„Die Kellergemeinschaft" - Diese Seite aus einem Kölner Fotoalbum zeugt von der Siegeseuphorie zur Jahresmitte 1940: Frankreich besiegt, und nun noch - wie es unter einem der Fotos heißt - „Bomben auf Engeland": dann, so hofften die Kölner wie die weitaus meisten Deutschen, sei der Krieg siegreich beendet.
Nichts hiervon erfüllte sich. Im Gegenteil: Der optimistischen Stimmung der Blitzkriegsphase folgte spätestens nach dem schockierenden Erlebnis des so genannten 1.000-Bomber-Angriffs vom 31. Mai 1942 die schlagartige Ernüchterung.
Den steten Zerfall Kölns, das zur „Frontstadt aus der Luft" gewordenen war, dokumentieren die drei diagonal im Raum platzierten Monitore. In ihnen wird in parallel ablaufenden Bildsequenzen dieser Zerstörungsprozess an ausgewählten Orten sichtbar. Gleichzeitig werden die Bilder des realen Geschehens immer wieder durch Propagandafloskeln unterbrochen. Dabei zeigt der Ihnen am nächsten stehende Bildschirm den Vorkriegszustand, der mittlere gibt einen Eindruck vom Zustand der Stadt um 1941/42, während auf dem letzten Monitor das volle Ausmaß der Zerstörung gegen Kriegsende zu erahnen ist.
Die Stadt erlebte mehr als 270 Angriffe. Dem Luftkrieg, der nach dem 31. Mai 1942 weiter eskalierte und Köln insbesondere im Sommer 1943, im Oktober 1944 und letztmalig am 2. März 1945 mit voller Wucht traf, fielen schätzungsweise 20.000 Menschen zum Opfer; große Teile Kölns lagen in Schutt und Asche.
Jeglicher Quantifizierung entziehen sich die psychischen Auswirkungen, die die Kriegsgeschehnisse insgesamt, insbesondere aber die ständige Konfrontation mit dem Tod auf die Bevölkerung hatten. Eins jedoch ist sicher: Die Erfahrungen des Luftkrieges haben sich tief ins kollektive Gedächtnis der Kölner eingegraben und bestimmen die Einschätzung der gesamten Kriegszeit häufig bis heute.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln
