Ein Dia, das über die Wände schweift, zeigt eine begeisterte Menschenmenge beim Hitlergruß. An den Wänden selbst befinden sich eine Reihe kleiner Exponate, teils zu Gruppen zusammengefasst, jedoch ohne Verbindung untereinander oder zu den Massen. Dies verdeutlicht die Situation der wenigen Menschen, die aktiven Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Zustimmung oder Anpassung waren im NS-System der Normalfall.
„Überall drohte Verrat, jeder fühlte sich von tausend Augen und Ohren belauert. Es war ein hoffnungsloser Kampf." Dies schrieb Ludwig August Jacobsen, Mitglied der KP (O), einer kommunistischen Gruppierung. Viele Gruppen, die sich die Beendigung der NS-Herrschaft zum Ziel gesetzt hatten, wurden - voneinander und von der Mehrheit der Bevölkerung isoliert - bis Mitte der dreißiger Jahre zerschlagen.
Während der gesamten Herrschaftszeit gelang es dem Regime jedoch nicht, jedes abweichende Verhalten zu unterbinden. Hier und da kursierten politische Witze, anonyme Briefe und Postkarten wurden versandt. Vereinzelt tauchten Graffiti an den Häuserwänden auf - oder Flugzettel mit kritischen Äußerungen auf den Straßen. Manchmal wurden Anordnungen nicht befolgt. Auch kirchliche Ereignisse wie Prozessionen wurden genutzt, um Missfallen auszudrücken. Aber diese Formen des individuellen Widerstands bleiben Einzelerscheinungen. Erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich erneut eine größere Bewegung mit dem Ziel, die NS-Herrschaft zu beenden.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
