Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Köln während der NS-Zeit, ihre Diskriminierung und Verfolgung, sind Thema von drei hintereinander liegenden Räumen.
Antijüdische, im Wesentlichen religiös begründete Einstellungen hatte es in Europa seit Jahrhunderten gegeben. Der moderne Antisemitismus, der im 19. Jahrhundert entstand, beruhte jedoch nicht mehr auf religiösen Grundlagen, sondern auf rassistischen Vorstellungen. In Deutschland fanden diese antisemitischen Strömungen bei der Bevölkerung vor allem nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg vielfach Zustimmung, da so Ängste und Aggressionen aufgegriffen und gegen ein Feindbild, die Juden, gerichtet wurden. Von den Nationalsozialisten wurden dann vorhandene judenfeindliche und rassistische Vorstellungen gebündelt und radikalisiert. Antisemitismus wurde so zu einem zentralen Bestandteil nationalsozialistischer Ideologie. Juden wurden als „minderwertige Rasse" diffamiert, ihr Ausschluss aus der „arischen Volksgemeinschaft" gefordert.
Unmittelbar nach der Machtübernahme 1933 begann der NS-Staat, diese Zielsetzungen sowohl mit bürokratischen Mitteln als auch mit staatlichem Terror zu verwirklichen. Unterstützt von einem Teil der Bevölkerung wurden Juden aus dem sozialen und wirtschaftlichen Leben ausgegrenzt, in Flucht und Emigration getrieben, ausgeplündert und schließlich in die Lager und Ghettos des Ostens deportiert. Sechs Millionen europäischer Juden wurden ermordet.
In Köln lebten um 1925 16.000 Juden; bis 1939 hatte etwa die Hälfte von ihnen Deutschland verlassen. Für die in Köln Verbliebenen verschärfte sich die Verfolgung mit Beginn des Krieges extrem. Nachdem man die jüdische Bevölkerung in Ghettohäusern und einem Lager in Köln-Müngersdorf zusammengefasst hatte, begannen im Herbst 1941 die Deportationen von Köln aus, mit denen Tausende Menschen verschleppt wurden. Die Namen von über 7.000 ermordeten jüdischen Frauen, Männern und Kindern aus Köln sind bekannt. Das Schicksal vieler Opfer wird jedoch nie zu klären sein.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
