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Sinti und Roma

Dieser Raum ist den Menschen gewidmet, die als „Zigeuner" verfolgt wurden. Stellvertretend für die Opfer dieses Völkermordes zeigen wir hier in der Mitte des Raumes Fotografien und Dokumente über zwei Kölner Familien. Eine von ihnen, die Familie Reinhardt, gehört zu den seit dem Mittelalter in Deutschland ansässigen Sinti. Familie Wernicke hingegen zählt zu den Roma, die seit Ende des 19. Jahrhunderts aus Osteuropa einwanderten. Beide repräsentieren die größten in Deutschland lebenden Gruppen. Ihre kulturelle Identität geht auf den Gebrauch einer in vielen Dialekten gebräuchlichen, Romanes genannten Sprache, und auf jeweils eigene Normensysteme zurück.

Die Nationalsozialisten erklärten Sinti und Roma zu „Fremdrassigen". Sie sollten durch Zwangssterilisationen oder Deportationen aus dem „deutschen Volkskörper" entfernt werden. Bei der Verfolgung konnte man sich auf ein schon vorhandenes, diskriminierendes Sonderrecht stützen, das ausgebaut und verschärft wurde. Dazu gehörte auch die Konzentration in kommunalen Lagern. Wenn Sie vor den Stelen stehen, sehen Sie auf der linken Wand Szenen aus dem Kölner „Zigeunerlager". Dieses Lager war das erste seiner Art im Deutschen Reich und bestand ab 1935. Auf die Einschränkung der Bewegungsfreiheit folgten dann die Massendeportationen.

Die Anzahl aller Opfer der "Zigeuner"verfolgung wird auf 220.000 bis 500.000 Menschen geschätzt. Genaue Angaben sind deshalb nicht möglich, weil im besetzten Ost- und Südosteuropa Roma zu Tausenden Opfer von Massakern wurden, ohne jemals registriert worden zu sein. Aus dem Kölner Stadtgebiet wurden über 80 Prozent aller rund 800 als „Zigeuner" erfassten Menschen deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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