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Rassenpolitik: 'Ausmerze' und 'Aufartung'?

Der Rassismus bildete das Kernstück der NS-Ideologie. Hitler selbst war ein fanatischer Rassist und Antisemit. Auszüge aus seinem 1926 zum ersten Mal veröffentlichten Buch „Mein Kampf", die Sie auf der linken Wandseite finden, belegen dies. Er erklärte die "Rassenfrage" nicht nur zum "Schlüssel zur Weltgeschichte, sondern auch zur menschlichen Kultur überhaupt" und sprach offen von "Vernichtung und Ausrottung".

Die so genannte „Reinerhaltung der Rasse" und die Bekämpfung der Rassenmischung war das zentrale Anliegen der Nationalsozialisten. Als Gegenpol zur so genannten "arischen" Rasse galten die Juden. Die Verfolgung der als „rassisch minderwertig" eingeschätzten Menschen ging bis zum Massenmord; von den Nationalsozialisten als das so genannte „Ausmerzen" bezeichnet.

Im Zweiten Weltkrieg radikalisierte sich die NS-„Rassenpolitik"; im Schatten des Krieges wurde nun der Völkermord vollzogen. Der jahrelangen Diskriminierung und Verfolgung der so genannten „Fremdrassigen" und „rassisch Minderwertigen" wie Juden, Zigeuner oder geistig und körperlich Behinderter folgte nun ihre massenhafte Ermordung. In den besetzten osteuropäischen Ländern sollte zudem durch die „Germanisierung" der Anteil der „arischen" Rasse erhöht werden, indem die slawischen Völker vertrieben und Deutsche angesiedelt wurden.

Die andere Seite der NS-Rassenideologie bildete die so genannte „Aufartung" des „arischen" Teils der Bevölkerung. Dazu diente ein Bündel von Maßnahmen: der „Ariernachweis" als Voraussetzung für Eheschließungen, Beratungsstellen für Erb- und Rassenpflege bei den Gesundheitsämtern, Ehestandsdarlehen und Steuervorteile für „erbgesunde" Heiratswillige und kinderreiche Familien. In der Mutterschaft wurde die wahre und einzige Aufgabe der „arischen" Frau gesehen. Das „Mutterkreuz" für die Geburt von „erbgesunden" Kindern wurde in drei Stufen verliehen: in Bronze für vier oder fünf Kinder, in Silber für sechs oder sieben Kinder, in Gold für acht und mehr Kinder.

Neu an der NS-Rassenideologie war weniger das Gedankengut als die Brutalität und Konsequenz, mit der es in der Praxis umgesetzt wurde. Dokumente in diesem Raum zeigen, wie versucht wurde, die NS-Rassenlehre in der Schule und über Zeitschriften, mittels Grafiken, Schautafeln und Flugblättern zu vermitteln. Im Monitor laufen Bildseiten aus einem Buch ab, das dazu diente, Lehrer in Rassenkunde fortzubilden.

Ein Fenster in diesem Raum lässt den Blick frei auf das gegenüberliegende Gerichtsgebäude. Dort befand sich in der NS-Zeit der Sitz von Sondergerichten, die u.a. wegen so genannter „Rassenschande", sexuellen Beziehungen zwischen so genannten „Ariern" und Nicht-„Ariern", scharfe Urteilte verhängten.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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