NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
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Anpassung und Unterdrückung

Die staatlichen und städtischen Behörden arbeiteten unter dem neuen System im Sinne des Nationalsozialismus weiter. Hier sehen Sie Portraits der Funktionsträger, die als Ratsherren, als Oberbürgermeister, Regierungspräsidenten oder Polizeipräsidenten die höchsten Ämter besetzten. Frauen gab es in solchen Positionen nicht. Die Ratsherren wurden vom Gauleiter ernannt und dienten nur noch der Repräsentation. Besonders auffällig ist die Verquickung von amtlichen und parteiamtlichen Funktionen.
Nicht zufällig dominiert daher auch hier der Gauleiter Josef Grohé das Bild. Besonders im Krieg hatte er als „Reichsverteidigungskommissar" eine nahezu unangefochtene Machtposition. 1944 wurde er zusätzlich zum „Reichskommissar für die besetzten Gebiete Belgien und Nordfrankreich" ernannt. Obwohl Grohé auch für die Verfolgungsmaßnahmen des Regimes Verantwortung trug, konnte er sich nach einer vierjährigen Internierungshaft 1950 als Kaufmann erneut in Köln niederlassen. Hier starb er unbehelligt 1987 im Alter von 85 Jahren. Grohé ist damit ein Beispiel für viele NS-Repräsentanten und -Täter, die nach 1945 nicht zur Verantwortung gezogen wurden.

Dies gilt in ganz besonderem Maße auch für diejenigen, die in Justiz und Polizei Verantwortung für den Ausbau und den Betrieb der neuen Institutionen des staatlichen Terrors hatten. Die politische Repression der Nationalsozialisten basierte nämlich ganz wesentlich auf einem Justiz- und Gefangenenwesen, das dem Einzelnen elementare Rechte versagte und ihn damit einer unbegrenzten Willkür auslieferte. Beispiele hierfür finden Sie auf den milchglasfarbenen Zwischenwänden dieses Raumes.

Viele politische Häftlinge verschwanden aufgrund einer regimegetreuen Spruchpraxis der Gerichte auf Jahre in den Zuchthäusern in Köln, Rheinbach oder Siegburg. Das Kölner Gefängnis - der Klingelpütz - war darüber hinaus als Hinrichtungsstätte berüchtigt. Hier wurden während der NS-Zeit mehrere Hundert Menschen hingerichtet, darunter zahlreiche Deserteure der Wehrmacht. Sondergerichte, von denen es beim Kölner Landgericht insgesamt vier gab, fällten selbst bei kleineren Delikten Todesurteile. Damit wollten sie eine abschreckende Wirkung auf die gesamte Bevölkerung erzielen. Aber auch an dem Aufbau und dem Betrieb von Konzentrationslagern wie Buchenwald, Sachsenhausen oder Ravensbrück waren Kölner beteiligt.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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