heutigen Rundgang ermöglicht. Der Boden verbindet durch die Ähnlichkeit seiner Struktur die ehemaligen Büroetagen mit dem ehemaligen Gestapo-Gefängnis - den Ort des bürokratischen mit dem des physischen Terrors.

IMPRESSUM

Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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