NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
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Egdar Gielsdorf

Edgar Gielsdorf wurde 1925 in Köln-Ehrenfeld geboren und wuchs mit zwei Geschwistern in Köln-Riehl auf. Als Sohn eines arbeitslosen Handlungsgehilfen, der früh mit den Nationalsozialisten sympathisierte, nahm Edgar die Weltwirtschaftskrise und den Aufstieg der NSDAP bewusst wahr. Durch den Einfluss des Vaters und eines antisemitischen Lehrers wurde Edgar bereits als Kind zum Anhänger der Nationalsozialisten.

Sein Beitritt zum Jungvolk 1933 verstärkte Edgars nationalsozialistische Prägung noch einmal erheblich. Edgar wurde in der Hitlerjugend aktiv, die bald seinen Lebensinhalt darstellte. Er stieg mit 17 Jahren zum Bannführer auf, dem jüngsten im gesamten Deutschen Reich.

An den hier ausgestellten Fotos und Dokumenten ist nicht nur dieser Aufstieg ablesbar, sondern auch die Intensität der militärischen Erziehung innerhalb der HJ. Sport, Schießen, Geländeübungen sind nur einige der Aufgaben, mit denen sich jeder Hitlerjunge ständig konfrontiert sah.

Die Einberufung zur Wehrmacht im August 1943 begrüßte Edgar freudig, weil er nun meinte, zum sicher erwarteten „Endsieg" beitragen zu können. Noch im Februar 1945 kehrte er deshalb aus seinem Heimaturlaub freiwillig an die Front zurück. Nach Kriegsende zunächst auf der Flucht, wurde er von den Briten verhaftet und in ein Internierungslager verbracht, aus dem er im November 1946 nach Köln zurückkehrte.

Edgar Gielsdorf gelang es in einem schmerzhaften Prozess, sich von seinen politischen Überzeugungen zu distanzieren. Nach seiner Pensionierung schrieb er über seine HJ-Zeit und den anschließenden Läuterungsprozess ein Buch, das er auf eigene Kosten in den Kölner Schulen verteilte. Er engagierte sich zudem als Zeitzeuge im NS-Dokumentationszentrum. - Edgar Gielsdorf starb 2004 in Frechen.

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Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © NS-Dokumentationszentrum Köln

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